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Kreisgruppe Mettmann

BUNDnessel Radio vom 14.01.2019

In dieser und in der nächsten Sendung wollen  wir uns mit öffentlichen Gärtnern, urban gardening, beschäftigen. Urbaner Gartenbau  ist die meist kleinräumige, gärtnerische Nutzung städtischer Flächen innerhalb von Siedlungsgebieten. Neben sozialen Aspekten des gemeinschaftlichen Handelns stehen die umweltschonende Produktion und ein bewusster Konsum der landwirtschaftlichen Erzeugnisse  im Vordergrund. Heute stellen wir im Gespräch mit Herrn Sahler von der Caritas den Interkulturellen Gemeinschaftsgarten in Ratingen-West vor. Dieser Garten ist Teil des Projektes InWESTment mit vielen Aktivitäten für und von Menschen im Stadtteil Ratingen-West. Hier leben Menschen  aus vielen Ländern, in Hochhäusern und auch in Einfamilienhäusern.  Ferner hören Sie Kurznachrichten zu Aktivitäten von Ratinger Schülerinnen und Schülern zum Bienenschutz, für den fairen Handel und zum Klimaschutz. Weitere Kurznachrichten handeln vom knappen Öl, von der möglichen nachhaltigen Ernährung für 10 Milliarden Menschen, von einer funktionierenden CO2-Steuer und von der klimafreundlichen Suchmaschine Ecosia. Schließlich gibt es Informationen zu mobilen Hühnerhaltern,  verstärkten Anforderungen an die Autohersteller und Folgen des Silvesterfeuerwerks. Als Verbrauchertipp informieren wir über Babystrampler auf Zeit. Wir wünschen gute Unterhaltung. 

Grüne Meilen – Kinder sammeln für Klimaprojekt

Das Projekt „Kindermeilen – Kleine Klimaschützer unterwegs“ wurde im Rahmen des Klimaschutzmanagements der Stadt Ratingen in diesem Jahr erstmals an Schulen und Kindergärten durchgeführt. Mit der Kampagne des Klimabündnisses sollen  Kinder spielerisch lernen, wie sie umweltfreundlich mobil sein können und so einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten können. In ganz Europa werden dabei zum Schutz des Weltklimas grüne Meilen gesammelt. Jeder Weg zu Fuß, mit dem Roller oder Rad, per Bus oder Bahn wird mit einer grünen Meile prämiert. Die Kleinen zeigen den Großen, dass sie handeln statt reden.. Im ersten Jahr haben in Ratingen bereits vier Einrichtungen insgesamt 3.631 Meilen gesammelt. Diese wurden nicht nur in Ratingen von Bürgermeister Pesch gewürdigt, sondern auch auf internationaler Ebene. Sie wurden zusammen mit allen anderen in Europa gesammelten Meilen den Teilnehmern der UN-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz übergeben. Weitere Informationen finden sie unter www.klimaschutz-ratingen.de.

 

 

Ein Baum für 45 Klicks

Im Jahre 2009 gründete Christian Kroll die Suchmaschine Ecosia. Die Menschen sollen  durch Benutzung der Suchmaschine dafür bezahlen, soziale und ökologische Probleme zu lösen. Um eine gute Qualität anbieten zu können, hat sich Ecosia mit dem An¬bieter Bing zusammengetan. Die Qualität der Suchergebnisse ist mit der von google ver¬gleichbar. Die Erlöse aus den Werbeanzeigen bei der Suche bekommen je zur Hälfte Bing und Ecosia. Rund 55 Millionen Suchanzeigen gibt es inzwischen im Monat. Von  den  Einnahmen von ca. 666.000 Euro werden pro Monat  ca. 300.000 Euro in Forstprojekte gesteckt. Um die Pflanzungen in dieser Größenordnung vornehmen zu können, arbeitet Ecosia mit 20 Organi-sationen zusammen, die in aller Welt Bäume pflanzen. Per Satellit wird überwacht, dass die Bäume auch tatsächlich gepflanzt werden. Mit der Pflanzung neuer Bäume soll zum Einen CO2 aus der Luft gefiltert und so der Klimaerwärmung entgegengearbeitet werden. Zum Anderen nützt dies mehrfach  der Landbevölkerung in den betroffenen Ländern. Dies sehen inzwischen auch Großunternehmer so. Bei der Metro ist seit Mitte letzten Jahres Ecosia auf allen Computern als Standardsuchmaschine installiert. Zur vollsten Zufriedenheit. Auch Universitäten nutzen inzwischen Ecosia.org als Standard. Vielleicht, liebe Hörerinnen und Hörer, pflanzen sie auch Bäume durch Benutzung der Suchmaschine ecosia.org

 

 

Silvesterfeuerwerk – Zündstoff für die Umwelt

Vor 1400 Jahren wurde in China das Feuerwerk entwickelt, um böse Geister zu vertreiben. Heute erschreckt das Feuerwerk zu Silvester hingegen Tiere bis ins Mark. Vogelkundler haben am 1. Januar fluchtartig verlassene Ruhestätten und erkennbar verstörte Vogelschwär¬me festgestellt. Hundebesitzer wissen, welche Probleme sie mit ihren Tieren zu Silvester haben. Auch ver¬wechseln Tiere die auf dem Boden herumliegenden Plastikteile der abgeschossenen Raketen  mit Futter. Und, wenn das Schwarzpulver in der Rakete verbrennt, entsteht  unter anderem eine hohe Menge Feinstaub. Die Luftqualität verschlechtert sich rapide in der Silvesternacht. Die Fein¬staubteilchen gelangen in die Lunge und können insbesondere bei vorbelasteten Menschen zu Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauf-Problemen führen. Keine Auswirkungen hat der Silvesterspaß aber auf das Klima.

 

 

Mobile Hühnerhaltung.

In kleinen Beständen tummeln sich Hühner und Hähne auf einer Wiese. Ziegen sollen vor Angriffen eines Habichts oder vor Füchsen schützen. Je nach Jahreszeit wird der mobile Stall alle ein bis drei Wochen auf eine frische Wiese gefahren. Dafür wird  der mobile Steckzaun  abgebaut und einige 100 Meter weiter wieder aufge­baut. Jeden Morgen legen die Hühner in einer Nische im Stall ihre Eier. Dann geht die Klappe automatisch auf und die Tiere gehen ins Freie. Jeden Tag. Auch im Winter. Wenn es dämmrig wird, gehen die Hühner von selbst in den Stall zurück. Strom kommt von Solarpanels auf dem Dach. Die Zahl der mobilen Ställe nimmt zu. Sie bringen die Tierhaltung wieder näher an den Menschen.  Diese Art der Geflügelhaltung schon die Um­welt. Es entsteht weniger Stickstoff und die Grasnarbe wird geschont. Außerdem bekommen die Hühner und Hähne regelmäßig frisches gesundes Futter. Die Branche denkt darüber nach, diese Eier besonders zu kennzeichnen, als „bio plus“ oder „Freiland plus“.  

Mit gutem Gewissen genießen

250 Nikoläuse wurden am 6. Dezember im Adam-Josef-Küppers-Berufskolleg in Ratingen verteilt. Alle Nikoläuse kamen aus fairem Handel. Die Nikolausaktion ist nicht die erste dortige Aktion des fairen Handels. Nach einem ähnlichen Prinzip verteilte die Schüler¬ver-tretung am Valentinstag fair gehandelte Rosen. Diese und andere Aktionen führten dazu, dass das Kolleg im Herbst als Schule des fairen Handels ausgezeichnet wurde. Um das Fairtrade-school-Zertifikat zu erhalten, musste die Schule neben den genannten Aktionen fair gehandelte Produkte in der Schule anbieten.  Das geschieht in den Pausen.

 

 

Wie eine CO2-Steuer funktionieren kann

Die Ereignisse in Frankreich haben gezeigt, wie falsch angepackter Klimaschutz schief laufen kann. Zwei Ökonomen, der Chef des Essener Wirtschaftsforschungsinstituts RWI und der Chef des Potsdam-Institutes für Klimafolgenforschung, haben  ein Konzept entwickelt, wie eine Steuer verträglich funktionieren kann. Die Energiesteuern sollen sich dabei konse¬quent am CO2-Gehalt der Energieträger ausrichten. Beginnend mit 20 Euro pro Tonne. Dieser Betrag soll umfassend gelten, auch als Mindestpreis im Rahmen des Emissionshandels. Während die Nutzung erneuerbarer Energie und auch des Erdgases damit billiger würden, würden Heizöl-Haushalte mit 7,50 Euro pro Jahr und PKW-Besitzer mit  ca. 50 Euro pro Jahr für Sprit zusätzlich belastet werden. Im Gegenzug soll die Strom¬steuer so gesenkt werden, dass ein 3-Personen-Haushalt rund 90 Euro pro Jahr hier sparen würde. Im nächsten Jahrzehnt soll der Preis allerdings Zug um Zug auf 35 Euro pro Tonne erhöht werden. Damit soll die gewünsch¬te Lenkungswirkung zur Senkung des Energieverbrauches erreicht werden. Die Mehrein¬nahmen des Staates von 8,9 Milliarden Euro sollen aber nicht im allgemeinen Haushalt verschwinden, sondern den Privat-Haushalten, insbesondere den einkommens¬schwachen Haushalten zugutekommen. Eine Idee dazu ist, dass jeder Bürger zu Weihnachten einen Scheck von 150 bis 200 Euro bekommt. Dies würde insbesondere Bürgern mit geringem Einkommen, ohne Auto, mit wenig Energieverbrauch nutzen.  Für ein ähnliches Modell haben sich bereits die Umweltminister ausgesprochen.

 

 

Autohersteller werden gefordert

Derzeit sind für den PKW 130 Gramm CO2-Ausstoß  pro Kilometer EU-weit erlaubt. Im  Jahre 2021 darf der CO2-Ausstoss nicht mehr als 95 Gramm pro gefahrenen Kilometer betragen. Experten bezweifeln, dass etwa Daimler, BMW und VW dies schaffen werden. Es drohen Straf¬zah¬lungen zwischen 200 Millionen und 1 Milliarde Euro. Nun hat die Europä-ische Union die Anforderungen an den CO2-Ausstoß weiter verschärft. Bis zum Jahre  2030 muss der PKW-Wert von 2021 um 37,5 Prozent unterschritten werden. Letzteres bedeutet einen CO2-Ausstoß von knapp 60 Gramm oder einen Verbrauch von rund 2,5 Litern Benzin auf 100 Kilometer.  Die Autobauer sind entsetzt und beto¬nen, dies sei nach heutigen Maßstäben nicht umsetzbar. Umweltschützer hatten noch strenge¬re Werte gefordert. Diese Werte  sind  nur schaffbar, wenn verstärkt Hypridautos mit Verbrennungs- und Elektromotor oder reine Elektroautos verkauft werden. Dazu müssen nicht nur die Hersteller, sondern auch der Staat Anreize setzen. Indem die Anschaffung von diesen Autos noch mehr gefördert wird. Indem die Fahrzeugbesteuerung sind am CO2-Ausstoss orientiert. CO2-Schleu¬dern wie SUV würden erheblich teurer werden.

 

 

Kinder pflanzen für Bienen

Alle drei Grundschulen sowie das Jugendzentrum Manege im Ratinger Ortsteil Lintorf beteiligten sich an dem Projekt „Blumen für Bienen“. Die dabei erfolgten Aktionen sollen sich nicht nur positiv auf den Bestand der Bienen auswirken. Sondern sie sollen auch praktischen Unterricht bieten und den Ortsteil Lintorf verschönern. In einem ersten Schritt wurden Blumen wie Aster, Blutweiderich und Bergminze bei den Einrichtungen selbst gepflanzt. Im zweiten Schritt wurden in einem kleinen Park neben der St.-Anna-Kirche 4000 Zwiebeln eingesetzt. Geeignete Zwiebeln hatte in Absprache mit den Bienenzüchtern die Werbegemeinschaft Lintorf besorgt. Mitarbeiter der Stadtverwaltung  unterstützten die Jugend¬lichen und Schüler bei der Pflanzaktion und gaben gute Tipps. Im Frühling sollen sich die Bienen und die Lintorfer an der bunten Blütenpracht erfreuen.

 

 

Nachhaltige Ernährung für 10 Milliarden Menschen

Fehler im System: Elf Prozent der Weltbevölkerung sind ständig unterernährt. Auf der anderen Seite leben 2 Milliarden Menschen mit Übergewicht. Das globale Ernährungssystem steht für Übernutzung der Böden und anderer Ressourcen, für einen Viertel des Treibhausgasausstoßes, für Überfischung und Artenschwund. Forscher der Oxford Martin School haben untersucht, unter welchen Bedingungen 10 Milliarden Menschen im Jahre 2050 satt werden und gesund leben können, ohne Umwelt und Klima zu schädigen. Ohne tiefgreifende Änderungen in den Produktions- und Konsummustern gehe es nicht. Es bedürfe umfassender neuer politischer und ökonomischer Ansätze. Drei Maßnahmenbündel aus dem Bereich Ernährung wurden besonders genannt: Erstens muss es erheblich weniger Fleischkonsum und dafür viel stärker eine pflanzenbasierte Ernährung geben. Zweitens müssten Verluste und Verschwen-dung von Lebensmitteln halbiert werden. Das jährliche Ausmaß der Lebensmittelverschwen-dung beläuft sich allein in Deutschland auf 18 Millionen Tonnen. Drittens muss sich auch bei den Bearbeitungs- und Verteilungsmethoden in der Landwirtschaft etwas ändern. Die Erträge müssten erhöht, der Düngemitteleinsatz begrenzt und sparsame Bewässerungsmethoden eingesetzt werden. Es werde zu wenig Landwirtschaft nach ökologischer Maßgabe betrieben.

 

 

Wird das Öl bald knapp?

Beim Erdöl droht bereits Anfang des kommenden Jahrzehnts eine dramatische Versorgungskrise. So die Meinung  der Internationalen Energieagentur. Dies sei  zu verhindern, wenn die Ölindustrie ihre Investitionen aus neuen Quellen massiv erhöhen und die USA deutlich mehr Fracking-Öl produzieren würden. Die Wissenschaftlergruppe Aspo hat  allerdings Zweifel, ob es wirklich gelingen kann, die deutliche Reduzierung der Erdölförderung zu vermeiden. Aspo ist ein Netzwerk von Wissenschaftlern und Ökonomen, das die Öffentlichkeit über die Folgen abnehmender Ölförderung informieren will. Anfang 2000 habe die Branche, so Aspo,  die Investitionen erheblich hochgefahren, ohne dass dies zu neuen größeren Funden geführt habe. Seit 2006 sinkt die jährliche Förderung von Erdöl, 2017 sei ein absoluter Negativrekord erreicht worden. Durch Fracking könne der Rückgang der konventionellen Förderung nicht kompensiert werden. Aspo glaubt, dass das Maximum der Ölförderung  erreicht sei. Der Mineralölverband sieht jedoch kein Ende des Erdölzeitalters. 

Babystrampler auf Zeit

Kinderkleidung ist nicht viel billiger als Kleidung für Erwachsene. Doch sie kann viel kürzer getragen werden. Seit einigen Jahren gibt es im Internet Anbieter von Mietkleidung. Zu nennen sind hier Kilenda, Kindoo, Räubersachen oder zuletzt der Kaffeeriese Tschibo mit Tschibo-care. Der Umweltgedanke: je häufiger und länger ein Produkt genutzt wird, um so mehr nützt es der Umwelt. Und die Ware soll qualitativ gut sein. Bei jedem Portal wird ein Kundenkonto angelegt. Die Kosten liegen zwischen 2 Euro pro Monat für eine Mütze und 25 Euro für einen Winter-Overall. Hinzu kommen für Waren bis 20 Euro Versandkosten. Der Rückversand ist kostenlos. Der erste Mieter zahlt mehr als spätere Mieter für gebrauchte Gegenstände. Bei der Rückgabe brauchen, ja sollen die Kleidungsstücke vom Mieter nicht gewaschen werden. Dies erledigen die Vermieter mit gut babyhaut geeigneten Waschmitteln. Der Mietpreis wird zunächst für einen Monat berechnet und wird sofort fällig. Nach Ablauf des ersten Monats kann die Ware zurückgesandt werden. Sie kann aber auch noch länger gegen Aufpreis behalten oder gegen Anrechnung des Mietpreises gekauft  werden. Sachen, die nicht gefallen oder passen, können innerhalb von 14 Tagen zurückgegeben werden, wenn sie noch nicht getragen worden sind.  Die Kleidung ist gegen Beschädigungen versichert.

 

 

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