Kreisgruppe Mettmann
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BUNDnessel Radio vom 9.8.2021

In der heutigen Sendung äußern sich die Bundestagskandidatinnen des Bundestagswahlkreises Mettmann Nord zu den Anforderungen an den Klimaschutz, an den Umweltschutz und an den Naturschutz 

Zu hören sind   MdB Kerstin Griese, SPD,  Frau Jessica Denne Weiß, FDP, Frau Jessica Malisch, AFD, Dr. Ophelia Nick, Bündnis 90/Die Grünen und Birgit Onori, Linke

Guten Abend, liebe Hörerinnen und Hörer, sie hören das Umweltmagazin BUNDnessel für die Hörerinnen und Hörer von Radio Neandertal. Produziert wird die BUNDnessel vom Bund für Umwelt und Naturschutz, BUND, Kreisgruppe Mettmann. Die BUNDnessel gibt es jeden ersten Sonntag im Monat um 19.00 Uhr und  jeden zweiten Montag um 20.00 Uhr. Im Studio sind heute Volker Förster sowie  Jürgen Lindemann. Die Musik hat  DJ Teddy aus Erkrath zusammen­ge­stellt.      

In der heutigen Sendung äußern sich die Bundestagskandidatinnen des Bundestagswahlkreises Mettmann Nord zu den Anforderungen an den Klimaschutz, an den Umweltschutz und an den Naturschutz  in der kommenden Legislaturperiode des Bundestags. Zu hören sind   MdB Kerstin Griese, SPD,  Frau Jessica Denne Weiß, FDP, Frau Jessica Malisch, AFD, Dr. Ophelia Nick, Bündnis 90/Die Grünen und Birgit Onori, Linke. Wir hätten Ihnen gern auch die Meinung von MdB Peter Beyer, CDU, vorgestellt. Er hat jedoch die Führung des Interviews zu dieser Sendung abgesagt. Damit stehen wir nicht allein. Auch anderen Nichtregierungsorganisationen gegenüber hat Herr Beyer es abgelehnt, sich zu Fragen der Bundestagswahl zu äußern. Ferner hören Sie Kurznachrichten zum Eintreten gegen die Lichtverschmutzung, zum Ökobonus als Unterstützung für ärmere Haushalte und zu den Vorschlägen der Zukunftskommission Landwirtschaft. Der Verbrauchertipp zeigt Wege auf, wie jede und jeder durch eigenes Verhalten CO2 einsparen kann. Wir wünschen gute Unterhaltung.

Der Anfang ist gemacht

Vor einem Jahr wurde die Zukunftskommission Landwirtschaft gebildet. Mitglieder sind 30 große Verbände, die bisher oft über Kreuz waren, wie der Deutsche Bauernverband und die Umwelt- und Naturschützer. Sie haben sich überraschenderweise auf einen gut 170 Seiten langen Abschlussbericht mit zahlreichen Vorschlägen  geeinigt. Das Ergebnis lässt sich allgemein in 5 Schritten zusammenfassen.

  1. Die Bauernvertretung erkennt an, dass die derzeitigen Produktionsweisen den Planeten überfordern. Die Kosten durch die Landwirtschaft werden im Bericht auf 90 Milliarden Euro pro Jahr taxiert. Diese Kosten trage die Allgemeinheit, im Preis von Lebensmitteln spiegeln sie sich nicht wieder.
  2. Der Umweltschutz erkennt an, dass die Lage der Bäuerinnen und Bauern schwierig ist.  Wer will, dass Bauern umweltverträg­licher wirtschaften, müsse sie dafür besser bezahlen. Statt neuer Vorschriften müsse es mehr Anreiz für mehr Klima- und Umweltschutz geben.
  3. Jedes Jahr müssten, so der Schluss der Kommission, bis zu 11 Milliarden Euro aufgebracht werden, damit Landwirtinnen und Landwirte in tiergerechte Ställe und ökologische Landwirtschaft investieren, Blühwiesen anlegen und Moore renaturiert werden können.
  4. Eine Finanzierungslücke soll über eine Tierwohlabgabe geschlossen werden. Dabei werden die Preisvorstellungen der Nutztierkommission aufgegriffen, 40 Cent pro Kilogramm Fleisch und Wurst, 2 Cent pro Liter Milch, 15 Cent pro Kilo Butter und Käse. Außerdem solle es eine Abgabe auf Zucker, Salz und Fett geben. Im Gegenzug sollte die Mehrwertsteuer auf Obst und Gemüse gesenkt werden. Hartz IV – Empfänger sollten zum Ausgleich mehr Geld für Lebensmittel bekommen.
  5. Die Kommissionsmitglieder stimmten darin überein, dass am Ende die Landwirtschaft anders als jetzt aussehe, wahrscheinlich mit weniger Nutztierbeständen. 

 

Ökobonus als Unterstützung für ärmere Haushalt

Dies schlagen der Paritätische Gesamtverband und der BUND vor. Beide Verbände gehen davon aus, dass die klimapolitischen Notwendigkeiten mit erheblichen Belastungen einher- gehen. Der ökologische Wandel könne nur als sozioökonomischer Wandel funktionieren. Nur wenn Menschen soziale Sicherung verspürten und den Eindruck haben, dass es bei der Las­ten­verteilung gerecht und sozial zugehe, würden sie bereit sein, Maßnahmen zur Bekäm­pfung des Klimawandels mit zu tragen. Deswegen sollten jährlich die Einnahmen aus der CO2-Beprei­sung in Form einer einheitlichen Pro-Kopf-Pauschale an die Bürgerinnen und Bürger zurückgezahlt werden. Die Auszahlung dieses Ökobonus soll jährlich durch den Renten­ser­vice der deutschen Post erfolgen. Einkommensschwache Haushalte bekommen nach diesem System mehr Geld zurück aus als wie sie durch Klimaschutzmaßnahmen belastet werden.

Wider die Luftverschmutzung

Seit jeher fasziniert der Nachthimmel die Menschen. Doch oft ist es nur noch ein trüber Blick nach oben. Grund ist die Lichtverschmutzung durch zunehmende Beleuchtung von Straßen und Häusern. Das Projekt Sternenpark Pfälzerwald möchte die Bevölkerung über das Thema Lichtverschmutzung aufklären und für Vorteile einer natürlichen Dunkelheit für Mensch und Tier sensibilisieren. Für 5 Jahre wird ein Zertifikat vergeben an Gemeinden, die die Lichtverschmutzung reduzieren. In diesem Jahr wurde die Gemeinde Rumbach ausgezeichnet. Sie hat das nächtliche Licht um die Hälfte reduziert und auf eine nach unten gerichtete Beleuchtung geachtet. Rumbach hat so die bisherigen Stromkosten auf ein Drittel reduziert. Und die Stadt lockt Astronomiebegeisterte und damit Urlaubstouristen an.

Verbrauchertipp: Wie wir alle am CO2 – Ausstoß sparen können.

Mehr als 11 Tonnen CO2 verursacht jeder Deutsche und jede Deutsche pro Jahr. Forscher des Instituts der deutschen Wirtschaft schlagen 4 Maßnahmen zur CO2-Reduzierung.vor:

  1. Weniger Lebensmittelverschwendung. Rund 75 Kilogramm Lebensmittel werden in Deutschland pro Jahr und Person weggeschmissen. Würde jeder und jede bei sich zur Hause nur noch die Hälfte der Lebensmittel wegschmeißen, könnten 74 Kilogramm CO2 pro Jahr eingespart werden.
  2. Der durchschnittliche Fleischkonsum in Deutschland liegt bei 57 Kilogramm pro Person. Wer seinen Fleischkonsum nur um 20 Prozent reduziert, könnte rund 120 Kilogramm CO2 pro Jahr einsparen. Wobei insbesondere die Einsparung beim Rindfleisch nützt, da die Herstellung besonders energieintensiv ist.
  3. 56 neue Kleidungsstücke kauft jeder Mensch in Deutschland durchschnittlich pro Jahr. Würde jeder und jede 20 Prozent weniger Kleidung kaufen, würde das 140 Kilogramm weniger CO2 pro Person und Jahr bedeuten.
  4. Würden Reisende die Strecke von Hamburg nach München und zurück mit der Bahn statt mit dem Flugzeug zurücklegen, könnten sie mehr als 270 Kilogramm CO2 einsparen. Inlandsflüge kann man gut ersetzen.