Kreisgruppe Mettmann
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BUNDnessel-Radio

Im Bürgerfunkmagazin "BUNDnessel" beschreibt und diskutiert der BUND Mettmann verschiedenste Themen zum Natur- und Umweltschutz. Zusammenfassungen der Inhalte zu ausgestahlten Sendungen finden Sie hier. Die nächste BUNDnessel wird am Sonntag, dem 6. Juni 2021 um 19 Uhr auf Radio Neandertal (96,7 MHz) gesendet.

Im BUNDnessel-Radio vom 14. Juni 2021 ging es auch mal wieder um den Klimaschutz

Die Bedeutung von Mooren für den Naturschutz und gerade auch für den Klimaschutz

Im Umweltmagazin BUNDnessel am  Montag, 14. Juni 2021  20:00  Uhr im Bürgerfunk von Radio Neandertal  (UKW 97,6) ging es auch mal wieder um den Klimaschutz: 

Die Bedeutung von Mooren für den Naturschutz und gerade auch für den Klimaschutz gerät immer stärker in den Blick. Ferner hören Sie Kurznachrichten zu einem Bienen Lern- und Ideen Koffer, zur Verpflichtung von Shell, Klimaziele einzuhalten, zum Vorgehen gegen das Wegwerfen neuer Klamotten und zum Zugfahren statt Fliegen auf Inlandsstrecken. Weitere Kurznachrichten handeln vom kostenlosen Lastenfahrradverleih, warum sanieren vor abreißen geht, von der Verteilung von Klimalasten auf Vermieter und Mieter und von landwirtschaftlichen Subventionen. Der Verbrauchertipp handelt vom Wassersparen beim Duschen.

Die Bedeutung von Mooren für den Naturschutz und gerade auch für den Klimaschutz

Die Bedeutung von Mooren für den Naturschutz und gerade auch für den Klimaschutz gerät immer stärker in den Blick. Die Moore der Welt speichern mehr CO2 als die Wälder der Welt. Wir wollen Ihnen in dieser Sendung ein Moor im Kreis Mettmann, das Further Moor, vorstellen, im Gespräch mit Herrn Schulze von der Biologischen Station Haus Bürgel.

Eintauchen in die Welt der Bienen

Das ermöglicht der Bienen-Lern und Ideenkoffer der Stadtverwaltung Ratingen. Eine Version für den Bereich der Kindertagesstätten, also für Vier- bis Siebenjährige, eine Version für Grundschulen, für Acht bis Zwölfjährige. Es darf gespielt, geforscht, gebastelt, gebacken und experimentiert werden. Eine umfangreiche Karteikartensammlung mit konkreten Anleitungen, Spiel- und Bastelideen, Schaukästen, ein Imkerhut, ein Bienenkostüm und einiges mehr lassen die Kinder mit allen Sinnen in die Bienenwelt eintauchen. Beim Vorlesen und Erzählen aus den beigefügten Büchern ermöglichen Biene und Schmetterling als Hand- und Fingerpuppen den kindgerechten Zugang zu der Thematik. Kindertagesstätten und Schulklassen, die einen Bienenkoffer ausgeliehen haben wollen, melden sich bitte bei Frau Genieser unter der Telefonnummer 550 – 6734. Ich wiederhole die Telefonnummer……

Und noch ein Geschenk für alle Ausleiher: Bei jeder Ausleihe wird ein Bausatz einer kleinen Nisthilfe für Bienen geschenkt sowie Samentütchen, mit denen jede Einrichtung eine eigene Mini-Wild- Blumenwiese anlegen oder Samenbomben mit 48 verschiedenen Sorten bauen kann.

Inlandsflüge auf dem Prüfstand

SPD und GRÜNE denken über ein mittelfristiges Verbot von Inlandflügen nach. Und sie wollen Flüge teurer machen. Der Bundesverband der deutschen Luftverkehrswirtschaft, die CDU und Verkehrsminister Scheuer lehnen ein Verbot von Inlandsflügen ab. In Frankreich werden Inlandsflüge für Strecken verboten, die in 2,5 Stunden mit dem Zug erreichbar sind. Doch auch die deutschen Flugverkehrsgesellschaften sind bereit, Inlandsflüge abzuschaffen. Denn lohnend sich derartige Flüge für Geschäftsreisende, und die bleiben aus, weil sie wegen Corona Videokonferenzen statt Geschäftsreisen machen. So sind Inlandsflüge ein Minusge­schäft. Deswegen haben der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft und die Deutsche Bahn eine Vereinbarung zum Ausbau des Schienennetzes und der besseren Zusam­menarbeit zwischen Bahn und Luftverkehr geschlossen. Jeder fünfte Inlandsflug soll so auf die Bahn verlagert werden. In dem Aktionsplan gibt es die bereits bekannten Neubau- und Ausbauprojekte der Bahn, mit denen erreicht werden soll, dass jeder Flughafen gut über die Schiene angebunden wird. Ferner gibt es ein wachsendes Angebot an Zubringerzügen zum Flughafen Frankfurt. Der Service ist dabei so ausgerichtet, dass er insbesondere reisende Manager anspricht. Der BUND fordert ergänzend ein Programm zur Förderung des Bahn­verkehrs durch Beseitigung von Engstellen, den Ausbau von Bahnknotenpunkten und den Bau von Überholgleisen. Finanziert soll dies durch eine deutliche Erhöhung der Luftver­kehrssteuer für innerdeutsche Verbindungen auf 24 Euro pro Flugticket und Passsagier.

Ratschläge von der Bevölkerung

Anfang Mai hat der auf eine private Initiative hin gebildete „Bürgerrat Klima“ seine Arbeit aufgenommen. Dazu wurden 160 Personen zur Teilnahme ausgelost. In einem aufwendigen Verfahren wurde sichergestellt, dass der Rat in seiner Zusammensetzung einen Querschnitt durch die Gesellschaft dar­stellt. In insgesamt 12 Online-Sitzungen soll der Rat Empfehlungen für eine gute Klimapolitik in den Bereichen Mobilität, Energie, Gebäude, Wärme und Land­wirtschaft abgeben. Am 23. Juni sollen die Empfehlungen in ein Bürgergutachten münden. Schirmherr des Bürgerrates ist der frühere Bundespräsident Köhler. Um die Pariser Klima­ziele zu erreichen, bedürfe es einer großen Veränderungsbereitschaft. Deswegen sei es not­wendig, Bürgerinnen und Bürger an der Suche nach Lösungen zu beteiligen. Welche Stra­tegie zukünftig verfolgt wird, wird die Lebens­wirklichkeit stark bestimmen. Unterstützt wird die Arbeit von 25 Persönlichkeiten aus der Wissenschaft. Der Bürgerrat hofft, dass seine Em­pfehlungen in die Koalitionsvereinbarung der nächsten Bundesregierung einfließen werden.

Lastenräder kostenlos mieten

Zum Projektstart in Ratingen wurden zwei verschiedene Modelle angeschafft. Ein Modell hat wie ein normales Fahrrad zwei Räder. Das andere Modell hat drei Räder und sorgt so für ein gemütliches Fahrgefühl. Beide Lastenräder verfügen über einen elektrischen Unterstützungs­motor mit einer Reichweite von 50 Kilometern. Um auch längere Fahrten zu ermöglichen, werden beide Modelle mit einem zweiten Akku und Ladegerät verliehen. Größere Einkäufe, Getränkekisten, Umzugskartons können so gut transportiert werden. Ein Kindersitz ermög­licht auch Fahrten zum Kindergarten. Mit den Lastenrädern soll den Ratingerinnen und Ratingern die Möglichkeit gegeben werden, innerhalb des Stadtgebietes auch beim Transport größerer Waren und beim Ausflug mit Kind innerhalb der Stadt auf das Auto zu verzichten. Vorbeifahren am Stau, keine Parkplatzsuche, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, kann beim Fahren ein gutes Gefühl vermitteln. Die Stadt und verschiedene Kooperationspartner haben das Projekt des Vereins Ratingen.Nachhaltig ermöglicht. Ein Lastenrad steht bei der Radstation am Ostbahnhof, das andere Rad am Unverpacktladen in Ratingen-Mitte. Der Verleih ist kostenlos und für 4 Tage am Stück möglich. Lediglich eine Kaution von 50 Euro muss bei der Ausleihe hinterlegt werden. Buchungen sind möglich unter lara.ratingen-nachhaltig.de. Ich wiederhole die Buchungsadresse………

Schärfere Klimaziele für Shell

Sieben Umweltorganisationen und 1700 Niederländerinnen und Niederländer reichten 2018 vor dem Bezirksgericht in Den Haag, Niederlande, eine Klage gegen Shell ein. Der Konzern sollte gezwungen werden, die internationalen Klimaziele einzuhalten und seine Investitionen dementsprechend zu ändern. Das Urteil gab den Klägern voll Recht und griff damit in das Geschäftsmodell von Shell ein. Der Konzern muss seine Emissionen bis 2030 um 45 Prozent reduzieren. Shell sei für mehr als 1 Prozent des weltweiten CO2 – Ausstoßes verantwortlich. Deswegen sei der Konzern auch für die zukünftigen Verschlechterungen durch den Klima­wandel verantwortlich und sei verpflichtet, dem entsprechend dem Pariser Klimaschutz­ab­kommen entgegen zu wirken. Shell wird in die Berufung gehen. Löst dies Urteil nun einen Schneeballeffekt aus? Werden weitere derartige Urteile gegen Multis folgen? Das ist noch offen. Es ist aber damit zu rechnen, dass Aktionäre es sich schwer überlegen werden, noch Aktien derartiger Multis zu erwerben.

Lieber sanieren statt abreißen

Der Trend, noch relativ neue Gebäude abzureißen, um sie durch Neubauten zu ersetzen, ist unübersehbar. Besonders häufig trifft dies die Architektur der Jahre 1950 und 1960. Doch immer mehr Architekten und Stadtplanern ist der Abrisstrend ein Dorn im Auge. Vor allem aus Klimaschutz- und Umweltgesichtspunkten. Der Umweltschaden des Bausektors ist in der Tat enorm. Der Bausektor ist für rund 60 Prozent des Abfallabkommens in Deutschland verantwortlich sowie für 35 Prozent des Energieverbrauchs und 40 Prozent der Treibhausgas­emis­sionen. Der Abriss vernichtet die Energie in den Baustoffen, kostet selbst Energie und für die neuen Baustoffe wird wieder Energie benötigt. Bei einer Sanierung ist der Energieauf­wand weitaus geringer. Ohne erheblichen Wechsel zu mehr Sanierung von Altbauten statt Neubau sind die Klimaziele nicht erreichbar. Die „Architekts for Future“ haben die Hinder­nisse für den Umbau von Altbauten erfragt. Die Gesamtsanierung sei nicht billiger, die Bauverantwortlichen haben Angst vor bösen Überraschungen beim Eingriff in der Altbau, es mangele am ökologischen Bewusstsein und bestehende Bauvorschriften würden zu hohe Hürden aufbauen. Deswegen fordern die „Architekten for future“ eine finanzielle Unter­stützung beim Umbau, eine gute Beratung der Bauwilligen und eine Sanierungsplanung zu Gunsten des Klimaschutzes. Außerdem müsse eine „Umbauordnung“ mit erleichterten baurechtlichen Vorschriften geschaffen werden.

Bio-Zertifikat für das Land Gut Höhne

Bio-Lebensmittel aus einer regionalen und transparenten Produktion einzusetzen, dass ist der Anspruch der Vereinigung der Bio-Hotels. Bio-Hotels arbeiten dabei mit dem Bioland-Verband zusammen. Das Land Gut Höhne wurde als Bio-Hotel zertifiziert. Dazu mussten eine Reihe von Anforderungen aus verschiedenen Lebensbereichen erfüllt werden. Bei Lebensmitteln und Getränken müssen die Lieferketten nachvollziehbar sein, alles natürlich bio-zertifiziert und möglichst regional. Das gesamte Unternehmen muss eine positive CO2- Bilanz vorweisen. Alle Energieträger werden daher bei Gut Höhne mit Strom aus erneuer­baren Energien betrieben. Putzmittel müssen umweltverträglich sein. Das eingesetzte Holz kommt aus zertifizierter Forstwirtschaft. Die Regionalität ermöglicht auch gute Qualität und Frische. Der Salat, der morgens bei Nermins Garten in Mettmann geerntet wird, kommt mittags schon in die Küche. Das Fleisch kommt aus einem Biohof in Erkrath. Sicher ist manches teurer und aufwändiger zu beschaffen. Aber in Zeiten, wo Nachhaltigkeit hoch im Kurs steht, kann die Zertifizierung auch ein Werbefaktor sein, um sich positiv von der Konkurrenz zu unterscheiden.

Wiederverwendung zurückgesandter Waren statt Vernichtung

Der Onlinehandel wächst gerade in Coronazeiten. Und oft wird dabei die Ware zurückge­sandt, weil sie nicht passt oder nicht gefällt. Bei Kleidung und Schuhen geht jedes zweite Paket zurück. Für den Kunden kostenlos. Da die Wiederverwertung für den Ver­sand­handel aber mit Kosten verbunden ist, wird die nicht genutzte Ware oft lieber vernichtet. So wie es Amazon es jahrelang im großen Stil tat. Um dies zu verhindern, wurde 2020 ein Gesetz beschlossen, dass bei der Rückgabe der Erzeugnisse die Gebrauchsfähigkeit der Ware erhal­ten bleiben muss und die Ware nicht zu Abfall werden darf. Doch es fehlen bisher Ausfüh­rungsvorschriften und die Überwachung der Behörden. Greenpeace hat aufgedeckt, dass Amazon weiterhin neuwertige Waren vernichtet. Da die Vernichtung sehr unökologisch ist, hat sich eine Initiative mit dem Siegel „Save our returns“ gegründet. Sie möbeln zurück­geschickte Waren eines Online-Händlers wieder auf und verkaufen die Waren günstiger als Neuwaren. Die Initiative hofft, den Bereich ausbauen zu können und neue Mitglieder für das Siegel „Save our returns“ zu gewinnen.

Überraschung bei der Energieagentur

Die internationale Energieagentur hat den Ausbau der Öko-Energien jahrelang unterschätzt. Noch vor wenigen Jahren forderte sie höhere Investitionen in neue Öl- und Gasvorkommen. Umso bemerkenswerter jetzt der radikale Kurswechsel. Die Agentur fordert weltweit nicht mehr in neue Kohlekraftwerke und die Erschließung neuer Erdöl- und Erdgasfelder zu investieren. Zudem empfiehlt sie, ab 2035 keine neuen Autos mit Verbrennermotor mehr zuzulassen. Die Energieagentur hält die bisherigen Klimaschutzaktivitäten bei weitem nicht für ausreichend, um die CO2 – Emissionen aus dem Energiesektor bis zum Jahre 2050 auf Null zu bringen. Es gebe dafür einen tragfähigen sehr schmalen Pfad. Es erfordere eine noch nie da gewesene Transformation. Der jährliche Zuwachs an Photovoltaikanlagen und von Windenergieanlagen müsse das Vierfache des Niveaus von 2020 erreichen. Auch müsse die Energieeffizienz deutlich gesteigert werden. Der vorgeschlagene Pfad schaffe Energie für alle Menschen und mache ein robustes Wirtschaftswachstum möglich. Die Atomkraft würde im Jahre 2050 wie heute 10 Prozent des verbrauchten Stroms liefern.

Neues Gründachkataster

Das bisherige Gründachkataster des Kreises Mettmann wird abgelöst durch ein neues NRW-Gründachkataster mit aktualisierten Daten. Der Grundstückseigentümer kann sein Dach adres­senscharf herauszusuchen. Für das jeweilige Dach werden detaillierte Berechnungen der Basisparameter angeboten. Dies betrifft die Fläche, Dachneigung, Niederschlagsmenge und thermische Belastungssituation. Zusätzlich sind Pflanzenlisten mit Links zu Fachbe­trieben hinterlegt. Basierend auf einer Auswahl der möglichen Substratdicke des nachzu­rüstenden Gründaches werden weitere Potentialberechnungen dargestellt. Dies betrifft den potentiellen jährlichen Niederschlagsrückhalt, CO2-Bindungspotential und Feinstaubbindung. Schließlich wird eine Kostenschätzung angezeigt. Es kann auch angegeben werden, ob tatsächlich auch eine Photovoltaikanlage geplant ist. Eine Dachbegrünung dient der Klimafolgenanpassung und dem Klimaschutz. Die Stadt Ratingen fördert deswegen die Dachbegrünung mit bis zu einer Höhe von 5.000 Euro.

Einig über Landwirtschaftssubventionen

Es geht um hunderte Milliarden Euro, die in den kommenden Jahren aus der Europäischen Union in die Landwirtschaft fließen. Und um die Frage, wie umwelt- und klimagerecht die deutschen Bäuerinnen und Bauern dafür wirtschaften müssen. Dazu liegt eine Einigung von Umwelt- und Landwirtschaftsministerin des Bundes für die Förderung in Deutschland vor. Die Agrarförderung kommt aus 2 EU – Töpfen. Der Großteil des Landes fließt aus dem ersten Topf direkt an die Landwirte und orientierte sich bisher ausschließlich an der bewirtschafteten Fläche. Für ein Viertel der Direktzahlungen soll sich dies ändern. Hier müssen die Landwirte für eine Förderung Umweltschutzmaßnahmen durchführen. Welche, können sie aus einem Katalog von Umweltmaßnahmen wählen. Der zweite Topf dient traditionell der Entwicklung des Ländlichen Raums. Er soll für Umwelt- und Klimaschutz­maß­nahmen genutzt werden. Zunehmend wird dazu ein Anteil aus den Direktzahlungen abgezweigt. Von derzeit 6 Prozent soll der Anteil bis zum Jahre 2026 auf 15 Prozent steigen. Damit sollen eine nachhaltige Landwirtschaft, tierfreundlichere Ställe und der Ökolandbau gefördert werden. Der BUND begrüßt das Paket als Schritt in die richtige Richtung, Allerdings müsse das Budget für Ökoförderung im Laufe der Laufzeit erhöht, ein Höchstbetrag pro Betrieb festgesetzt und mehr Geld für den Ökolandbau eingeplant werden. Der Deutsche Bauernverband zeigt sich über die Vereinbarung sehr empört.

Wer trägt die CO2-Mehrkosten, Vermieter oder Mieter?

Die große Koalition hatte sich lange über eine gerechte Aufteilung der Mehrkosten für die Wohnungen durch den seit 1. Januar geltenden Preis auf Öl und Gas gestritten. Im Zuge der der Kabinettbeschlüsse zum Klimagesetz einigte sich die Bundesregierung auf eine 50 : 50 Lösung. Die Hälfte der Kosten soll der Vermieter, die Hälfte der Mieter tragen. Die Haus-besitzerverbände liefen Sturm gegen diese Regelung. Die Lenkungswirkung des CO2-Preises entstünde nur, wenn die Mieter diesen vollständig tragen. Die Bundesregierung bediente mit dem Beschluss die Klischees vom wohlhabenden Vermieter und dem armen Mieter. Die Hausbesitzerverbände fanden Gehör bei der CDU/CSU – Bundestagsfraktion. Diese lehnt die Vereinbarung in der Bundesregierung ab und düpiert so ihre eigenen Minister. Die SPD zeigte sich darüber sehr verärgert und will an der nach ihrer Ansicht sozialverträglichen Klima­kostenaufteilung festhalten. Bei Redaktionsschluss dieser Sendung war noch keine Lösung bekannt.

Sie hören einen Verbrauchertipp zum Wassersparen beim Duschen

Wer seine Energiekosten senken möchte, sollte beim Duschen einen Sparduschkopf verwen­den. Zehn Prozent der Energiekosten eines Haushaltes werden durch Warmwasser verursacht. Der Sparduschkopf mit einem Preis von ca. 20 Euro kann den Warmwasser­verbrauch um bis zu 50 Prozent verringern. Auf dem Sparduschkopf muss ausdrücklich verzeichnet sein, dass er einen Durchfluss von weniger als 9 Liter pro Minute hat. Bezeichnungen wie „Eco“ und „sparsam“ sind nicht aussagekräftig. Man sollte sich beim Kauf für Einhebelmischer und thermostatische Mischung entscheiden. Am Waschbecken die Einhebelmischer immer auf kalt zurückstellen. Der Wehrmutstropfen bei unserem Verbrauchertipp: Haushalte mit hydrau­lischen Durchlauferhitzern sind oft mit Sparduschköpfen nicht kombinierbar, weil die Durch­lauferhitzer einen größeren Wasserdurchfluss benötigen.

BUNDnessel-Radio November 2020 Dauerbrenner A44 und Nistplätze für Steinkäuze gesucht

Im Umweltmagazin BUNDnessel am  Montag, 09. November  20:00  Uhr im Bürgerfunk von Radio Neandertal  (UKW 97,6) geht es auch mal wieder um ein altbekanntes Problem-Projekt: 

Dauerbrenner A44 - endich gesicherte Abwasserentsorgung?
Im Zuge des Weiterbaus der A 44 müssen im zukünftigen Autobahnkreuz Ratingen – Ost A44/A3 die verschmutzten Autobahnabwässer besonders sorgfältig gesammelt und gereinigt werden. Denn in diesem Bereich wird Trinkwasser gewonnen. Jede Verschmutzung  wäre verhängnisvoll. Vor kurzem ist die insgesamt vierte Planung dazu ausgelegt worden. Ob nun endlich eine ordnungsgemäße Planung vorliegt, dazu hören Sie die Geschwister Dr. Margarete Bruckhaus und  Dr. Alfred Bruckhaus.. Sie sprechen über die Stellungnahme, die sie für die Umwelt- und Naturschutzverbände erarbeitet haben. 

Neben diesem Hauptthema geht es unter anderem Kurznachrichten zur Suche nach geeig­ne­ten Nistplätzen für Steinkäuze, zur energetischen Sanierung im Kreis, zu Reduzierung von Ticket­preisen bei Bus und Bahn und zur Gefährdung des Weltnaturerbes. Weitere Kurznach­richten beschäftigen sich mit verschärften Anforderungen an die Reduzierung des CO2-Aus­stoßes, mit der Förderung des Fußgängerverkehrs, mit hohen Schäden durch Treibhausgase und mit der  regionalen Wirtschaftsförderung durch erneuerbare Energien. Der Verbraucher­tipp dreht sich um Fragezeichen bei Bekleidung aus Wolle.

Neue Wohnungen für Steinkäuze in Ratingen gesucht                                                          
Nachdem sich im Norden von Ratingen-Homberg ein Steinkauz-Pärchen niedergelassen hat, hat  der Naturschutzbund NABU  nun die Voraussetzungen für eine weitere Ansiedlung in Homberg geschaffen. Jahrelang hat bundesweit der Bestand an Steinkäuzen abgenommen. Das hat verscheidene Gründe.

Radikale Veränderung auch in Deutschland erforderlich                                                        
Die Europäische Union hat Mitte Dezember beschlossen, dass der Ausstoß von Treibhausgasen statt bisher um 40 Prozent nunmehr um 55 Prozent bis zum Jahr 2030 im Vergleich zum Basisjahr 1990 gesenkt werden soll. Umwelt- und Klimaschützer halten nicht einmal dies  für ausreichend, um die Erhöhungsgrenze des Pariser Klimaabkommens von 1,5 Grad zu erreichen. Aber schon das CO2-Reduzierungsziel von 55-Prozent-Ziel wird von Deutschland gewaltige Anstrengungen erfordern. 

Einigung in der großen Koalition über die Novellierung des Erneuerbaren Energie Gesetzes
Der  bisher festgesetzte Anteil von Ökostrom von 65 Prozent im Jahre 2030 soll steigen. Die genaue Marke soll in den nächsten Monaten aufgrund des oben genannten Beschlusses der Europäischen Union festgesetzt werden. Ausgeförderte Solaranlagen müssen nicht mit intelligenten Stromzählern ausgerüstet werden, weil dies sie unrentabel gemacht hätte. Windenergieanlagenbetreiber bekommen für die Altanlagen vorerst den Marktwert des Stroms plus 1 Cent.

Verkehrswende für Fußgänger                                                                                                  
Jeder fünfte Weg in Deutschland wird rein zu Fuß zurückgelegt. Aber als Fortbewegungsmittel wird Zu-Fuß-gehen bisher stiefmütterlich behandelt. Vorrang hat die Flüssigkeit des Autoverkehrs. Dies zeigt sich  an der gesetzlichen Regelung, dass Fußgänger Straßen zügig auf dem kürzesten Weg quer zur Fahrtrichtung überschreiten müssen. Dies wird auch deutlich an mindestens einem toten Fußgänger pro Tag in Deutschland. Doch es ist Bewegung in die Sache gekommen. 

Klimaschutz durch Lockdown und staatliche Zielsetzungen                                              
Das UN-Umweltprogramm kam im vergangenen Jahr zum Ergebnis, dass die Welt zwischen 2020 und 2030 jedes Jahr 7,6 Prozent ihrer Treibhausgase einsparen müsste. Dieser Wert ist aufgrund der Maßnahmen gegen das Coronavirus in diesem Jahr nahezu erreicht worden. Doch der Lockdown rettet das Klima nicht. Es gibt jedoch andere hoffnungsvolle Anzeichen, dass die Staaten 5 Jahre nach dem Paris-Abkommen umsteuern.

Plakette für 11 vorbildlich sanierte Gebäude im Kreis Mettmann                                
Viele Bürgerinnen und Bürger des Kreises haben sich in kurzer Zeit um eine Auszeichnung der Kampagne „ALTBAUNEU-ausgezeichnet“  beworben. Mit der Kampagne soll für die energetische Sanierung von Altbauten geworben werden. Diese energetische Sanierung ist ein wichtiger Bestandteil, um die Klimaziele des Kreises Mettmann zu erreichen.

Verspieltes Naturerbe                                                                                                                
Das einzigartige Wattenmeer an der Nordsee ist Weltnaturerbe. Doch das sensible Ökosystem ist bedroht durch steigenden Meeresspiegel und durch Erwärmung des Wassers. Als Brutstätte für Zugvögel droht es längerfristig auszufallen. Deswegen steht das Wattenmeer  auf einer Liste der durch den Klimawandel bedrohten Weltnaturerben. 

Der Ausbau von erneuerbaren Energien nutzt der regionalen Wirtschaft und schafft Arbeitsplätze
Weit verbreitet ist die Annahme, dass die Menschen an Ort und Stelle nur wenig davon haben, wenn Maßnahmen der erneuerbaren Energien durchgeführt werden. Eine Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY im Auftrage des Bundesverbandes der Energie-und Wasserwirtschaft kommt zum Ergebnis, dass dies unzutreffend ist. 

Die nächste Mon­tags-Sendung erklingt am Montag, 8. Februar um 20.04 Uhr.