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Die Ortsgruppe Wülfrath trifft sich anlassbezogen. Nachfragen nach den nächsten Terminen bitte bei Götz-Reinhardt Lederer Tel.: 02058 72497 Email: goetz.lederer(at)bund.net 

Stadträte unter Druck durch falsche Zahlen

Was kostet eine Busanbindung wirklich?

Nach über 20 Jahren hat der Rat der Stadt sich im letzten Jahr durchgerungen, den Bahnhof Aprath an Wülfrath halbstündlich anzuschließen. Es wurde das überteuerte Angebot der Wuppertaler Stadtwerke vom 30.9.2020 für 197.500 Euro/Jahr netto im März 2025 angenommen. Der Bahnhof soll zwei Jahre lang als Versuch wenigstens werktags bis um 22 Uhr halbstündlich angeschlossen werden. Mittlerweile soll die halbe Linie 601 in den Jahren 2027 und 2028 insgesamt 500.000 Euro kosten.

Der Beschluss dazu sollte im Ausschuss für Wirtschaft und Planung fallen. Im letzten Moment, aber immer noch durchführbar, kam die Mobilitätsinitiative um Burkhard Sigges-Urban mit einer besseren Lösung: Wenn man Linie SB 69 über den Bahnhof Aprath fahren ließe, könne man sich diese halbe Million Euro sparen und hätte den selben Effekt. Nein, man hätte dazu auch den halbstündigen Anschluss auch am Wochenende, da die SB 69 ja auch am Wochenende fährt!

Als Nachteil müsste man ertragen, dass die SB 69 sechs Minuten länger unterwegs wäre. Als Ausgleich dafür wurde von der Initiative eine weitere Verbindung angeführt. Von Wuppertal könnte man mit der SB 66 über die Autobahn bis zur Dieselstraße fahren und mit der Linie 746 genauso schnell wie heute nach Wülfrath kommen. Einzige Bedingung: ein Halt der SB66 an der Dieselstraße. Von Wülfrath aus hätte man im 20 Minuten-Takt nach Wuppertal gelangen können, einmal 601, einmal SB66, einmal SB69.

Das war aber nichts für die Wuppertaler Stadtwerke! Sie wollten auf das für sie günstige Angebot mit dem halben Ausbau der Linie 601 nicht verzichten! Für die Linienweganpassung des SB69 haben die Wuppertaler Stadtwerke eine grobe Schätzung der potenziell anfallenden Kosten vorgenommen:Der Mehraufwand, der nur durch die zusätzlich gefahrenen 3,1 km entsteht, beläuft sich auf ca. 155.000 €/Jahr. Darüber hinaus kommt weiterer Mehraufwand durch das Aufbrechen bestehender Umläufe hinzu.“ Sie gehen dabei von zwei zusätzlichen Diensten (bzw. vier zusätzlichen Fahrern) und einem zusätzlichen Fahrzeug aus, so dass sich die Gesamtsumme auf mehrere hunderttausend Euro jährlich belaufen würde. Diese Kosten müssten vollständig von Wülfrath getragen werden. (Text der WSW, Info aus der Stadtverwaltung)

Für die Wülfrather Ratsmitglieder im Ausschuss für Wirtschaft und Planung war das eine gewaltige Drohkulisse! Wer kann schon mehrere 100.000 Euro im Jahr verantworten! Sie entschieden sich folglich gegen den Vorschlag, die SB 69 über Aprath zu führen und beschlossen den Verwaltungsvorschlag, werktags eine zweite Linie 601 einzuführen.

Rechnen wir mal gegen die Zahlen der Wuppertaler Stadtwerke: Die SB 69 fährt 209 mal in der Woche. Das wären 34.000 km im Jahr zusätzlich. Fährt der Bus 30 km/h wären das 1130 Stunden oder bei 50 km/h 680 Stunden im Jahr, also grob geschätzt eine halbe Fahrerstelle (18.000 €). Sprit 50l/100km*34.000/100*2€/l=34.000 €. Kosten für einen Bus 300.000 € bei 10 jähriger Nutzung also 30.000 Euro/Jahr. Der Bus könnte noch fast 100.000 km im Jahr auf anderen Strecken fahren! Das ist nur eine grobe Abschätzung, aber weit von 155.000 Euro/Jahr entfernt. Einnahmen sind nicht gerechnet. Von vertrauensvoller Zusammenarbeit kann bei solchen Drohungen nicht die Rede sein!

Eine merkwürdige Rolle hat auch der Kreis gespielt. Der Kreis hat den Wuppertaler Vorstellungen zugestimmt. Dabei müsste die Kreisverwaltung über die tatsächlichen Bedingungen im ÖPNV informiert sein! Wir haben bei der Landrätin nachgefragt.

Gedanken zur Bebauung

Bebauung findet wie meist auf landwirtschaftlicher Fläche statt. Die landwirtschaftliche Fläche in Wülfrath hat sich von 1.708 ha im Jahr 1994 auf 1.344 ha im Jahr 2019 verringert (LDS 33111-04ir und 33111-03iz). Das ist ein Verlust von 27% ! Dies liegt natürlich nicht nur an der großzügigen Wohnbauplanung aber auch! Wir können uns einen weiteren Verlust an landwirtschaftlicher Fläche gar nicht mehr leisten! Die Bevölkerung ist im selben Zeitraum von 21.127 auf 20.947 Einwohner gesunken, also fast unverändert geblieben! Die umfangreichen Bebauungen der letzten Jahre haben also nicht zu einem Bevölkerungswachstum geführt.

Der Vermutung, wir würden den Bürgern keine Einfamilienhäuser gönnen, können wir leicht entgegentreten! Die Hälfte der Wülfrather Wohnfläche befindet sich in Ein- und Zwei-Familienhäusern. Fast jede/r vierte Wülfrather/in ist über 65 Jahre alt. Im Verlauf der nächsten 10 Jahr wird bei vielen dieser Altersgruppe der Gedanke an eine kleinere Wohnung kommen! Das würde bedeuten, dass Häuser den Besitzer wechseln werden. Häuser, die man zwar energetisch verbessern muss, aber oft attraktivere Grundstücke und die bessere Lage haben, ganz ohne eine weitere Flächenversiegelung!

Götz-Reinhardt Lederer

Regionalplan und das Vorhaben Düssel-West

Für die Bewertung der Bauplanung in Wülfrath sei uns ein Blick in die Vergangenheit erlaubt. Vor über 15 Jahren hat die BUND-Ortsgruppe eine Auflistung der zwischen 1995 und 2002 in Wülfrath beschlossenen B-Plänen im Umfang von 77 ha in einer Ausstellung aufgelistet. Von diesen Plänen sind mittlerweile über 60 ha umgesetzt worden. Die damalige Bevölkerungszahl war 22.300, heute liegt sie bei 21.200 mit bis 2030 weiter abnehmender Tendenz.

Wir begrüßen daher die Entscheidung der Bezirksregierung, die angebotenen Baugebiete „Am Wasserturm“, „Flehenberg“ und „Diakonie Aprath“ nicht zu berücksichtigen!

Die Entscheidung, statt „Düssel-West“ das Gebiet „In den Eschen“ als eventuell regional bedeutsam zu bewerten ist nachvollziehbar. Die ÖPNV-Verbindung von „In den Eschen“ über Mettmann dauert nicht länger als von „Düssel West“ (50 min). Dafür ist die tägliche Versorgung fußläufig in 20 min und mit dem Rad in 10 min zu erreichen.

ME_Wü_01 Düssel West

Ist auf jeden Fall abzulehnen, da hier zwar die verkehrliche Anbindung akzeptabel sein kann, die Infrastruktur aber miserabel und die ökologische Bewertung bei weitem zu hoch ist.

Dazu muss man davon ausgehen, dass die Stadt weder die behördlichen und finanziellen Mittel hat, die Bebauung zu stemmen. Das läuft dann auf ein Bauträgermodell hinaus, dass selten eine geeignete Bebauung hervorgerufen hat.