Liebe Hörerinnen und Hörer, Sie hören die Bundnessel, die Sendung der Kreisgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) auf Radio Neandertal.
Die BUNDnessel gibt es zweimal im Monat: Jeden ersten Sonntag um 19 Uhr und jeden zweiten Montag im Monat, dann um 20 Uhr.
Liebe Hörerinnen und Hörer!
In Velbert äußern sich die Bürger zum großen Feld, und die Behörde sorgt für Ordnung in der Stadt. In Ratingen geht es mal wieder um die um die Flughafenparkplätze, und in Mettmann geht es um die Bebauung der Kirchendelle .
Germanwatch und Ministerpräsidentin Schwesig kritisiert die Politik der Bundesregierung, und auch wir können nicht an der Hitze vorbeigehen.
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Wir wünschen viel Vergnügen.
Das war die BUNDnessel, die Sendung der Kreisgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz auf Radio Neandertal. Am 10. August gibt es um 20 Uhr die nächste BUNDnessel.
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Im Studio waren Christa Simon und Volker Förster. Für die Musik der heutigen Sendung bedanken wir uns bei DJ Teddy aus Erkrath.
Mein Name ist Götz-Reinhardt Lederer
Wir wünschen einen guten Abend!
Schwesig gegen Pläne zum Unterhaltsvorschuss
Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern Manuela Schwesig (SPD) hat die Reformpläne für den Unterhaltsvorschuss kritisiert. „Ich lehne die Kürzung des Unterhaltsvorschusses ab“, sagte Schwesig. Als Bundesfamilienministerin habe sie 2017 die Ausweitung von 12 auf 18 Jahre durchgesetzt, um die vielen alleinerziehenden Mütter und auch einige alleinerziehende Väter und ihre Kinder besser zu unterstützen. Schwesig: „Beim Unterhaltsvorschuss zu kürzen, bestraft die Alleinerziehenden, die alles alleine stemmen, und ihre Kinder. Das ist falsch“.
Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) hatte zuvor erklärt, dass der staatliche Unterhaltsvorschuss künftig nur noch bis einschließlich zum 15. Lebensjahr gezahlt werden soll. Der Vorschuss wird vom Staat ausgelegt, wenn nach einer Trennung säumige Partner − in der Regel die Väter − nicht zahlen. Zur Begründung erklärte Prien, dass sich der Vorschuss zu einem der größten Kostenfaktoren für die Kommunen entwickelt habe. Die Kosten hätten sich seit der jüngsten Reform vervierfacht. Aktuell können Alleinerziehende den Vorschuss ohne weitere zeitliche Begrenzung bis zum 18. Geburtstag erhalten. „Der Staat sollte besser diejenigen, die sich vor dem Unterhalt drücken, konsequenter zur Verantwortung ziehen“, so Schwesig weiter. „Es kann nicht sein, dass sich viele Väter und auch einige Mütter aus der Verantwortung stehlen, und am Ende zahlen die Kinder die Zeche.“
Der Staat müsse sich das Geld von den Unterhaltspflichtigen holen und nicht bei den Kindern. Prien plant zusammen mit den Ländern allerdings auch, säumige Väter etwa durch einen Entzug des Führerscheins zu bestrafen.
Der Deutsche Frauenrat reagiert derweil mit scharfer Kritik auf die Sparpläne. „Alleinerziehende, darunter 85 Prozent Frauen, sind überdurchschnittlich von Armut bedroht“, erklärte die Frauenrats-Vorsitzende Beate von Miquel. Die Betroffenen fühlten sich „von den politisch Verantwortlichen zu Recht im Stich gelassen“.
WZ 14.7.26
Gesetz zur Kraftwerksstrategie fördert fossile Gaskraftwerke statt Energieunabhängigkeit
Germanwatch zum Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz kurz StromVKG: Gefährlicher Schritt rückwärts – Verpasste Chance, die Abhängigkeit von geopolitisch riskanten fossilen Importen schnell zu reduzieren / Wasserstoffumstellung muss spätestens Mitte der 2030er Jahre beginnen
Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch kritisiert, dass mit dem im Juli im Bundestag beschlossenen Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz (StromVKG) der Weg für umfangreiche Ausschreibungen für neue fossile Gaskraftwerke bereitet wird. „Das Gesetz ist ein gefährlicher Schritt rückwärts auf dem Weg zu stabilen Energiepreisen und mehr Energieunabhängigkeit. Durch technisch und ökonomisch nicht begründbare Vorgaben im Gesetz werden Batteriespeicher und andere Flexibilitätsoptionen von den ersten Ausschreibungen ausgeschlossen. Die Bundesregierung verpasst durch diese einseitige Fokussierung auf fossile Gaskraftwerke die Chance, Deutschland weniger abhängig von fossilen Importen zu machen und die Anfälligkeit für Preisschocks durch geopolitische Krisen so schnell wie möglich zu reduzieren“, erklärt Simon Schreck, Referent für Wasserstoff und Klimaneutralität bei Germanwatch.
Problematisch ist aus Sicht von Germanwatch auch, dass im Gesetz auf eine frühe Umstellung der Gaskraftwerke auf grünen Wasserstoff verzichtet wird. „Die geplante Wasserstoffumstellung von einigen wenigen Kraftwerken ab 2040 kommt viel zu spät. Ein ambitionierter Fahrplan für die Umstellung der fossil betriebenen Kraftwerke auf grünen, größtenteils europäisch produzierten Wasserstoff spätestens ab Mitte der 2030er Jahre wäre nicht nur klimapolitisch sinnvoll, sondern auch eine Chance, dem Wasserstoffhochlauf einen kräftigen Impuls zu geben und Deutschlands Energiesicherheit zu stärken. Hier sind sich alle Fachleute, der Bundesrat, Anlagenbauer und Umweltverbände einig“, so Schreck weiter.
Quelle: Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch 2026
Bürger zweifeln am Gewerbegebiet Große Feld
In einem offenen Brief appelliert die Bürgerinitiative an die Ratsmitglieder, gegen den Plan in jetziger Form zu stimmen. Die Initiative verweist auf die sehr hohen Erschließungskosten, die nochmals steigen werden und eine Belastung für alle Velberter mit sich bringen. Dazu wird kritisiert, dass die Informationsveranstaltung stattfand, nachdem der Bebauungsplan bereits von etlichen Ratsgremien beschlossen worden war
„Für einen Bürgerinformationsabend sind aber viele Politiker da“, staunte Petra Voßebürger. Die Moderatorin eines Dortmunder Beratungsunternehmens ließ aufzeigen, wer einer Partei angehört.
„Beim Große Feld geht es ähnlich wie bereits 2004 um Arbeitsplätze“, stieg Bürgermeister Dirk Lukrafka in das Thema ein, das ihn seit Beginn seiner Tätigkeit bei der Velberter Verwaltung beschäftigt. Der Beigeordnete Christian Draeger, zu dessen Zuständigkeit die Wirtschaftsförderung gehört, wurde konkreter, warum aus seiner Sicht die Umwandlung der Äcker geboten ist: „Rüstung und Sicherheit, gerade Sicherheit, das passt zu uns.“
Bei den Velberter Sicherheitsgesprächen erhielt er von Firmenvertreter die Rückmeldung, dass Velbert total super sei: „Eine große Chance, die nach Velbert zu holen. Es wird keine Panzerfabrik kommen. Vereinfacht ausgedrückt wünschen wir uns Arbeitsplätze, deshalb keine Logistik, sondern produzierendes Gewerbe.“
Planer Björn Leißner erläutert den städtebaulichen Entwurf, sprach von einer flexiblen Ausnutzung der Flächen und betonte, dass störende Betriebe ausgeschlossen sind. „Entwässerungstechnische Belange stehen dem Bebauungsplan nicht entgegen. Eine Umweltprüfung fand statt, der Eingriff lässt sich ausgleichen, artenschutzrechtliche Belange stehen dem nicht entgegen. Das Klimagutachten kam zu dem Schluss, dass die Fläche keine Relevanz für das Stadtgebiet hat. Kaltluft geht in die freie Landschaft.“
Bürger zweifelten an der Notwendigkeit der sieben Jahre alten Planung: „Wenn ich durch die Röbbeck fahre, sehe ich viele leere Hallen“, so ein Velberter. Eine weitere Bürgerin wusste sogar von 60 Hektar ungenutzter Flächen. Ein Unternehmer stellte die Frage nach der Notwendigkeit, sprach von Firmenpleiten, weil Aufträge abgezogen wurden: „Wer will sich da niederlassen, wenn alles ins Ausland geht? Mitarbeiter zu bekommen ist fast unmöglich, wo sollen die für das neue Gewerbegebiet herkommen?“
Frank Schmidt vom Ansiedlungsmanagement der städtischen Wirtschaftsförderung sprach von 30 Firmen, die unbebaute Flächen kaufen wollen.
An deren schönen Reden zweifelt Stefan Overkamp von der Bürgerinitiative Große Feld: „Nicht alles, was vorgestellt wurde, wird so eintreten.“ Mahnendes Beispiel sei die missglückte Stadtgalerie. Den zweistelligen Millionenbetrag, der allein für den Kanalbau anfällt, sollte seiner Ansicht nach in den Bestand gesteckt werden. Überhaupt würden die geologisch und topografisch bedingt hohen Baukosten Investoren abschrecken.
Eine Velberter Immobilienmaklerin, die viel mit Gewerbeunternehmen zu tun hat, zweifelt an der Sinnhaftigkeit des Bebauungsplans: „Es besteht Interesse für jetzt, nicht erst in sechs bis acht Jahren, wenn dort gebaut werden könnte. Alles Punkte, die diesen Plan nicht begründen.“
WZ Große Feld 14.7.26 Ulrich Bangert
Müdigkeit, Schlafprobleme oder Kreislaufbeschwerden laut Umfrage häufigste Symptome
Jeder Dritte leidet unter der Hitze
Rund jede und jeder Dritte in Deutschland hat persönlich bereits gesundheitliche Probleme durch Hitze gehabt. Das seien mehr Menschen als bei der gleichen Umfrage in den Vorjahren gewesen, erklärte die Krankenkasse DAK-Gesundheit, die eine entsprechende Forsa-Studie in Auftrag gegeben hat.
Zu den häufigsten Beschwerden gehörten Müdigkeit und Abgeschlagenheit sowie Schlafprobleme. Außerdem gab jeweils mehr als die Hälfte der Menschen mit Gesundheitsbeschwerden an, unter Kreislaufbeschwerden und Kopfschmerzen gelitten zu haben. Schwindel und Appetitlosigkeit traten ebenfalls auf, einige Menschen klagten auch über Verwirrtheit.
Unter den befragten Frauen erklärten 40 Prozent, belastet zu sein – der Wert liegt fast doppelt so hoch wie bei den Männern . Fünf Prozent der Befragten haben demnach wegen Beschwerden infolge von Hitze einen Arzt aufgesucht. Viel mehr meinten aber, es wäre sinnvoll gewesen, einen aufzusuchen – ganze 13 Prozent stimmten der Aussage zu.
Welche psychischen Auswirkungen eine Hitzewelle haben kann: Damit beschäftigt sich eine gerade erschienene länderübergreifende Meta-Studie im Fachjournal „Nature Health“. Die Forschenden fanden heraus, dass die Menschen nach einer Hitzewelle häufiger wegen psychischer Störungen und Verhaltensstörungen in ein Krankenhaus kamen. Die Fachleute der Monash University in Australien meinen, eine mögliche Erklärung sei die erhöhte Ausschüttung von Cortisol und anderen Stresshormonen bei extremer Hitze. Das steigere die Reizbarkeit, Angst und kognitive Beeinträchtigungen – und könne zum Beispiel Schizophrenie und Persönlichkeitsstörungen verschlimmern. Andere Störungen traten den Forschenden zufolge nicht unmittelbar am Hitzetag vermehrt auf, sondern erst nach einigen Tagen, darunter Depressionen, bipolare Störungen, Angststörungen und Demenz.
Für den Hitzereport der DAK-Gesundheit wurden 1519 Bundesbürgerinnen und -bürger ab 18 Jahren vom Forsa-Institut online befragt.
WZ 14.7.26
Initiative kämpft um die Kirchendelle
„Mit einer Größe von ca. 10 ha Wohnbauflächen bildet der Bereich zwischen der Florastraße im Norden und der geplanten Hauptverkehrsstraße im Süden das größte Entwicklungspotenzial. Entsprechend sollten hier auch die unterschiedlichsten Wohnformen angeboten werden. Stadträumlich wird eine verdichtete Bebauung um die zentral in Nord-Süd-Richtung verlaufende Haupterschließung vorgeschlagen, die im Westen zur bestehenden Bebauung und im Osten zum Freiraum hin in eine aufgelockerte Einfamilienhausbebauung übergeht.“
Einmal noch durchatmen – denn die nächste Hitzewelle kündigt sich an. Am Wochenende könnten die Thermometer wieder auf 40 Grad oder mehr emporklettern. Vor diesem Hintergrund erinnert die Bürgerinitiative an die Temperaturmessungen, die sie während des bislang letzten Hitzedomes bei einem Abendspaziergang in der Kirchendelle zusammengetragen hat.
Claudia Brohm fasst die Werte so zusammen: Zwischen der Straße Am Heimsang und der Kirchendelle im unteren Bereich beim Stübbenhauser Bach habe die Initiative einen Unterschied von sieben Grad zwischen betonierten Flächen und dem heute noch unbebauten Land gemessen. Und über dem Asphalt des Kirchendeller Wegs, einem befestigten Feldweg, und der Wiesenoberfläche direkt nebenan betrug die Differenz sogar 12 Grad.
Für die Bürgerinitiative stützen diese Daten ihre Forderung: In der Kirchendelle dürfe nicht gebaut werden. Das Gebiet erfülle die für Mettmann wichtige Funktion einer Frischluftschneise.
Brohm fühlt sich auf einer Linie mit der im Jahr 2024 verabschiedeten Klimaanpassungsstrategie des Landes Nordrhein-Westfalen. Diese empfiehlt Kommunen unter anderem, Kaltluftentstehungsgebiete und Frischluftschneisen von Bebauung freizuhalten. Die Kirchendelle zwischen Metzkausen und Mettmanner Kernstadt sei genauso eine „natürliche Klimaanlage“,.
Und noch ein Mitstreiter ist mit im Boot: Rolf Rheinschmidt vom Kreisgesundheitsamt ist einer der Initiatoren des Hitzeaktionsplans des Kreises Mettmann. Er fasst eine Menge Bausteine zusammen: eine Liste kühler Orte, zu denen Menschen vor der Hitze fliehen können. Die Anregung, besonders betroffene Personen wie Senioren und Kleinkinder über die Gefahren der übergroßen Hitze aufzuklären.
Allerdings hat er einen gravierenden Nachteil: Auf Anfrage der Redaktion betonte Rheinschmidt, der Hitzeaktionsplan enthalte lediglich Empfehlungen, das Baurecht bleibe unter kommunaler Hoheit. Zwischen Schaffung von Wohnraum und Klimaschutz bestehe stets „ein Abwägungsprozess“, so Rheinschmidt, der zugleich betont: „Alles, was wir heute bauen und nicht angepasst ist, ist möglicherweise das Problem von morgen.“ Er gehe jedoch davon aus, dass die geplante Bebauung in der Kirchendelle diesen Aspekt ausreichend berücksichtige. Eine mögliche Straße durch die Kirchendelle sei „an sich kein Störfaktor“ für die Frischluftzufuhr – es sei denn, sie sei mit Elementen wie Lärmschutzwänden versehen.
WZ ME 7. Juli 2026 Kirchendelle Dirk Neubauer
Kein Platz für Flughafenparker
„Gemäß den offiziellen Zahlen des Flughafens Düsseldorf reisen 57 Prozent der Fluggäste mit einem Pkw an. Unabhängig von der Anzahl der angenommenen Personen in einem dieser Pkw machen die Zahlen mehr als deutlich, dass der Flughafen Düsseldorf mit seinen nur rund 20.000 betriebseigenen Stellplätzen für Pkw seine Kapazität weit überschritten hat“, meinte ein Tiefenbroicher Bürger, der sich intensiv mit der Parkproblematik befasst hat.
Der Kampf geht weiter. Pünktlich zum Start der Sommerferien werden wichtige Maßnahmen gegen Flughafenparker umgesetzt. Am Ostbahnhof soll nun eine neue Parkzone das Parken auf maximal zehn Stunden begrenzen. Mit der neuen Regelung soll verhindert werden, dass öffentliche Stellplätze über mehrere Tage oder sogar Wochen durch sogenannte Flughafenparker blockiert werden. Denn die Parkplätze sind hauptsächlich für Pendlerinnen und Pendler gedacht, die am Ostbahnhof auf Bus und Bahn umsteigen.
Einzelne Bereiche sind von der Zehn-Stunden-Regelung ausgenommen. Dort gelten kürzere Höchstparkdauern, damit auch Stellplätze für kurze Erledigungen und kurze Aufenthalte am Bahnhofszugang verfügbar bleiben. Ausgenommen sind zudem entsprechend gekennzeichnete Behindertenparkplätze und Stellplätze für Carsharing-Fahrzeuge.
Claus Köster, der für Ratingen Ost in den Rat der Stadt gewählt wurde, freut sich über die Umsetzung: „Der Ostbahnhof ist ein wichtiger Umsteigepunkt für viele Menschen. Ich wurde von Bürgerinnen und Bürgern oft auf die über mehrere Tage parkende Autos mit auswärtigen Kennzeichen angesprochen.“
Die Begrenzung der Parkdauer auf zehn Stunden stellt eine ausgewogene Lösung dar. Sie verhindert das dauerhafte Abstellen von Fahrzeugen, ermöglicht gleichzeitig aber weiterhin die Nutzung der Stellplätze während eines üblichen Arbeitstages. „Durch die neue Parkzone können die Parkplätze nun wieder denjenigen zugutekommen, die sie tatsächlich brauchen – insbesondere den Pendlerinnen und Pendlern“ erklärt Köster.
Die Flughafenparker sind seit Jahren ein großes Ärgernis. Im gesamten Stadtgebiet werden Fahrzeuge von Flugreisenden teils für mehrere Wochen im öffentlichen Raum abgestellt, oft von Parkunternehmen mit Sitz am Flughafen. Während die Kunden glauben, ihr Fahrzeug sei sicher auf deren Gelände untergebracht, werden die Autos dagegen irgendwo am Straßenrand geparkt. Sehr zum Ärger von Anwohnern, die dann selbst keinen Parkplatz mehr finden.
Die Stadt hat in der Vergangenheit versucht, gegenzusteuern. Temporäre Parkverbote wurden eingerichtet, dadurch wurde das Problem oft nur verlagert. So gab es zum Beispiel einen Schwerpunkteinsatz von Polizei und Zoll. Doch das alles reicht einem Tiefenbroicher Bürger nicht . Er hatte sich an den Petitionsausschuss des Landtags gewandt. „Der Petitionsausschuss möge eine gutachterliche Stellungnahme beauftragen, um die Frage zu klären, ob die Kapazität des Flughafens Düsseldorf zwingend an die Anzahl der betriebseigenen Stellplätze für Flughafenparker zu koppeln ist oder wie ein Nachweis ausreichender Stellplätze für den Flughafen zu erfolgen hat“, heißt es in seinem Schreiben.
WZ 14.7.26 Norbert Kleeberg
Problemimmobilien und Sozialbetrug: Stadt Velbert stellt Verstöße in acht Wohnobjekten fest
Die Stadt Velbert hat sich unter Federführung des Ordnungsamtes an der landesweiten Kontrollaktion gegen Problemimmobilien und Sozialleistungsmissbrauch beteiligt. Die Initiative ging vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung NRW aus und wurde in enger Abstimmung mit der Kreispolizeibehörde Mettmann, der Feuerwehr Velbert, dem Bauordnungsamt, der Wohnaufsicht sowie dem Jobcenter Kreis Mettmann durchgeführt. Ziel der gemeinsamen Maßnahmen war es, bauliche Missstände, ausbeuterische Wohnverhältnisse und mögliche Verstöße im Bereich Sozialleistungen konsequent zu ahnden.
Unstimmigkeiten bei Meldedaten und Sozialleistungen
Im Bereich des Melderechts ergaben sich erhebliche Auffälligkeiten. Insgesamt wurden im Rahmen der Kontrollmaßnahmen 18 Personen von Amts wegen abgemeldet, da sie bei den Kontrollen nicht angetroffen wurden oder sich nachweislich seit längerer Zeit im Ausland aufhalten.
Darüber hinaus wurden durch die Einsatzkräfte Verstöße gegen die Straßenverordnung der Stadt Velbert festgestellt. In mehreren Fällen fehlten ordnungsgemäß beschriftete Klingelschilder sowie Namensschilder an Wohnungseingängen sowie frei zugängliche und ausreichend gekennzeichnete Briefkästen. Die eindeutige Kennzeichnung von Wohnungen dient insbesondere der schnellen Auffindbarkeit von Personen durch Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei in Notfällen.
Das Jobcenter Kreis Mettmann prüft darüber hinaus einen Fall, bei dem der Verdacht besteht, dass trotz einer Vollzeitbeschäftigung eines Familienmitglieds weiterhin Leistungen bezogen wurden. In mehreren Fällen werden die Leistungsansprüche aufgrund der festgestellten Wegzüge neu bewertet beziehungsweise eingestellt.
Bei den Kontrollen wurden in mehreren Gebäuden erhebliche brandschutz- und baurechtliche Mängel festgestellt. Treppenräume, die im Brandfall als Flucht- und Rettungswege dienen, waren durch abgestellte Gegenstände versperrt. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass in mehreren Gebäuden kein Rauchabzug im Treppenraum vorhanden ist. Teilweise fehlten außerdem notwendige zweite Rettungswege. Wohnungseingangstüren sowie Kellertüren entsprachen nicht den brandschutzrechtlichen Anforderungen, da sie nicht dichtschließend waren.
Die Einsatzkräfte trafen sechs Personen an, die unter einer anderen Anschrift gemeldet waren, sowie eine Person ohne festen Wohnsitz. Zusätzlich stellte das Ordnungsamt weitere ordnungsrechtliche Verstöße fest. Hierzu zählten insbesondere fehlende Beschriftungen von Klingelanlagen und Briefkästen sowie unzulässige Müllablagerungen. Das Ordnungsamt dokumentierte darüber hinaus verschiedene bauliche Mängel. Die Stadt Velbert wird sämtliche festgestellten Verstöße konsequent weiterverfolgen und die erforderlichen Verfahren einleiten. Die Ergebnisse der Kontrollaktionen verdeutlichen erneut die Bedeutung einer engen behördenübergreifenden Zusammenarbeit, um Missstände frühzeitig aufzudecken, Gefahren zu beseitigen und rechtswidrige Zustände nachhaltig zu unterbinden.
TME 11.7.26 TME Redaktion