Kreisgruppe Mettmann
Kreisgruppe Mettmann

BUNDnessel Radio vom 10.5.2021

Guten Abend, liebe Hörerinnen und Hörer, sie hören das Umweltmagazin BUNDnessel für die Hörerinnen und Hörer von Radio Neandertal. Produziert wird die BUNDnessel vom Bund für Umwelt und Naturschutz, BUND, Kreisgruppe Mettmann. Die BUNDnessel gibt es jeden ersten Sonntag im Monat um 19.00 Uhr und  jeden zweiten Montag um 20.00 Uhr. Im Studio sind heute  Dorotee Kreder, Volker Förster sowie  Jürgen Lindemann. Die Musik hat  DJ Teddy aus Erkrath zusammen­ge­stellt.      

In der heutigen BUNDnessel geht um versteinerte Vorgärten, um Schottergärten. Zunehmend angelegt, aber auch zunehmend kritisiert. Im Gespräch mit Herrn Bergfeld vom BUND Langenfeld werden  die Aspekte der Schottergärten allgemein und konkrete Aktivitäten in Langenfeld angesprochen. In den Kurznachrichten geht es um einen Leserbrief  auf eine Nachricht zur Radfahrsituation in Monheim in der letzten BUNDnessel, um 10 Ölfässer auf dem Ratinger Marktplatz und um die Klimawette.  Weitere Kurznachrichten handeln von der Agriphotovoltaik, von der Werkzeugausleihe, vom Fond für sauberes Wasser und von der Materialrevolution im Bauwesen. Im Verbrauchertipp geht es um vielseitige Hülsenfrüchte. Wir wünschen gute Unterhaltung.

Schottergärten

Hier zum Nachhören das Interview zum Thema Schottergärten.

 

Verfassungsgericht for future

Am Anfang der Sendung steht das wegweisende Urteil des Bundesverfassungs­gerichtes zum Klimaschutz und zur Generationengerechtigkeit. Regelungen zur CO2-Reduzierung sind nach dem Grundgesetz geboten. Der Schutz von Leben und Gesund­heit, aber auch von Eigentum, umfasse die Pflicht, vor klimabedingten Extremwetter­er­eignissen zu schützen. Diese Pflicht gelte auch gegenüber zukünftigen Generationen. Damit hat der Klimaschutz Verfassungsrang. Das vom Bund verabschiedete Klimaschutzgesetz  muss daher nachgebessert werden. Es beinhalte zwar das Ziel der Klimaneutralität im Jahre 2055. Und will so dazu beitragen, das Pariser Klimaziel von einer Reduzierung des Temperaturanstieges auf unter 2 Grad Celsius zu erreichen.  Das Gesetz enthalte aber keine Maßnahmen, wie über 2030 hinaus Treibhausgase gesenkt werden müssen, um bis 2055 die Klimaneutralität zu erreichen. Damit werde die Last der Emissionsminderung unumkehrbar auf Zeiträume nach 2030 verschoben. Es gebe beim Klimaschutz auch das Erfordernis der  Generationengerechtigkeit. Es könnten nicht bis 2030 begrenzte Anforderungen  für den Treibhausausstoß festgelegt werden,  die dazu führten, dass der CO2-Ausstoß danach so drastisch gesenkt werden müsse, dass damit jegliche grund­recht­lich geschützte Freiheit zukünftiger Generationen gefährdet sei.

Gute Bewertung für Monheim bei Fahrradtest zweifelhaft

In der  Sendung April hatten wir zum Fahrradtest des ADFC wiedergegeben, dass sich im Kreis Mettmann die Stadt Monheim erheblich verbessert hat. Dies sieht eine Bürgerin aus Monheim anders. Es sei nicht nachvollziehbar, warum die Stadt Monheim gegenüber der Note 3,8 im Jahre 2018 nunmehr mit 3,4 die beste Note im Kreis bekommen habe.  Die Situation heute beim Radverkehr habe sich gegenüber 2018 nicht verändert. In den Punkten Verkehrssicherheit, Hindernisse auf Radwegen und Akzeptanz als Verkehrsteilnehmer gebe es in Monheim nach wie vor viel Handlungsbedarf. Bemerkenswert sei dazu der Hinweis des ADFC, die Bewertungen der Teilnehmer seien in Monheim im Vergleich zu den meisten anderen Orten relativ uneinheitlich. In der Tat gebe es neben vielen schlechten Noten auch viele extrem positive Antworten. Bei einer Frage sei das besonders auffällig.  Mehr als die Hälfte der Befragten beantworten die Frage nach öffentlich zugänglichen Leihrädern mit Note 1 oder 2. Und dies, obwohl zum Zeitpunkt der Befragung im September bis  Novem­ber 2020 gar keine Leihräder vorhanden waren und auch heute noch immer nicht. Seit mehreren Jahren künde die Stadt die Einführung von Leihfahrrädern an, geschehen sei bisher nichts.  Bei nur 53  Teilnehmerinnen und Teilnehmer von 44.000 Einwohnerinnen  stelle sich die Frage, wollen einzelne Beteiligte eine Intention in die Umfrage bringen und das Fahrradklima besonders positiv  oder negativ darstellen? Das Fazit der Monheimer Bürgerin:  Die Aussagekraft des Fahrradklimatests für kleine Kommunen mit nur wenigen Teilnehmern ist gering und hat häufig eine politische Intention: Diese gibt den Verantwortlichen „Denkzettel“, die medienwirksam aufgegriffen werden. Durch intendiertes Abstimmen kann dieses Bild entstehen oder gar koordiniert werden.

Äcker doppelt nutzen

Agriphotovoltaik schlägt 2 Fliegen mit einer Klappe: Oben erzeugt Photovoltaik sauberen Strom, darunter gedeiht Gemüse. Deutlicher Vorteil dieser Idee: Die Effizienz der genutzten Fläche steigt erheblich an. So könnte durch bessere Nutzung der Preisdruck auf Ackerflächen entschärft werden. Dem Einsatz verschiedener Kulturpflanzen scheinen kaum Grenzen gesetzt zu sein. Ein Versuch hat ergeben, dass in einem durchschnittlichen Sommer die Erträge unter der Anlage sinken, aber noch bei über 80 Prozent im Vergleich zu den anderen Flächen liegen. In einem Hitzesommer wie 2018 sind die Erträge aber sogar höher. Der Schattenwurf der Solarpanelen kam den Pflanzen zugute. Unter den Modulen trocknete der Boden weniger aus. Und wird das Regenwasser vom Rand der Module in Regenrinnen aufgefangen, können damit vor allem in trockenen Regionen die Pflanzen bewässert werden. Den großen Durch­bruch dieser tollen Idee verhindern in Deutschland die gesetzlichen Rahmenbedingungen. Die Vorgaben in Deutschland kennen keine gemeinsame Flächennutzung. Daher entfallen hier Agrarsubventionen. Auch eine Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz gibt es hier nicht.

Die Klimawette

„Wir wetten, dass wir bis zur nächsten Weltklimakonferenz im November in Glasgow mindestens eine Million Menschen gewinnen, die globale Verantwortung für besseren Klimaschutz nicht nur fordern, sondern glaubhaft und solidarisch mit dem eigenen Tun verbinden.“                                                                                                                                     So die Klimawette. Jede und jeder, der an der Klimawette teilnehmen will, ist ab 25 Euro dabei. Das reicht aus, um eine Tonne CO2 einzusparen. Umgesetzt wird dies in einem von den Teilnehmern ausgewählten Projekt wie Solarpanels in Kenia, Aufforstung in Uganda, Biogasanlagen in Nepal. Man kann auch CO2-Zertifikate aus dem Emissionsklimahandel kaufen und dann stilllegen. Und es gibt im Rahmen der Wette zahlreiche Anregungen, wie man selbst Energie einsparen kann. Damit Klimaschutz nicht so bierernst rüberkommt, der spezielle Extraanreiz: Je mehr Verbündete jemand gewinnt, desto mehr Punkte werden einem gutgeschrieben. Man kann so vom Klimahelden über den Superhelden zum Klimaking aufsteigen. Wie Sie mitmachen wollen,  können Sie unter www.klimawette.de sehen.

Lastenfahrräder boomen

Rund 150 Lastenräder kann man in Berlin sich über eine Plattform des Allgemeinen Deutschen Fahrrradclubs ausleihen. Auch in zahlreichen anderen Städten gibt es zunehmend Angebote. Getragen überwiegend noch von vielen lokalen Leih-Initiativen. Auf den Internet-Seiten gibt es dazu ein kostenloses Ausleihprogramm.  Rund um das Thema ist eine Gemeinschaft entstanden, die die Lastenfahrräder populär und bekannt gemacht hat. Als Alternative zum eigenen Auto in den kurz vorm Verkehrskollaps stehenden Städten. Immer mehr entdecken auch Kommunen die Lastenfahrräder als günstig für die Stadt, um schnell und ohne Staus Waren zu transportieren. Ermuntert werden sie dabei von den zuständigen Ministerien. Aus Sicht von Experten stößt angesichts der rasant steigenden Nachfrage das bisherige System der freien Lastenfahrräder an die Grenzen. Kommerzielle Anbieter und neue Netzwerke drängen auf den Markt, mit festen Stationen und minutengenauer Ausleihe per App zu jeder Tageszeit. Diesen Schritt halten Expertinnen und Experten für notwendig, wenn das Lastenfahrrad zur nachhaltigen Verkehrswende beitragen soll. Es bleibt abzuwarten, ob die verschiedenen Systeme nebeneinander bestehen können.

Aktion der Verbraucherzentrale NRW: „Besser heizen“

Der jährliche Ölverbrauch eines Durchschnittsbürgers in Deutschland beträgt 10 Ölfässer. Um diese Menge zu demonstrieren, haben Frau Berger, Energieberaterin der Verbraucherzentrale, und Frau Plank, Ratinger Klimaschutzmanagerin, 10 Ölfässer auf den Ratinger Marktplatz gerollt. Diese Aktion ist Teil der Initiative „Besser Heizen“ der Verbraucherzentrale. Die Aktion soll zum nachhaltigeren Heizen anregen. Denn noch nutzen über 80 Prozent der Haus­hal­te Öl und Gas für die behagliche Wärme zu Hause. Dass dies aus Klimaschutzgründen heikel ist, dürfte inzwischen den meisten klar sein. Doch was ist die nachhaltige Energie der Zukunft? Auch Holz ist nicht in jedem Fall unkritisch. Bei Neubauten wird heute in erster Linie auf Wärmepumpen gesetzt. Bestandsbauten mit dieser Technologie auszustatten, ist den meisten Hauseigentümern aber zu teuer. Gut ist hier die Versorgung mit einer eigenen Photo­voltaikanlage. Ansonsten empfiehlt Frau Berger eine Hybridanlage. Hier werden Techniken miteinander kombiniert, z.B. Wärmepumpe und Solaranlage. Hierzu  gibt es eine gute Förder­möglichkeit. Nähe Informationen erhalten Sie bei Frau Berger unter der Telefonnummer Ratingen  02102 1017890 oder auf der website der Verbraucherzentrale.

Fonds für sauberes Wasser

Die Wasserwirtschaft fordert von der nächsten Bundesregierung strengere Vorgaben für Landwirtschaft, Industrie und Städtebau, um die Trinkwassergewinnung langfristig zu sichern. So wie bisher könne es nicht weitergehen.  Es müsse festgeschrieben werden, dass die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung Vorrang vor Landwirtschaft und Industrie habe. Unternehmen, die Mikroplastik und andere fürs Grundwasser schädliche Stoffe in Umlauf bringen, müssten dafür eine neue Abgabe zahlen. Die Einnahmen aus der Abgabe sollten in einen Fonds fließen, aus dem Projekte zur Reinigung von Abwässern gefördert werden. Die novellierte Düngeverordnung müsse weiter verschärft werden, um eine zu starke Nitratbelastung des Trinkwassers durch die Landwirtschaft zu verhindern. Bei weiterem Städtebau müsse in jedem Fall sichergestellt werden, dass Wasser an Ort und Stelle versickern kann. Dach- und Fassadenbegrünungen im Bestand seien wichtig. Regenwasser müsste in den Wohnquartieren gesammelt und dort eingesetzt werden.

Materialrevolution im Bauwesen

Das „Hoho Wien“ hat 24 Stockwerke. Die Besonderheit: 75 Prozent des Gebäudes besteht aus Holzteilen. Damit ist das Hochhaus ein Musterfall für eine neue Initiative,  die eine Material­revo­lution im Bauwesen auslösen will. Die Initiative „Bauhaus der Erde“ wurde unter anderem vom Klimaforscher Schellnhuber und dem Präsidenten des Umweltbundesamtes, Herrn Messner, gegründet. Der Kernpunkt: Im Städtebau soll Stahl und Beton durch Holz ersetzt werden. Das neue Bauhaus soll Keim einer globalen Bewegung werden, mit der die bebaute Umwelt nachhaltig verändert wird. Der Hintergrund: Durch Errichten, Betreiben und Abriss von Gebäuden und Infrastrukturen erzeugt der Bausektor circa 40 Prozent der globalen Treibhausgas-Emissionen. Die Herstellung der Hauptbaustoffe Stahl, Beton und Bausteine ist extrem CO2-intensiv. Die Verwendung von Holz hätte auch den Vorteil, dass darin CO2 über Jahrzehnte, wenn nicht gar Jahrhunderte gespeichert würde. Die Frage, ob es überhaupt genug Holz für eine derartige Neuerung gibt, beantwortet die Initiative mit Ja. In Europa werde derzeit Holz-Überschuss produziert. Allerdings müssten die Wälder konsequent vor einer nicht nachhaltigen Holznutzung geschützt werden.  Es dürfe nur international einheitlich zertifiziertes Holz verwendet werden.  Einen großen Erfolg hat die Initiative bereits zu verzeichnen: Die Europäische  Kommission hat die Initiative bereits als Beitrag zur notwendigen gesellschaftlichen Diskussion über die Zukunft des Bauens aufgegriffen

Großer Schritt nach vorne für die Westbahn

Die Westbahn beinhaltet die Bahnstrecke zwischen Duisburg und Düsseldorf über Ratingen. Eine der meist befahrenen Güterverkehrsstrecken Deutschlands, aber schon lange ohne Personenverkehr. Jahrelang bemühte sich die Stadt Ratingen vergebens um eine Strecke für die Personenbeförderung. Die Planung nahm erst Fahrt auf, als die Städte Düsseldorf und Duisburg einstiegen. Sie waren daran interessiert, dass damit ein geplantes großes neues Wohngebiet im  Duisburger Süden für die Schiene erschlossen würde. Und für die Unter­nehmerschaft in Ratingen ist das Projekt  von Bedeutung, weil darüber ihre Mitarbeiterinen und Mitarbeiter besser zum Arbeitsplatz kommen als über die Straße im Stauraum Düsseldorf. Dieses Bündnis trieb  das Projekt voran. Eine  Machbarkeitsstudie attestierte der Westbahn,  dass sie eindeutig wirtschaftlich sei. Nun gibt es massiv Geld von der Landesregierung. 22,5 Millionen Euro will diese für ihre ÖPNV – Initiative bereitstellen, um Schienenprojekte zu fördern. Damit werden in NRW 25 Projekte gefördert. Die Westbahn bekommt den Löwen­anteil. Rund ein Drittel der Gesamtsumme geht an dieses Projekt. Damit  kann das aufgrund der Notwendigkeit, ein drittes Gleis zu bauen,  nicht billige Projekt beschleunigt werden. Im Jahr 2030 sollen die ersten Personenzüge rollen.

Werkzeuge auf Leihbasis

Zunehmend entstehen  Plattformen für private Leihgeschäfte von Werkzeugen. Die Sharing-Kultur wächst in Deutschland auch bei Werkzeugen. Ein Beispiel ist das Start Up Toolbot von Jan Gerlach in Berlin.  Drei Teststationen  hat er in Berlin in Kiosks, die bis weit in die Nacht offen haben, aufgebaut. Es handelt sich um automatisierte Leihstationen. Man kann auf Stundenbasis Profiwerkzeuge ausleihen, die man nach dem Einsatz wieder zurück­bringt. Eine Kaution muss bei der Ausleihe nicht gezahlt werden. Die Versicherung ist in den Leihpreis eingerechnet.  Die Rechnung  von Toolbot lautet:  Teilen sich 100 Personen ein Profi-Gerät, werden 99 Prozent der CO2-Emissionen aus der Produktion eingespart. Ein weiterer Vorteil: Es handelt sich um hochwertige Geräte, die nicht schon wie Billigwerkzeuge nach kurzer Gebrauchszeit kaputt gehen. Die Werkzeuge werden bei Toolbot von Fachleuten gewartet und repariert. Jan Gerlach möchte die Ausleihstation zukünftig im halböffentlichen Raum, etwa in Berliner U-Bahn-Stationen aufbauen.  Er hofft, mit Baumarktketten zu kooperieren. Und die Stationen als deren Kontaktpunkte in der Innenstadt zu vermarkten.

Moore sind bedeutende Klimaretter

Als natürliche Kohlenstoffsenken speichern die Moore der Welt etwa doppelt so viel CO2 wie alle Wälder zusammen. Intakte Moore können wie Wälder sogar weiteres CO2 aus der Luft ziehen. Um so fataler ist es, dass in Deutschland 95 Prozent der ursprünglichen Moore heute als tot gelten. Entwässerte Moore sind aber für den Klimaschutz schädlich. Kommt dabei der Torf an die Luft, oxidiert er. Das Material wird umgesetzt in CO2. Es führt kein Weg daran vorbei, wieder geeignete Moorflächen zu bewässern. Das sind insbesondere die 7 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen, die auf Moorboden liegt. Dies bietet sich auch deswe­gen an, weil sie derzeit für 37 Prozent aller Treibhausgasemissionen aus der Land­wirtschaft verantwortlich. Eine Herausforderung bei der Wiedervernässung sind die Agrarstrukturen und die Flächenpreise. Die Flächenpreise sind in letzter Zeit ständig gestiegen, was einen Kauf zur Wiedervernässung erschwert. Die kleinteiligen Flächen und kurzfristigen Förderperioden machen einen langfristigen Moorschutz für Landwirte unattraktiv. Und wenn ehemalige Moorflächen wiedervernässt werden, bedeutet dies auch einen größeren Pflegeaufwand. Vielleicht hilft ja die Idee weiter, die Wiedervernässung mit dem Anbau von  nachwachsenen Rohstoffen zu verbinden. So können Torfmoose herkömmlichen Torf ersetzen.

Zum Schluss der Verbrauchertipp zu den vielseitigen Hülsenfrüchten

Mit Hülsenfrüchten lässt sich über den klassischen Bohneneintopf hinaus so manches anstellen. Je größer dabei die Hülsenfrucht, um so wichtiger ist das Einweichen vor dem Kochen. Dazu werden die Früchte mit mindestens dem doppelten Volumen an Wasser über Nacht stehen gelassen. Im Sommer am besten im Kühlschrank. Das Einweichwasser danach wegschütten. Es enthält blähende Inhaltsstoffe. Überhaupt, um dem Bläheffekt entgegen zu wirken, eignet sich die Hinzufügung von Gewürzen wie Anis, Kümmel, Fenchel, Majoran und Ingwer. Optimal wirken die Gewürze, wenn sie zu Beginn des Kochens hinzugefügt werden. Salz kommt hingegen so spät wie möglich dazu. Genauso wie Essig und Zitronensaft härtet es die Schale  der Hülsenfrüchte anstatt sie aufzuweichen. Zum Schluss: Auf keinen Fall getrocknete Hülsenfrüchte roh essen. Bestimmte Inhaltsstoffe können dann Vergiftungen hervorrufen. Wir wünschen guten Appetit.