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UmweltRadio BUNDnessel - Die nächste Sendung erklingt am Montag,08. August - Thema ist die Landwirtschaft zwischen CO2-Ausstoß und den negativen Folgen des Klimawandels

| OG Erkrath, OG Haan, OG Heiligenhaus, OG Hilden, OG Langenfeld, OG Mettmann, OG Monheim, OG Ratingen, OG Velbert, OG Wülfrath

Die nächste Sendung erklingt am Montag,08. August - Thema ist die Landwirtschaft zwischen CO2-Ausstoß und den negativen Folgen des Klimawandels.Die Landwirtschaft  leistet einerseits einen Beitrag zum CO2-Ausstoß und bekommt andererseits negative Folgen des Klimawandels zu spüren. Darüber hat Anfang Juni Herr Dr. Gömann von der Landwirtschaftskammer NRW beim Klimabeirat der Stadt Ratingen einen Vortrag gehalten. Hier hören Sie das Interview zu diesem Thema.

 

Ferner gab es Kurznachrichten zum Radverkehr im Kreis Mettmann, zum unzureichenden Hitzeschutz in Deutschland und zum Ausbau der Wind­energie. Weitere Kurznachrichten handeln von der Nutzung von Stroh für Sprit und für den Po, zu Maßnahmen gegen das Tierleid auf Transporten und zu düsteren Zukunftsaussichten für Kinder. Der Verbrauchertipp gibt Hinweise, wie das Stinken der Biotonnen im Sommer vermieden werden kann.

Radverkehrskonzept: Bessere Radwege im Kreis

2 Jahre lang hat die Ingenieurgesellschaft Stolz das Radwegenetz für den Alltag im Kreis intensiv beleuchtet. Unterstützt von Vertretern der Städte, des Allgemeinen Deutschen Fahrclubs, des Verkehrsclubs Deutschland und von mehr als 1000 Bürgerinnen und Bürger.

Das Ergebnis, das Radverkehrskonzept für den Kreis Mettmann, wurde kurz vor den Som­mer­ferien einstimmig vom Kreistag verabschiedet. Damit soll die Grundlage für ein durch­gehendes, komfortables und sicheres Radwegenetz im Kreisgebiet geschaffen werden. Es soll erreicht werden, dass im Jahre 2035 mindestens 25 Prozent aller im Kreis begonnenen oder endenden Wegstrecken mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Jetzt beginnt die schwierige Aufgabe, dass die etwa 800 Maßnahmen des Konzeptes von den zuständigen Stellen auch tatsächlich realisiert werden. Dies bedeutet noch viel Arbeit. Dabei muss auch noch geprüft werden, ob Belange Dritter beeinträchtigt werden und wie es um die Grundstücksverfügbar­keit bestellt ist. Der Kreis will hier mit gutem Beispiel vorangehen und für die Radwege an Kreisstraßen ein konkretes Umsetzungskonzept erarbeiten. Die geschätzten Baukosten von 250 Millionen Euro übernimmt zu 96 Prozent das Land.

Hitzeschutz in Deutschland unzureichend

In Jahren mit Hitzewellen gibt es in Deutschland jedes Jahr geschätzt 6.000 zusätzliche Hitzetote. Dies müsste Anreiz genug sein, durch Hitzeaktionspläne Leben empfindlicher Gruppen besonders zu schützen. Dies sind ältere und sozial isoliert lebende Menschen, Pflege­bedürftige, Menschen mit chronischen oder psychischen Erkrankungen, Schwangere und Kleinkinder. Doch hier ist Deutschland im Vergleich zu anderen Staaten wie Frankreich und Österreich schlecht aufgestellt. Der Bund erklärt sich für vollkommen unzuständig. Vor einem Jahr hatte noch kein Bundesland einen Landes-Hitzeaktionsplan. Am weitesten war Hessen. Seit einigen Jahren haben zwar Kommunen oft im Rahmen von Klimaanpassungs­maßnahmen Planungen für den Hitzeschutz verabschiedet. Doch fehlen allzu oft in den Kommunen personelle und finan­zielle Möglichkeiten, die Maßnahmen kommunaler Hitze­aktionspläne auch in die Praxis um­zu­setzen. Die derzeitigen Fördertöpfe sind vollständig ausgereizt. Viele Kommunen begnügen sich so mit allgemeinen Hitzetipps. Ein positives Gegenbeispiel ist der Hitzeplan der Stadt Wien mit 30 verschiedenen Maßnahmen. Ein Punkt sind die sogenannten „cooling zones.“ Für Menschen, deren Wohnungen überhitzt sind, werden für einige Stunden kühle Räume angeboten. Spezielle kühle öffentliche Räume für empfindliche Gruppen werden in Deutschland nicht bereitgestellt. Dabei gäbe es hier auch geeignete Räume, wie beispielsweise Kirchen.

Zwei Prozent der Fläche für die Windenergie

Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, dass 2030 satte 80 Prozent der Stromversorgung aus erneuerbaren Energien kommen sollen. Um das Ziel zu erreichen, sollen nach dem Gesetzent­wurf der Bundesregierung für ein „Wind-an-Land-Gesetz“ die Flächenstaaten je nach Windhöfigkeit bis zum Jahre 2026 1,4 Prozent und bis zum Jahre 2032 2 Prozent der Landesfläche für die Aufstellung von Windenergieanlagen ausweisen. Gelingt dies nicht, treten politisch begründete Abstandsregelungen einzelner Bundesländer außer Kraft. Es blei­ben dann nur noch die gesetzlich nach der TA Lärm notwendigen Abstände. Auch sollen bis zum Erreichen der 2 Prozent-Marke Ausweisungen für Windenergieanlagen im Flächen­nutzungsplan nicht mehr die Errichtung von Einzelanlagen außerhalb dieser Planräume aus­schließen. Windräder können auch in Landschaftsschutzgebieten aufgestellt werden. Die Artenschutzprüfung soll durch einheitliche Standards mit einer Liste von kollisions­ge­fähr­de­ten Brutvogelarten vereinfacht werden. Es soll dabei nicht mehr auf den Tod einzelner Tiere abgestellt werden, sondern auf die Beeinträchtigung der Gesamtheit einer gefährdeten Art.

Tiere leiden auf Transporten

Hohe Temperaturen, nur spärliche Trinkmöglichkeiten. Keine Klimaanlage, viel zu lange Fahrten, Enge und Durst können für Tiere mitunter lebensgefährlich sein. Zu niedrige Decken führen zu einer schlechten Luftzirkulation. Bei Transporten über 8 Stunden soll die Tempe­ratur an Bord mit Hilfe von Ventilatoren 30 Grad nicht überschreiten. Nur für kürzere Trans­porte gibt es keine Beschränkungen. Die Trinkvorrichtungen sind regelmäßig leer, defekt oder ausgeschaltet. Oft sie sind verschmutzt oder für die betrof­fene Tierart ungeeignet. Fünf EU-Agrarministerinnen und – minister wollen dieser Qual ein Ende setzen. Neu geplant ist zum Beispiel die Festlegung von Temperaturbereichen, die speziell auf die einzelnen Tierarten zugeschnitten sind. Sie müssen innerhalb des Transport­mittels eingehalten werden. Auch eine ausreichende Höhe der Fahrzeugdecken soll gesichert werden. Die Transportzeit soll generell begrenzt werden. Exporte in Drittländer ohne Einhal­tung vergleichbarer Standards sollen beschränkt werden. Mal sehen, was die EU-Kommis­sion in ihre für 2023 zugesagte Überarbeitung der Tierschutzvorschriften aufnehmen wird.

Stroh zu Sprit und für den Po

Stroh fällt jedes Jahr in großen Mengen an, 20 Millionen Tonnen. Nach der Ernte verrottet ein großer Teil davon auf dem Feld.

Die Technische Universität Darmstadt hat ein neues Verfahren entwickelt, um daraus Sprit herzustellen. Der Umwandlungsprozess funktioniert dabei klimafreundlich ohne zusätzliche Energie. Die Reststoffe werden im Reaktor erhitzt. Der dafür erforderliche Sauerstoff wird durch die Oxidation eines reichlich verfügbaren und ungiftigen Metalloxides hergestellt. Bei dieser Methode kann auch das bei der Vergasung gebildete Treibhausgas CO2 abgetrennt und etwa in der chemischen Industrie genutzt werden. Der Sprit soll später in LKW´s statt Diesel und in Flugzeugen statt Kerosin eingesetzt werden.

Die Firma Essity will ein in den USA entwickeltes Verfahren nutzen, um mit Stroh Toilet­ten­papier herzustellen. 70.000 Tonnen sollen pro Jahr zu Zellstoff verkleinert werden. Zunächst beträgt der Strohanteil im Toilettenpapier nur 10 Prozent. Der Anteil soll Schritt für Schritt erweitert werden, bis zu 50 Prozent. Das Toilettenpapier ist dem holzbasierten Zell­stoff qualitätsmäßg ebenbürtig. Der Strohstellstoff hat einen um 20 Prozent geringeren ökologischen Fußabdruck als Zellstoff aus Holz.

Stadt Ratingen bittet Bürgerinnen und Bürger um Gießhilfe bei Stadtbäumen

Vier Bewässerungskolonnen gießen bei Hitze die städtischen Bäume und Grünanlagen. Junge und frisch gepflanzte Bäume leiden unter der Hitze besonders. Ihr noch flaches Wurzelwerk kann kein Wasser aus tieferen Erdschichten ziehen. Aber auch diese Schichten sind inzwi­schen weitgehend ausgetrocknet. Daher brauchen auch die Altbäume Wasser. Die Stadt ist für jede Unter­stützung dankbar und hat dafür auch Tipps bereit.

Nicht jeden Tag mit wenig Wasser tränken. Lieber einmal pro Woche mit acht bis zehn Eimern gießen. Es ist sinnvoll, den Baum erst anzugießen und zu warten, bis die erste Feuch­tigkeit eingezogen ist. Sonst ist die Gefahr groß, dass durch die wasserabweisende Boden­schicht, die sich in der Hitze gebildet hat, das Wasser in den nächsten Straßenablauf abläuft. Alternativ können die Gießränder um Jungbäume genutzt werden. Leere Wassersäcke können gern wieder gefüllt werden. Der beste Gießzeitpunkt ist frühmorgens oder abends.

Unsichere Zukunft für Kinder

Die Corona-Pandemie ist zum großen Teil auch auf Kosten der jungen Generation bewältigt worden. Nach einem UNICEF-Bericht droht dies auch bei der Bewältigung des Klima­wan­dels. Damit sich Kinder körperlich und mental gut entwickeln können, brauchen sie eine sichere und gesunde Umgebung und eine intakte Umwelt. Inwieweit dies der Fall ist, hat UNICEF für 39 Länder untersucht. Für das Ranking wurden neun Indikatoren benutzt. Angeführt wird die Rang­liste von Spanien, gefolgt von Irland und Portugal. Diese Länder bieten eine gute Umgebung für Kinder und tragen im Vergleich weniger zu globalen Umweltproblemen bei. Deutschland liegt auf Platz 9. Es wird besonders schlecht beim Lärm bewertet. Überhaupt schneiden auch etliche vermögende Länder nicht gut ab. Kinder sind dort in starkem Maße Luftbelastungen, Schwermetallen und Lärm ausgesetzt. Auch hier werden Kinder durch steigende Temperaturen, Extremwetterereignisse und zunehmende Schädigung der Tier- und Pflanzenwelt beeinträchtigt. Und ihr Lebensstil beeinträchtigt Kinder in anderen Teilen der Welt. Vor allem der Elektroschrott führt dazu, dass mehr als ein Drittel der Kinder weltweit einer hohen Bleibelastung ausgesetzt sind. In den reichen Ländern blickt, so UNICEF, die Hälfte aller Kinder und Jugend­­lichen so sorgenvoll auf ihre Umwelt, dass es ihren Alltag und ihre Lebenszu­frie­denheit beeinträchtigt.

Zwang zum Gassparen

Die EU-Kommission hat einen Gasnotfallplan vorgelegt. In einer ersten Phase vom 1. August bis zum 31.März 2023 soll jeder Mitgliedstaat seinen Gasverbrauch um 15 Prozent reduzie­ren. Dies komme einer Gasmenge von 45 Milliarden Kubikmeter gleich. So viel sei nötig, um durch einen harten Winter zu kommen. Diese Verpflichtung gelte aus Solidarität mit Ländern wie Deutschland mit viel Gas aus Russland für alle Mitgliedsstaaten, auch für die, die kein Gas aus Russland beziehe. In einer detail­lierten Empfehlung wird beispielsweise vorge­schlagen, in öffentlichen Gebäuden, Büros und Geschäftszentren im Winter nur auf 19 Grad zu heizen und die Kühlung im Sommer auf 25 Grad zu beschränken. Sicher vor jeder Gaseinschränkung sollen Privathaushalte, sensible Einrichtungen und Unternehmen sein, bei denen das Herunterfahren größere negative Folgen hätte. Wenn auch Privathaushalte freiwillig Gas einsparen würden, sei dies ein zu begrüßen­der freiwilliger Beitrag. Stellt die Kommission fest, dass das Einsparziel nicht erreicht wird, soll in einem zweiten Schritt das Land gezwungen werden können, mehr einzusparen. Wenn Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, diese BUNDnessel hören, wird die Entscheidung gefallen sein, ob die Mitgliedstaaten diese Absicht der EU-Kommission mittragen.

Im Verbrauchertipp geht es um die riechende Biotonne und was man dagegen tun kann.

Eine Kombination aus hohen Temperaturen, hoher Feuchtigkeit und geringer Luftzufuhr im Sommer kann zu einem intensiven Geruch in der Nähe einer Biotonne führen. –

  • Um dem entgegen zu wirken, sollten feuchte Bioabfälle in ein wenig Zeitungspapier eingewickelt werden. Bitte keine Kunststoff produkte dabei verwenden.

  • Je trockener die Bioabfälle, desto besser. Deswegen eine Schicht aus zerknüllten nicht bunt bedruckten Zeitungspapier oder Eierkartons unter auf den Tonnenboden legen. Dies bindet Flüssigkeiten.

  • Frisch geschnittenen Rasen bitte 2 Tage vorher draußen trocknen.

  • Häckselschnitt und anderes groberes Strukturmaterial sorgen für eine gute Belüftung.

  • Die Biotonne bitte an einen kühlen schattigen Platz stellen.

  • Den Deckel bitte immer geschlossen halten.

  • Den Tonnenrand ab und zu mit Essig abwischen.

  • Und die Biotonne hin und wieder nach der Leerung mit Wasser reinigen und gut trocknen lassen.

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Hören sie rein und machen sich schlauer als die Politik erlaubt!

 

Umweltmagazin BUNDnessel im
Bürgerfunk Radio Neandertal [UKW 97,6].

Produziert wird die BUNDnessel vom Bund für Umwelt und Naturschutz, BUND, Kreisgruppe Mettmann. Die BUNDnessel gibt es jeden ersten Sonntag im Monat um 19.04 Uhr und grundsätzlich jeden zweiten Montag um 20.04 Uhr. Im Studio waren Dorotee Kreder, Volker Förster sowie Jürgen Lindemann. Die Musik hat DJ Teddy aus Erkrath zusammen­ge­stellt.

In der nächsten BUNDnessel am Montag, 12. September um 20.04 Uhr geht es um die geplante Sanierung der L 239 Schwarzbachtal ohne Radweg.

 

 

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Termindetails

Startdatum:

08. August 2022

Enddatum:

29. August 2022

Uhrzeit:

20:04 Uhr

Ort:

Bürgerfunk Radio Neandertal [UKW 97,6] am 2.Montag im Monat

Bundesland:

Nordrhein-Westfalen