Kreisgruppe Mettmann
Kreisgruppe Mettmann

BUNDnessel Radio vom 9.8.2021

BUNDnessel-Radio im August auch im Zeichen der Bundestagswahl 2021

Fragen an und Antworten der Kandidat*innen

Radiosendung BUNDNESSEL -Die letzte Mon­tags-Sendung erklang am Montag, 9. August 2021 - äußerten sich die Bundestagskandidatinnen des Bundestagswahlkreises Mettmann Nord zu den Anforderungen an den Klimaschutz etc.

In der heutigen Sendung äußern sich die Bundestagskandidatinnen des Bundestagswahlkreises Mettmann Nord zu den Anforderungen an den Klimaschutz, an den Umweltschutz und an den Naturschutz in der kommenden Legislaturperiode des Bundestags. Zu hören sind MdB Kerstin Griese, SPD, Frau Jessica Denne Weiß, FDP, Frau Jessica Malisch, AFD, Dr. Ophelia Nick, Bündnis 90/Die Grünen und Birgit Onori, Linke.
Wir hätten Ihnen gern auch die Meinung von MdB Peter Beyer, CDU, vorgestellt. Er hat jedoch die Führung des Interviews zu dieser Sendung abgesagt. Damit stehen wir nicht allein. Auch anderen Nichtregierungsorganisationen gegenüber hat Herr Beyer es abgelehnt, sich zu Fragen der Bundestagswahl zu äußern.

Dazu hören Sie folgende Kurznachrichten im Umweltmagazin BUNDnessel

Der Anfang ist gemacht

Vor einem Jahr wurde die Zukunftskommission Landwirtschaft gebildet. Mitglieder sind 30 große Verbände, die bisher oft über Kreuz waren, wie der Deutsche Bauernverband und die Umwelt- und Naturschützer. Sie haben sich überraschenderweise auf einen gut 170 Seiten langen Abschlussbericht mit zahlreichen Vorschlägen geeinigt. Das Ergebnis lässt sich allgemein in 5 Schritten zusammenfassen.

  1. Die Bauernvertretung erkennt an, dass die derzeitigen Produktionsweisen den Planeten überfordern. Die Kosten durch die Landwirtschaft werden im Bericht auf 90 Milliarden Euro pro Jahr taxiert. Diese Kosten trage die Allgemeinheit, im Preis von Lebensmitteln spiegeln sie sich nicht wieder.

  2. Der Umweltschutz erkennt an, dass die Lage der Bäuerinnen und Bauern schwierig ist. Wer will, dass Bauern umweltverträg­licher wirtschaften, müsse sie dafür besser bezahlen. Statt neuer Vorschriften müsse es mehr Anreiz für mehr Klima- und Umweltschutz geben.

  3. Jedes Jahr müssten, so der Schluss der Kommission, bis zu 11 Milliarden Euro aufgebracht werden, damit Landwirtinnen und Landwirte in tiergerechte Ställe und ökologische Landwirtschaft investieren, Blühwiesen anlegen und Moore renaturiert werden können.

  4. Eine Finanzierungslücke soll über eine Tierwohlabgabe geschlossen werden. Dabei werden die Preisvorstellungen der Nutztierkommission aufgegriffen, 40 Cent pro Kilogramm Fleisch und Wurst, 2 Cent pro Liter Milch, 15 Cent pro Kilo Butter und Käse. Außerdem solle es eine Abgabe auf Zucker, Salz und Fett geben. Im Gegenzug sollte die Mehrwertsteuer auf Obst und Gemüse gesenkt werden. Hartz IV – Empfänger sollten zum Ausgleich mehr Geld für Lebensmittel bekommen.

  5. Die Kommissionsmitglieder stimmten darin überein, dass am Ende die Landwirtschaft anders als jetzt aussehe, wahrscheinlich mit weniger Nutztierbeständen.

Ökobonus als Unterstützung für ärmere Haushalt

Dies schlagen der Paritätische Gesamtverband und der BUND vor. Beide Verbände gehen davon aus, dass die klimapolitischen Notwendigkeiten mit erheblichen Belastungen einher- gehen. Der ökologische Wandel könne nur als sozioökonomischer Wandel funktionieren. Nur wenn Menschen soziale Sicherung verspürten und den Eindruck haben, dass es bei der Las­ten­verteilung gerecht und sozial zugehe, würden sie bereit sein, Maßnahmen zur Bekäm­pfung des Klimawandels mit zu tragen. Deswegen sollten jährlich die Einnahmen aus der CO2-Beprei­sung in Form einer einheitlichen Pro-Kopf-Pauschale an die Bürgerinnen und Bürger zurückgezahlt werden. Die Auszahlung dieses Ökobonus soll jährlich durch den Renten­ser­vice der deutschen Post erfolgen. Einkommensschwache Haushalte bekommen nach diesem System mehr Geld zurück aus als wie sie durch Klimaschutzmaßnahmen belastet werden.

Wider die Luftverschmutzung

Seit jeher fasziniert der Nachthimmel die Menschen. Doch oft ist es nur noch ein trüber Blick nach oben. Grund ist die Lichtverschmutzung durch zunehmende Beleuchtung von Straßen und Häusern. Das Projekt Sternenpark Pfälzerwald möchte die Bevölkerung über das Thema Lichtverschmutzung aufklären und für Vorteile einer natürlichen Dunkelheit für Mensch und Tier sensibilisieren. Für 5 Jahre wird ein Zertifikat vergeben an Gemeinden, die die Lichtverschmutzung reduzieren. In diesem Jahr wurde die Gemeinde Rumbach ausgezeichnet. Sie hat das nächtliche Licht um die Hälfte reduziert und auf eine nach unten gerichtete Beleuchtung geachtet. Rumbach hat so die bisherigen Stromkosten auf ein Drittel reduziert. Und die Stadt lockt Astronomiebegeisterte und damit Urlaubstouristen an.

Verbrauchertipp: Wie wir alle am CO2 – Ausstoß sparen können.

Mehr als 11 Tonnen CO2 verursacht jeder Deutsche und jede Deutsche pro Jahr. Forscher des Instituts der deutschen Wirtschaft schlagen 4 Maßnahmen zur CO2-Reduzierung.vor:

  1. Weniger Lebensmittelverschwendung. Rund 75 Kilogramm Lebensmittel werden in Deutschland pro Jahr und Person weggeschmissen. Würde jeder und jede bei sich zur Hause nur noch die Hälfte der Lebensmittel wegschmeißen, könnten 74 Kilogramm CO2 pro Jahr eingespart werden.

  2. Der durchschnittliche Fleischkonsum in Deutschland liegt bei 57 Kilogramm pro Person. Wer seinen Fleischkonsum nur um 20 Prozent reduziert, könnte rund 120 Kilogramm CO2 pro Jahr einsparen. Wobei insbesondere die Einsparung beim Rindfleisch nützt, da die Herstellung besonders energieintensiv ist.

  3. 56 neue Kleidungsstücke kauft jeder Mensch in Deutschland durchschnittlich pro Jahr. Würde jeder und jede 20 Prozent weniger Kleidung kaufen, würde das 140 Kilogramm weniger CO2 pro Person und Jahr bedeuten.

  4. Würden Reisende die Strecke von Hamburg nach München und zurück mit der Bahn statt mit dem Flugzeug zurücklegen, könnten sie mehr als 270 Kilogramm CO2 einsparen. Inlandsflüge kann man gut ersetzen.

Die nächste Mon­tags-Sendung erklingt am Montag, 13. September 2021 um 20.04 Uhr. 

Sie hören die Antworten der Bundestagskandidatinnen und der Bundestagskandidaten des Südkreises zu Aufgaben des Klima-, Umwelt- und Naturschutzes im nächsten Bundestag.

Im Studio waren Volker Förster sowie Jürgen Lindemann. Die Musik hat DJ Teddy aus Erkrath zusam­mengestellt. Wir danken unseren Interviewpartner*innen

Liebe Hörerinnen und Hörer!

Die Stadt Haan installiert Photovoltaik auf Ihren Dächern. Wülfrath hat seine Beleuchtung renoviert. Der Panoramaweg feiert Geburtstag. Zur Urlaubszeit ist auch Venedig ein Thema.    

Auch Regenereignissen im Juli gehört unsere Aufmerksamkeit. Der Blick geht nach Hilden und auch ein allgemeiner Kommentar dazu darf nicht fehlen. Als mögliche Gegenmaßnahme sehen wir uns die Klimavorschläge der EU an.

Wir wünschen viel Vergnügen.

Italiens Regierung hat ein Durchfahrtsverbot für große Kreuzfahrtschiffe durch einen Teil der Lagune von Venedig beschlossen. Die Maßnahme gelte für Kreuzfahrtschiffe mit mehr als 25.000 Bruttoregister­tonnen. Ab dem 1. August sollen keine Kreuzfahrtschiffe mehr durch den Canale di San Marco im historischen Zentrum fahren. Zunächst wurde berichtet, dass das Verbot für die Lagune gelte, tatsächlich sind nur Teile betroffen.

Seit Jahren streiten Aktivisten, Einheimische und die Tourismus-Industrie um die Kreuzer in der Lagune. Diese hat mehrere kleine Landstreifen und Inseln und ist weitgehend vom offenen Meer abgetrennt. Dort liegt auch die historische Altstadt Venedigs mit ihren Touristenattraktionen. Die Riesenschiffe zerstören nach Ansicht von Kritikern die Lagune, beschädigen die Fundamente der Stadt und verschmutzen die Luft. Der Kreuzfahrttourismus bringe der Stadt auch wenig wirtschaftliche Vorteile, weil die Passagiere dort nicht schliefen und oft nur wenig Geld ausgäben.
Der Verband der Kreuzfahrt-Reedereien sagte der Deutschen Presse-Agentur, das Verbot sei „keine schlechte Nachricht“. Auf ­Venedig hätte die Industrie ohnehin in diesem Jahr keine Priorität gelegt. Nun habe man etwas mehr Planungs­sicherheit. Der Hafen in Marghera, der am Festland liegt und nicht im historischen Zentrum Venedigs, soll für den Übergang als temporäre Anlegestelle dienen.

Dabei handelt es sich allerdings um eine Lösung auf Zeit. Parallel sucht der Hafen von Venedig nach Anlege-Vorschlägen außerhalb der Lagune für die Zukunft, damit die Schiffe nicht mehr vorbei am berühmten Markusplatz fahren.Bis zum 31. Dezember 2021 können Ideen vorgestellt werden, aus denen eine fünfköpfige Expertenrunde die drei besten aussucht.

Der große Schock kam vor wenigen Wochen, als Unesco-Experten vorschlugen, Venedig auf eine Negativ-Liste zu setzen, unter ­anderem wegen der Kreuzfahrtriesen. Sie hatte zum Beispiel gefordert, die Schiffe zu geeigneteren Häfen in der Umgebung umzuleiten. Die Kulturbehörde der Vereinten Nationen will ab Mitte Juli darüber entscheiden. Venedig und seine Lagune haben seit 1987 den Welterbestatus der Unesco. Das Label lässt sich touristisch gut für Einnahmen durch die örtliche Wirtschaft nutzen.

Der Kreuzfahrtbetrieb war wegen der Corona-Pan­demie über Monate ausgesetzt worden. Erst seit Kurzem legen wieder große ­Pötte, in Venedig ab. Anfang Juni machte nach eineinhalb Jahren das erste Kreuzfahrtschiff unter lautstarken Protesten der Einheimischen wieder die Leinen los.

Quelle: WZ 15.7.21 Natalie Skrzypczak und Johannes Neudecker

 

Zehn Jahre PanoramaRadweg Niederbergbahn: Das Neanderland feiert Jubiläum der Radstrecke mit einem großen Touren-Programm. 

Ganz schön unter die Räder gekommen ist die ehemalige Trasse der Niederbergbahn – unter Zweiräder genau genommen: 40 Kilometer, vier Städte, zehn Jahre: Die beliebte Rad- und Wandertrasse Panoramaradweg Niederbergbahn feiert Geburtstag. Dazu werden für Radfreunde und Wanderer geführte Touren entlang der Strecke angeboten, die die Anrainerstädten Heiligenhaus, Velbert, Wülfrath und Haan veranstalten. Zwischen dem 10. Juli und 22. August sorgen nicht nur die vier Städte, sondern auch verschiedene Vereine für ganz besondere Einblicke in die Geschichte und Sehenswürdigkeiten der Trasse.

Bei der Vorstellung des Programm neben der Trasse in Heiligenhaus, strich der Heiligenhauser Bürgermeister Michael Beck die Bedeutung heraus. Die Bahntrasse, erinnerte er, sollte durch einen Radweg geschützt werden, um künftigen Generationen die Option zu lassen, dort auch wieder Bahnverkehr zu realisieren. „1996 war dort der letzte Güterzug gefahren, der letzte Personenzug war schon 1963 auf der Strecke“, so Beck. Mit Fördermitteln war der Panoramaradweg schließlich realisiert worden und erfreut sich seit der Eröffnung am 16. Juli 2011 großer Beliebtheit. „In der Spitze sind 1000 Nutzer in einer Stunde gezählt worden.“

Am 10. Juli startete das Jubiläumsprogramm. Der Arbeitskreis Gastronomie des Stadtmarketings Heiligenhaus lud zu einer acht Kilometer langen Wanderung mit Weinverkostung ein. Der ADFC Mettmann betrachtete mit seiner mittelschweren Tour von 22 Kilometern den Abschnitt vom Zeittunnel Wülfrath über die malerische Düssel bis zum Steinbruchgebiet Schlupkothen. Wer lieber gleich die gesamte Strecke erleben wollte, nahm an der geführten Radtour vom Beginn des PanoramaRadwegs in Haan bis zum Ende in Essen-Kettwig teil. Auch in Velbert können Fahrradfreude zum Jubiläum losradeln: Am 21. und 22. August nehmen der Bürgerverein Tönisheide e. V. und der ADFC Velbert Interessierte mit auf unterschiedlich lange Radtouren zwischen 23 bis ca. 40 Kilometern. Weitere Radtouren und Wanderungen entlang des Panorama Radwegs hat der Jubiläumssommer im Angebot.

Alle Touren, Infos und Anmeldemöglichkeiten gibt es unter: www.neanderland.de/radfahren. Aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen ist die Personenzahl bei den Touren begrenzt. Die meisten Angebote sind kostenlos.

Der Radweg verbindet die Strecke zwischen Heiligenhaus und Haan mit szenischen Ausblicken, führt über zahlreiche Brücken und Viadukte und macht neugierig auf Abstecher zu zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Region.

Quelle: TME  NEANDERLAND  |  29. JUNI 2021 Thomas Reuter

In Haan sollen ab dem kommenden Jahr jährlich mindestens eine Photovoltaikanlage auf städtischen Gebäuden installiert werden. Das hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Außerdem soll die Stadt, so beschlossen die Politiker ebenfalls einstimmig, mit externer Hilfe einen rechtssicheren Entwurf eines Betreiberkonzeptes aufstellen.
Strom aus Sonnenlicht zu erzeugen, gehört zu den umweltschonenden Möglichkeiten der Energiegewinnung. Dass das in der Praxis aber gar nicht so einfach ist, zeigt eine aktuelle Studie zu den kommunalen Gebäuden. Das städtische Gebäudemanagement hatte sie zur Realisierbarkeit von Photovoltaikanlagen auf städtischen Dächern anfertigen lassen und die Ergebnisse fachlich bewertet.
Ein Ergebnis: „Große Teile des städtischen Gebäudebestandes sind alt, ebenso sieht es bei den Dachflächen und den zu den Objekten gehörigen Tragkonstruktionen der Dachflächen aus. Ob und in welchem Maße die jeweiligen Dächer tragfähig genug sind, um die benötigten Lasten einer PV-Anlage noch zusätzlich aufnehmen zu können, bedarf der Einzelfallprüfung jeder einzelnen Dachfläche.“ Deshalb empfehlen die Gebäudemanager, die Errichtung einer PV-Anlage dann technisch und wirtschaftlich zu prüfen, wenn ohnehin die Sanierung einer Dachfläche ansteht.

Die Empfehlung der Fachleute war vor diesem Hintergrund eindeutig: Untersuchung der Gebäude nur im Rahmen regulärer Dachsanierungen.

Immerhin würde die flächendeckende Untersuchung des Gebäudebestandes schätzungsweise rund 80 000 Euro kosten und eine volle Stelle etwa anderthalb Jahre binden. „Bei der vorgeschlagenen Integration einer Prüfung der Machbarkeit zur Umsetzung einer PV-Anlage im Rahmen einer ohnehin anstehenden Sanierung des Daches würde dies als Projektaufgabe mitlaufen und keine zusätzlichen Kapazitäten binden“, betonen die Experten.

Konkret auf die Eignung der Dächer für eine Photovoltaik-Anlage geprüft wurden bereits die Feuer- und Rettungswache und die Grundschule Mittelhaan. An der Wache ist – wenn überhaupt – nur der Teilbereich des Satteldaches im Altbestand geeignet. Dafür müsste aber zuvor die Statik geprüft werden. An der Grundschule Mittelhaan erscheint der Flachdachbereich im Altbestand geeignet, sollte aber auf die Hälfte der Fläche begrenzt werden, um 100 kWP Spitzenlast nicht zu überschreiten, da die Stadt dann als gewerblicher Stromproduzent auftreten müsste. Auch hier müsste die Statik geprüft werden. Die Umsetzung einer PV-Anlage kann auch für diese Liegenschaft somit nicht uneingeschränkt und zeitnah erfolgen.

WZ 15.7.21 Ina Bodenröder

Wülfrath: Weniger Lichtverschmutzung durch nächtliche Dimmung

Die Stadtverwaltung zeigt sich sehr zufrieden mit der Modernisierung der Straßenbeleuchtung. Diese sei ohne Schwierigkeiten gestartet und wurde drei Wochen früher abgeschlossen, als zunächst geplant. Neben dem deutlich geringeren Stromverbrauch, müssen die neuen Komponenten auch seltener ausgetauscht oder gewartet werden. Nicht nur die Stromkosten, sondern auch die Unterhaltungskosten werden spürbar reduziert. „Die Investitionen in die Modernisierungsmaßnahmen amortisieren sich bereits nach circa fünf Jahren“, so Rebecca Stumpf vom Tiefbauamt der Stadt, die das Projekt federführend geleitet hat.

Auch Klimaschutzmanager Gerd Schlüter freut sich über die neue Beleuchtung: „Der Energieverbrauch liegt nun rund 65 Prozent unter dem vorherigen Niveau, durch die LED-Technologie. Die nächtliche Dimmung ist zudem auch die sogenannte „Lichtverschmutzung“ deutlich geringer. Dieser Effekt wirkt sich positiv auf Menschen aus, besonders aber wird dadurch die Insektenpopulation geschont, da sie sich weniger zu dem neuen Licht angezogen fühlt und die Leuchten nicht heiß werden.“ Die Stadtverwaltung bedankt sich an dieser Stelle bei den Bürgerinnen und Bürgern, die auch während der Modernisierungsarbeiten Verständnis für etwaige Verkehrsbehinderungen entgegengebracht und positives Feedback gegeben haben.

Die Stadt gibt Antworten auf häufig gestellten Fragen:

 „Ist es jetzt dunkler in Wülfrath geworden?“ Ein klares Nein. Es kommt einigen Bürgerinnen und Bürgern dunkler vor. Die Straßenbeleuchtung ist nicht dafür ausgelegt, die Hausfassaden und privaten Eingänge zu beleuchten, sondern nur die Straßen und Gehwege. Durch den Einsatz moderner, energiesparender Leuchtmittel trifft das Licht nun deutlich gezielter auf Straßen und Gehwege.

 „Wird die Straßenbeleuchtung gedimmt?“ Ja, die Straßenbeleuchtung wird in einigen Gebieten zwischen 22 und 5 Uhr gedimmt.

„Wieviel Kelvin hat die neue Straßenbeleuchtung?“ Die neue Beleuchtung leuchtet mit 3000 Kelvin.

Die Modernisierung wurde mit 25 % durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. Das Förderprogramm heißt: KIS: Umrüstung und Modernisierung der Straßenbeleuchtung auf hocheffizente LED-Technik im Stadtgebiet Wülfrath.

Um die Klimaschutzziele der Stadt Wülfrath zu erreichen, wird auf eine energetische Modernisierung gesetzt. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative unterstützt, gefördert wird das Projekt durch das Forschungszentrum Jülich.

Quelle: TME Redaktion WÜLFRATH  |  1. JULI 2021

Ahrweiler, Erftstadt, Hagen, Schuld. 150 Tote in den Ruinen zerfetzter Ortschaften. Die Klimakatastrophe hat ein Gesicht und einen Namen bekommen. Statt abstrakter Temperaturskalen und CO2-Hochrechnungen sehen wir weinende Mütter und fassungslose Väter; statt irritierter Eisbären auf der Eisscholle sehen wir obdachlose Landsleute vor den Trümmern ihrer Häuser.

Damit ist alles anders. Die Zukunft ist mit katastrophaler Wucht in der Gegenwart angekommen. Das Klimadesaster findet vor der Haustüre statt und es dringt sogar in unsere Wohnzimmer vor. 2003, als im Saharasommer 70.000 Menschen in Europa starben, verteilten sich die Hitzeopfer übers ganze Land und blieben damit letztlich eine unsichtbare statistische Größe. 2018, als im erneuten Hitzesommer die Wälder großflächig dahinsiechten, war vor allem die Forstwirtschaft betroffen. 2019 und 2020 hat die fortgesetzte Dürre vor allem der Landwirtschaft geschadet. Doch die meisten Menschen sind weder Forst- noch Landwirte, sie konnten vom gemütlichen Sessel aus die Folgen der Erdüberhitzung entspannt betrachten. Jetzt haben die Wassermassen halbe Ortschaften mitsamt des Fernsehsessels fortgespült.

Mit der Tragödie im Rheinland sind auch die Generalausreden unterlassener Klimapolitik zertrümmert worden. Die erste ist die Verlagerung des Unheils in die Zukunft. Die mit viel Verdrängungsenergie gefütterte Hoffnung, dass es uns jetzt und heute nicht erwischen wird, dass sich die Erde nur langsam erwärmt und die großen Verheerungen irgendwann woanders auftreten werden – sie liegen unter dem Schutt und Schlamm begraben, den die Flut zurückgelassen hat. Die Klimakatastrophe findet nicht nur in Bangladesch statt, nicht nur in Australien, Kalifornien und an den Polkappen, sondern gleich nebenan bei Müllers und bei Maiers. Sie droht nicht in der zweiten Jahrhunderthälfte, wenn die Generation Fridays for Future erwachsen geworden ist, sondern ganz akut. Es ist fünf nach zwölf.

Mit der Katastrophe baut sich ein Druck im Kessel auf, wie wir ihn noch nie hatten.  Deshalb wird die Politik mit den alten Sprüchen nicht mehr durchkommen. Es wird nicht mehr reichen, ehrgeizige Klimaziele für 2040 oder 2050 festzulegen, nur um dann genauso  weiterzumachen wie bisher. Die Menschen wollen nicht wissen, wie viel Klimakiller wir bis zur Jahrhundertmitte einsparen, sondern was die Politik jetzt, in diesem Jahr und im nächsten ganz konkret unternehmen wird, um die Erde bewohnbar zu halten.

Es ist zu wenig, mit aufgesetzter Betroffenheitsmiene durch den Schlamm zu waten und Nothilfe zu versprechen. Es braucht politische Nothilfe fürs Klima, sehr viel mehr Tempo und konkrete Maßnahmen. Es braucht einen klimapolitischen Neustart. Unser Land könnte binnen weniger Jahre ein Vielfaches an klimafreundlicher Energie erzeugen und die CO2-Schleudern zügig vom Netz nehmen, wenn es politisch gewollt wäre. Stattdessen baggern die Braunkohle-Taliban noch immer ganze Dörfer weg, roden unsere Wälder, reißen Kulturdenkmäler und Kirchen ab und hinterlassen Mondlandschaften.

Quelle: taz 19.7.21 Manfred Kriener 

Das Hochwasser der Itter in Hilden ist ein flächendeckendes Starkregenereignis gewesen. Sowohl die Itter als auch ihr gesamtes Einzugsgebiet, also auch alle ihre Nebengewässer, seien von dem Starkregenereignis betroffen gewesen, sagt der Bergisch-Rheinische Wasserverband: Deshalb hätte das Itter-Hochwasser nicht verhindert werden können.
„Die Wassermassen, mit denen wir es hier zu tun haben, übertreffen sogar die Prognosen für ein Jahrtausendhochwasser“, sagt Kreisbrandmeister Torsten Schams.

Die Stadt hat einen Generalentwässungsplan aufgestellt. Dort steht, welche Wassermassen Hilden einleiten kann und einleiten darf. Wenn Regenwasserkanäle erneuert werden, wird der Durchmesser vergrößert, erläutert Dieter Drieschner, Fachbereichsleiter Stadtentwässerung: „Etwa in der Straße Am Feuerwehrhaus von 250 auf 1000 Millimeter Durchmesser.“ Problem ist: Das ist nicht überall möglich: „Wir brauchen eine Überdeckung von Minimum 50 Zentimeter.“ Wo möglich, werden Staukanäle unter den Straßen eingebaut, um Flutwellen zu bremsen und die Gewässer zu entlasten. Oder offene Regenrückhaltebecken gebaut: etwa am Bruchhauser Weg. Das Kanalnetz ist in einem guten Zustand, betont  Drieschner. Es wird regelmäßig kontrolliert. Für den Unterhalt und Ausbau gibt die Stadt viel Geld aus. Bis 2023 rund 23 Millionen Euro und in den Jahren danach weitere 20 Millionen Euro. Finanziert mit den Abwassergebühren der Bürger. Und dennoch: Das Fassungsvermögen sei praktisch erschöpft. Drieschner: „Für mehr haben wir keinen Platz, weder im Kanal noch in der Fläche. Deshalb würden seit einigen Jahren Neubauten nur noch genehmigt, wenn das Regenwasser auf dem Grundstück versickert werde: „Wer neu baut, darf kein Regenwasser mehr in den Kanal einleiten.“

Grünanlagen werden zu Rückhaltebecken auf Zeit: Dazu zählen auch die Spielplätze am Topsweg und am Eichelkamp. „Die Überschwemmung dort ist nicht schön, richtet aber weniger Schaden an, als wenn Keller volllaufen.“
Der BUND Hilden kritisierte schon früh die Bebauung an der Itter
Die Ursachen für Hochwasser sind bekannt. „Wenn Menschen siedeln, wo Wasser hingehört, dann stellt sich die Frage, wer an der falschen Stelle ist, der Mensch oder das Hochwasser“: Das sagte Dietmar Schitthelm vom BRW, schon im Jahr 2003, als die Kreisgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz über die Ursachen von Hochwasser informierte. Solche Beispiele gibt es auch in Hilden. Zwischen Schwanenstraße und Schwanenplatz wurden vor einigen Jahren 16 hochwertige Eigentumswohnungen in fünf Gebäuden errichtet: Minimaler Abstand zur Itter: rund fünf Meter. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Hilden kritisierte damals schon, die geplante Bebauung liege zu dicht an der Itter. Beim Itter-Hochwasser am 14. Juli wurde die Tiefgarage geflutet. Der Stadtrat hatte den Bau mit Mehrheit genehmigt. Die Häuser liegen im Überflutungsgebiet der Itter. Das hat die Bezirksregierung Düsseldorf ausgewiesen — den Bau der Häuser so nah am Fluß aber nicht beanstandet.
WZ 22.7.21 Christoph Schmidt

Es wird viel über deutsche Klimapolitik und soziale Folgefragen diskutiert. Dabei wird jedoch übersehen: Die klimapolitisch viel wichtigere Frage ist, welche Position Deutschland zu den neuen EU-Klimapolitikvorschlägen einnimmt. Spielt Deutschland im EU-Umweltschutz wie so oft den Bremser, oder werden wir auf EU-Ebene zum Antreiber?

Das Bundesverfassungsgericht hat in seiner spektakulären Klima-Entscheidung deutlich gemacht: Emissionsneutralität und 1,5-Grad-Grenze sind die verbindliche Vorgabe der Klimapolitik. Das Gericht hat betont: Deutschland muss international mehr beim Klimaschutz machen, weil das Klimaproblem nicht primär in Deutschland lösbar ist. Trotzdem machen die Parteien in ihren Bundestagswahlprogrammen fast nur nationale Klimapolitikvorschläge.

Die neuen EU-Vorschläge wollen noch mehr Emissionen europäisch regulieren und gehen auch ansonsten in die richtige Richtung, sie gehen aber nicht weit genug.

Die vielen schädlichen Subventionen für fossile Energien zu streichen, wie es oft gefordert wird, hätte eine viel geringere Wirkung – auch wenn es als Ergänzung sinnvoll wäre. Einfach ökologischeres Verhalten bei Privaten und Firmen zu subventionieren, ist auch eher eine Ergänzung, um einzelne Technologien und Industrien gezielt beim Wandel zu unterstützen.

Nimmt man in der EU die fossilen Brennstoffe durch einen verbesserten Emissionshandel vollständig aus dem Markt, werden bessere Technologien und Verhaltensänderungen angetrieben. Das aber ist für Ärmere oft ein größeres Problem, weil sie nicht so schnell auf ökologisch bessere, aber teurere Alternativen umsteigen können. Doch man kann gleichzeitig zum  Beispiel die Hartz-IV-Sätze erhöhen.

Die Kommission macht deshalb den richtigen Vorschlag: Ja zum EU-weiten Klimaschutz! Ein nationaler Klimaschutz würde aus Angst vor Wettbewerbsnachteilen unambitioniert ausfallen, oder könnte Unternehmen und damit auch Arbeitsplätze in Länder mit niedrigeren Standards vertreiben. Und ja zum Sozialausgleich. Man muss ärmere Menschen primär in ärmeren Ländern gezielt unterstützen, damit nicht in Rumänien plötzlich Menschen in kalten Wohnungen sitzen, weil der Umstieg auf emissionsloses Heizen dort nicht schnell genug gelingt. Deshalb ist die EU-Idee eines Sozialfonds richtig. Entwicklungsländer können das nur, wenn ihnen beim grünen Wandel finanziell massiv geholfen wird.

Trödelt die Klimapolitik weiter, werden Gerichte wohl einen besseren Klimaschutz erzwingen. In Deutschland vergessen viele, dass die Weltklimaratsberechnung zu optimistisch ist – eigentlich brauchen wir Nullemissionen deutlich vor 2035.

Trotz der langfristigen ökonomischen Vorteile fürchten viele eine bessere Klimapolitik, weil es teils kurzfristige Preissteigerungen geben kann. Vizepräsident der EU-Kommission Frans Timmermans sagt indes ganz treffend: Ohne wirksamen Klimaschutz werden unsere Kinder Kriege um Wasser und Nahrung führen.

Ein Gastbeitrag von Felix Ekardt  Quelle. ZEIT ONLINE 15. Juli 2021

FELIX EKARDT ist Leiter der Forschungsstelle Nachhaltigkeit und Klimapolitik in Leipzig und Berlin sowie Professor an der Uni Rostock.