Liebe Hörerinnen und Hörer!

Die asiatische Hornisse hat sich etabliert, in Langenfeld wird ein Großspeicher installiert. In Monheim geht es um den Sportpark und in Hilden um Tempo 30.

Der Papst beurteilt KI, es gibt zu viele Kurzflüge und Greenpeace beurteilt die EU Verteidigung.

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Wir wünschen viel Vergnügen.

Das war die BUNDnessel, die Sendung der Kreisgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz auf Radio Neandertal. Am Sonntag dem 5. Juli um 19 Uhr gibt es die nächste BUNDnessel.

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Im Studio waren Dorothee Kreder, Erik Klein und Volker Förster. Für die Musik der heutigen Sendung bedanken wir uns bei DJ Teddy aus Erkrath.

Mein Name ist Götz-Reinhardt Lederer

Wir wünschen einen guten Abend!

Sie jagt wie eine „High-Tech-Drohne“

Die Asiatische Hornisse ist im Kreis Mettmann etabliert, Nester werden nur noch selten entfernt

Die Asiatische Hornisse droht sich auch in Hilden und Haan exponentiell zu vermehren. Die Imker im Kreis Mettmann befürchten das Schlimmste für ihre Bienenvölker. In Hilden etwa sind mindestens schon zwei Bienenvölker durch die aggressive Insektenart vernichtet worden.
„Aufgrund ihrer mittlerweile weiten Verbreitung gilt die Art inzwischen aber als etabliert“, heißt es beim Kreisimkerverein Mettmann. Mit der Konsequenz, dass die Behörden die Nester nur noch entfernen müssen, wenn eine unmittelbare Gefahr für Menschen bestehe, etwa in der Nähe eines Kindergartens.
Doch kampflos aufgeben, das sei keine Option, hatte Johannes Caspary, Vorsitzender des Bienenzuchtvereins für Hilden und Umgebung, im Gespräch mit unserer Redaktion im März gesagt. Denn: „Wenn die sich hier weiter verbreitet, dann ist es aus mit den Bienen und der Imkerei im Kreis Mettmann. Und dann werden Sie hier bald keinen Apfel mehr vom Baum pflücken“, warnte Caspary.
Um die weitere Ausbreitung dieser invasiven Art einzudämmen und mögliche Gefahren frühzeitig zu erkennen, sei die Meldung von Nestern bei den örtlichen Imkern wichtig, so der Kreisimkerverband. Die Asiatische Hornisse sei für Menschen grundsätzlich nicht gefährlicher als die heimische Hornisse, stelle jedoch eine Bedrohung für heimische Insektenarten dar.
Bienen, zumal die Honigbiene, seien der Asiatischen Hornisse schutzlos ausgeliefert. „Die Räuberin steht wie eine High-Tech-Drohne vor dem Eingang des Bienenstocks in der Luft, packt sich die nächstbeste Biene, die herausfliegt, zerlegt sie ganz in der Nähe und fliegt mit dem, was sie von der Biene verwerten kann, in ihr Nest“, schildert Caspary die Jagd. Das klingt beängstigend, besonders für die Bienen. Instinktiv bleiben die laut Caspary lieber in ihrem Stock und stellen das Pollensammeln ein. Heißt: kein Futter mehr im Stock, kein Eierlegen durch die Königin, kein Nachwuchs mehr. Nach spätestens sechs Wochen sei das Bienenvolk ausgestorben.
Gerade jetzt entstehen nach Angaben der Imker die sogenannten Primärnester, in denen die ersten Arbeiterinnen schlüpfen. Die Nester wachsen kontinuierlich weiter und erreichen häufig die Größe eines Handballs, können jedoch auch Durchmesser von bis zu 80 Zentimetern erreichen. Bereits zu diesem Zeitpunkt sei Vorsicht geboten, da die Tiere ihre Nester aggressiv verteidigen können. Ein Nest könne dabei insgesamt zwischen 4000 und 10.000 Einzeltieren beherbergen.
Bei der Sichtung eines Nestes können sich Bürgerinnen und Bürger direkt an die örtlichen Imkereien wenden oder das Online-Meldeportal des Kreisimkervereins Mettmann nutzen. 
Der Hildener Imkerverein etwa hat sich eine Teleskop-Lanze angeschafft, mit der sich die etwa ein Meter großen Baumnester mittels Einstaubung mit Aktivkohle bekämpfen lassen. In Baumwipfel in bis zu 30 Meter Höhe komme man damit. Gut 6000 Euro haben die Bienenzüchter für die Lanze, Schutzausrüstung und weiteres Zubehör ausgegeben.
Quelle: WZ 22. Mai 2026

Hilden weitet Tempo-30-Zonen deutlich aus

Wegen hoher Lärmbelastung gilt künftig auf mehreren Hauptstraßen Tempo 30 – Die Stadt verspricht weniger Lärm, saubere Luft und Sicherheit

In Hilden wird es künftig deutlich mehr Bereiche geben, in denen nur noch Tempo 30 gefahren werden darf. Das hat die Stadt Hilden mitgeteilt. Hintergrund ist der im Jahr 2024 vom Stadtrat beschlossene Lärmaktionsplan. 
Die Geschwindigkeitsreduzierung betrifft auch Teile der Hauptverkehrsstraßen, die von Norden oder Süden in die Innenstadt hinein bzw. aus ihr herausführen. Eine Ausnahme bildet die Verbindung von Westen nach Osten und umgekehrt über den Straßenzug über Düsseldorfer Straße, Benrather Straße, Berliner Straße und Walder Straße. Sie bleiben aufgrund ihrer Funktion im überörtlichen Verkehrsnetz sowie des breiten, teilweise vierspurigen Straßenquerschnitts zunächst weiterhin bei Tempo 50. „Insbesondere die an die Berliner Straße angrenzende Wohnbebauung ist zudem bereits weitgehend nach modernen Lärmschutzstandards errichtet.“
Grundlage der ganztägigen Tempo-Reduzierung auf 30 km/h ist der fortgeschriebene Lärmaktionsplan der Stadt Hilden, den der Rat im Juni 2024 beschlossen hat. Darin enthalten sind laut Stadt verschiedene Maßnahmen zur Lärmminderung, darunter auch die Ausweitung von Tempo 30 auf hoch belastete Straßen. Dem Beschluss ging ein umfangreiches Beteiligungsverfahren voraus, an dem Politik und Bürgerschaft beteiligt waren. „Viele Bürger haben sich im Rahmen der Beteiligung ausdrücklich für Maßnahmen zur Lärmminderung ausgesprochen“, so Stuhlträger weiter. 
Tempo 30 bringt nach Einschätzung der Stadt mehrere Vorteile 
- weniger Lärm: Die Zahl der Menschen, die hohen Lärmbelastungen von über 70 dB(A) ausgesetzt sind, sinkt deutlich.
- bessere Luft: Gleichmäßigere Fahrweisen mit weniger starkem Beschleunigen reduzieren Schadstoffemissionen.
- mehr Sicherheit: Mehr Reaktionszeit, kürzere Anhaltewege und geringere Aufprallkräfte können Unfallfolgen deutlich verringern.
- stärkerer Radverkehr: Niedrigere Geschwindigkeiten erleichtern das sichere Miteinander auf der Fahrbahn und erhöht dadurch das subjektive Sicherheitsgefühl und auch die Aufenthaltsqualität auf den Bürgersteigen entlang der Straßen.

Ein häufig geäußerter Punkt betrifft laut Stuhlträger mögliche längere Fahrzeiten. Ein Vergleich auf einer typischen innerstädtischen Strecke – von der Gerresheimer Straße/Nordring bis zur Tiefgarage der Sparkasse – zeige nach Einschätzung der Stadt jedoch: Die Unterschiede bleiben gering. „Mit dem Auto dauert die Fahrt bei Tempo 30 im Durchschnitt nur etwa eine Minute länger, im öffentlichen Nahverkehr ein bis zwei Minuten“

Die Ampelschaltungen will die Stadt zunächst unverändert lassen. Unabhängig davon plant die Stadt, im Jahr 2027 alle Ampelanlagen im Stadtgebiet neu zu berechnen und – wo erforderlich – anzupassen.

Für die Überwachung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit sind in Hilden die Polizei sowie der Kreis Mettmann zuständig. Die Stadt Hilden selbst führt keine Geschwindigkeitskontrollen durch. 3049 Quelle:WZ Annette Ludwig

Bauleitplanung für Batteriespeicher läuft an

Die Planungen für den Batteriespeicher von Kyon Energy im Süden Langenfelds gehen in die nächste Phase. Vorgesehen ist eine Anlage mit einer Leistung von 100 Megawatt und einer Speicherkapazität von 200 Megawattstunden. 
„Der Batteriespeicher in Langenfeld soll nicht nur einen Beitrag zur Energiewende insgesamt leisten, sondern auch vor Ort einen konkreten Nutzen entfalten. Uns ist wichtig, das Projekt transparent weiterzuentwickeln und gemeinsam mit Politik, Verwaltung, Stadtwerken und Bürgerschaft tragfähige Lösungen zu schaffen“, sagt Markus Knobloch, Projektentwickler bei Kyon Energy. Auch Bürgermeister Gerold Wenzens betont, wie wichtig ein behutsames Vorgehen ist: „Für uns ist entscheidend, dass ein Projekt dieser Größenordnung nicht isoliert gedacht wird, sondern sich gut in die lokalen Anforderungen einfügt. 
Geplant ist der Batteriespeicher auf mehreren Flurstücken in Reusrath, in der Nähe bestehender Hochspannungsinfrastruktur. Nach Angaben des Unternehmens wurden im Vorfeld verschiedene Standorte geprüft. Ausschlaggebend für die Auswahl seien unter anderem planungsrechtliche, naturschutzfachliche und immissionsschutzrechtliche Kriterien gewesen.
Die Anlage soll direkt an das Hochspannungsnetz angeschlossen werden. Die Projektfläche umfasst rund 13.000 Quadratmeter. Zudem sind Begrünungsmaßnahmen und ökologische Ausgleichsflächen geplant.
Mit dem Aufstellungsbeschluss für die Bauleitplanung wurde das formale Verfahren eingeleitet. Themen aus der frühzeitigen Bürgerbeteiligung werden nach Angaben der Beteiligten nun weiter geprüft. Dabei geht es unter anderem um mögliche Lärmemissionen und den Artenschutz. „Solche Anlagen brummen – das sage ich ganz offen“, sagte Stephan Anhalt, Referatsleiter für Stadtplanung, bei der Bürgerinformationsveranstaltung. Das Unternehmen muss daher für ausreichenden Schallschutz sorgen. Außerdem läuft derzeit eine artenschutzfachliche Kartierung der Fläche.
Ziel ist es, die Bauleitplanung noch in diesem Jahr abzuschließen. Eine Inbetriebnahme des Speichers wäre nach aktuellem Stand vor Sommer 2029 möglich.
Großbatteriespeicher gelten als wichtiger Bestandteil eines Stromsystems mit steigenden Anteilen erneuerbarer Energien. Sie können überschüssigen Strom aufnehmen und bei höherem Bedarf wieder ins Netz einspeisen. Dadurch sollen Schwankungen ausgeglichen und Netzengpässe reduziert werden.
Nach Angaben von Kyon Energy könnte das Projekt zudem wirtschaftliche Auswirkungen für den Standort haben. Genannt werden mögliche Gewerbesteuereinnahmen im sechsstelligen Bereich sowie Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe. Vorgesehen ist außerdem eine Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Langenfeld. So besteht laut Kyon Energy die Möglichkeit, dass sich die Stadtwerke an dem Projekt beteiligen. In unmittelbarer Nähe des Großbatteriespeichers von Kyon Energy plant der Konkurrent Acton Energy Holding die Errichtung eines weiteren Großspeichers mit einer Anschlussleistung von 200 Megawatt und einer Speicherkapazität von 400 Megawattstunden.

Quelle: WZ

Papst Leo XIV. warnt vor Missbrauch der KI

Ein Papst kann nicht schweigen, wenn Machtpolitik gotteslästerlich überhöht und die „Auslöschung einer Zivilisation“ angedroht wird.

Das Christentum darf nicht zur Übertünchung eines grenzenlosen Narzissmus und einer unermesslichen Selbsterhöhung missbraucht werden. Der US-Präsident Trump hatte sich selbst als neuer Jesus inszeniert. Macht gegen Moral!

Zu Pfingsten 2026 warnte Papst Leo XIV. auch vor den Gefahren Künstlicher Intelligenz (KI). Die Tagesschau fasste die KI-Warnungen aus dem Vatikan so zusammen:

„Kleine, sehr einflussreiche Gruppen können Informationen und Konsum lenken, demokratische Prozesse konditionieren und die wirtschaftliche Dynamik beeinflussen“, schreibt der Papst. Deshalb sei es „unerlässlich, dass der Einsatz von KI – insbesondere, wenn es um öffentliche Güter und Grundrechte geht – von klaren Kriterien und wirksamen Kontrollen begleitet wird“.

Auch der Besitz der Nutzerdaten müsse reguliert werden. Mehrfach betont der Papst, dass KI auf menschliche Werte und Moral ausgerichtet sein müsse. Allerdings nütze auch das nichts, „wenn diese Moral von einigen wenigen bestimmt wird“.

Besonders kritisch äußert sich der Pontifex über die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf Konflikte. Mit KI-gestützten autonomen Waffensystem sei Krieg in der heutigen Zeit wieder „durchführbarer“ gemacht worden. „Daher ist es nicht zulässig, tödliche oder jedenfalls irreversible Entscheidungen künstlichen Systemen anzuvertrauen.

Leo XIV. äußert sich in der Enzyklika auch zu der Frage, was KI für die Arbeitswelt bedeutet. In seinem Text ist von „neuen Formen der Sklaverei“ die Rede – beispielsweise in KI-Rechenzentren oder bei der Herstellung von Mikrochips beziehungsweise technischen Geräten wie Computer oder Smartphones, in denen KI zum Einsatz kommt. In einigen Regionen der Welt arbeiteten auch Kinder und Jugendliche unter gefährlichen Bedingungen. „Körper werden verletzt, verstümmelt und verbraucht, damit der Datenfluss nicht zum Stillstand kommt“, so der Papst. „Diese Wirklichkeit stellt das moralische Gewissen unserer Zeit vor eine große Herausforderung.“

Mehrfach stellt der Papst in dem Text heraus, dass das Menschliche trotz aller technologischen Fortschritte an erster Stelle stehen müsse. „Kein noch so ausgeklügeltes Computersystem erschafft ein Herz, das sich hingibt, oder ein Gewissen, das das Gute erkennt.“

Die erste Enzyklika eines neuen Papstes gilt als eine Art Regierungserklärung. Leo XIV. ist mit dieser Warnung über KI auf der Höhe der Zeit: Technischer Fortschritt ja – aber bitte nicht unkontrolliert.

Was Papst Leo an Pfingsten mit seiner ersten Enzyklika „Magnifica Humanitas  oder Großartige Menschheit“ vorgestellt hat, ist ein Grundsatzprogramm des christlichen Pazifismus. KI müsse „entwaffnet“ werden wie die Atomenergie und die Atomwaffen. Die künstliche Intelligenz müsse allen Menschen dienen und nicht nur einigen superreichen Hightech- Milliardären. Damit ist und bleibt der Papst weiterhin der eigentliche Gegenspieler seines Landsmanns Präsident Donald Trump.

Quelle Franz Alt 2026 30.05.2026

Neuer Bayer-Plan fällt erneut durch

Rund um das Thema Bayer-Leistungszentrum war es zuletzt ruhig. Ein halbes Jahr lang saßen Bayer 04 Leverkusen und die Monheimer Politik am Tisch, lobten immer wieder die „konstruktive“ Atmosphäre und verhandelten hinter verschlossenen Türen. .Wenn man die Stellungnahmen liest, die beinahe zeitgleich veröffentlicht wurden, gleicht der gesamte Prozess einem kommunikativen Armutszeugnis.
Während der Fußball-Bundesligist Bayer 04 Leverkusen nach einem halben Jahr vertraulicher Verhandlungen eine überarbeitete, erneut deutlich abgespeckte Version für den Campus im Monheimer Süden präsentiert, ließen die drei Ratsfraktionen, bestehend aus CDU, SPD und Grünen, gemeinsam mit der parteiunabhängigen Bürgermeisterin Sonja Wienecke die Bombe platzen: Auch die neuen Pläne sind für Monheim an diesem Standort nicht tragbar. Von einer echten Annäherung war man trotz aller „konstruktiven Beratungen“ offenbar meilenweit entfernt. Die Fronten sind verhärteter denn je.
Wie Bayer 04 mitteilte, sei man in den vergangenen Monaten intensiv auf die teils massive Kritik aus der Politik und der Bürgerschaft eingegangen. Das Ergebnis der Überarbeitung: Die Gesamtfläche der Anlage schrumpft von den ursprünglich angesetzten 22 Hektar auf nunmehr rund 15 Hektar. Statt der zunächst geplanten zwölf Fußballplätze sollen es nur noch 10 Felder werden. Zudem verspricht der Verein spürbar größere Abstände zur Wohnbebauung .
Auch baulich gab es Zugeständnisse: Das Multifunktionsgebäude wurde verkleinert und komplett aus dem sensiblen Grünzug auf eine Fläche verlagert, für die bereits ein rechtskräftiger Bebauungsplan besteht. Das massive Parkhaus – ein zentraler Streitpunkt – soll zudem nicht mehr auf dem Campus selbst, sondern auf dem benachbarten Gelände der Bayer-Division CropScience auf der anderen Straßenseite errichtet werden.
Doch das Entgegenkommen aus Leverkusen verfehlt in Monheim seine Wirkung offenbar komplett. Zwar erkennen die drei Parteien in einer umgehend veröffentlichten, gemeinsamen Erklärung ausdrücklich an, dass Bayer 04 „Anpassungen an der ursprünglichen Planung vorgenommen hat“, doch in der Sache bleiben CDU, SPD und Grüne unerbittlich. 

Das zentrale Totschlagargument der Politik bleibt der unbedingte Flächenschutz. Monheim gehöre zu den am dichtesten besiedelten Städten Nordrhein-Westfalens. Den wenigen verbliebenen Freiflächen komme daher eine herausragende Bedeutung für Natur, Klima, Naherholung und Lebensqualität zu. „Deshalb kann die bisher vorgelegte Planung an der Alfred-Nobel-Straße aus unserer Sicht nicht weiterverfolgt werden“, heißt es unmissverständlich.
Man habe Bayer alternative Standorte – auch interkommunale Lösungen mit Leverkusen – vorgeschlagen, die der Verein jedoch aufgrund von Umweltrestriktionen, fehlenden Flächen oder unternehmensinternen Prioritäten abgelehnt habe. Diese Argumente seien aus Sicht des Unternehmens zwar nachvollziehbar, für die Stadtvertreter bleibe der Schutz des Wohnumfeldes aber der ausschlaggebende Maßstab. 
Bayer 04 will das Projekt trotz des massiven politischen Gegenwinds offenbar nicht kampflos aufgeben und setzt nun auf die direkte Mobilisierung der Öffentlichkeit.

Quelle:WZ Florian Teichert

Gut ersetzbare Kurzflüge

 

Fast jede zweite in Deutschland fliegende Maschine legt weniger als 1.000 Kilometer zurück. Das zeigen aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts

 

Knapp jeder zweite Flieger, der an deutschen Flughäfen startet oder landet, legt nur eine Kurzstrecke zurück. Das zeigen veröffentlichte Zahlen des Statistischen Bundesamts. Kurzstreckenflüge von maximal 1.000 Kilometern machten 45 Prozent der 1,5 Millionen Passagierflüge von oder nach Deutschland im Jahr 2025 aus.

 

82 Prozent der Kurzflüge starteten oder landeten im nahe gelegenen Ausland. Die Verbindung von Frankfurt am Main nach London war 2025 mit 11.000 Flügen am beliebtesten. Darauf folgen innerdeutsche Strecken, mit knapp 11.000 Flügen sind das Frankfurt am Main–Berlin, Frankfurt am Main–München mit 10.7000 Reisen sowie von Frankfurt am Main nach Hamburg mit 10.300

Verbindungen. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Zahl der Kurzflüge im ersten Quartal 2026 um 3 Prozent ab. In den ersten Monaten des Jahres haben Pilot*innen und das Kabinenpersonal der Lufthansa gestreikt.

 

Umweltverbände fordern die Streichung von Kurzflügen und einen Ausbau des Schienennetzes. „Jeder Kurzstreckenflug, egal ob Charter oder Privatjet, ist einer zu viel“, sagte Achim Heier vom globalisierungskritischen Netzwerk Attac, das Teil der Anti-Luftfahrt-Initiative Stay Grounded ist.

 

„Gerade Kurzstreckenflüge verursachen unverhältnismäßig hohe Emissionen“, erklärte Merle Riebandt, Expertin für Flugverkehr bei der Naturschutzorganisation Robin Wood. Am Boden zu bleiben, nutze nicht nur dem Klima, sondern trage auch dazu bei, Kriege um fossile Ressourcen zu

vermeiden. „Das wussten wir schon vor der aktuellen Energiekrise. Allein der politische Wille fehlt“, so Riebandt.

Folgen für den Flugverkehr in den kommenden Monaten könnte die Kerosinknappheit durch die Blockade der Straße von Hormus haben. Aufgrund des Kerosinmangels „könnten in nächster Zeit viele Flüge gestrichen werden – insbesondere auf der Kurzstrecke“, erwartet das Statistische

Bundesamt.

 

Unabhängig von der drohenden Knappheit hat der Bundestag vor Kurzem die Senkung der Flugticketsteuer beschlossen. Dadurch sollen Flugtickets wieder günstiger werden. Das sei „ein Schlag ins Gesicht für alle Bemühungen, die Klimaziele noch zu erreichen“, so Attac-Vertreter Heier.

Quelle: TAZ 27.5.26 Evke Bakker

Die EU-Länder betreiben „rüstungspolitische Kleinstaaterei“, kritisiert Greenpeace in einer neuen Studie. Das gehe zulasten der gemeinsamen Sicherheit

Die europäischen Nato-Staaten sind Russland in vielen militärischen Fragen überlegen, doch in der EU werden zusätzliche Verteidigungsausgaben nicht sinnvoll verplant. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Untersuchung von Greenpeace, in der die Organisation Waffensysteme, Truppenstärken und Verteidigungsbudgets zwischen den europäischen Nato-Staaten und Russland miteinander vergleicht. Die Autoren beklagen eine „rüstungspolitische Kleinstaaterei“, die in den europäischen Staaten dazu führe, dass die Militärausgaben vor allem national eingesetzt würden – zulasten von

Effizienz und einer verbesserten gemeinsamen Sicherheit.

Co-Autor und Greenpeace-Experte für Abrüstung, Alexander Lurz, sieht die Ausnahme der Schuldenbremse für deutsche Verteidigungsausgaben als ein zentrales Problem. „Die Notwendigkeit für Effizienz und Zusammenarbeit nimmt ab, wenn Geld praktisch ohne Limit zur Verfügung steht“, sagte er der taz. Dies gelte umso mehr, als in anderen gesellschaftlichen Bereichen – vom Klimaschutz bis zur Sozialpolitik – gespart werde. Nationale Egoismen seien in der EU bei Verteidigungsfragen schon längst nicht mehr zeitgemäß.

Die europäischen Nato-Staaten gaben zusammen mit Kanada im Jahr 2025 knapp 540 Milliarden Euro für ihre Streitkräfte aus. Russland wendete kaufkraftbereinigt im selben Jahr etwa 465 Milliarden Euro auf.

Laut der Untersuchung übertreffen die europäischen und kanadischen Arsenale in zahlreichen großen Waffensystemen wie Panzern, Kampfflugzeugen und Kriegsschiffen das russische Waffendepot. Zudem habe Russland in vielen dieser Rüstungsbereiche einen deutlichen technologischen Rückstand gegenüber den Nato-Staaten und müsse im Krieg gegen die Ukraine etwa auf bereits eingemottete Panzer von vor 50 Jahren zurückgreifen. Nur bei Atomwaffen und strategischen Bombern halten Russland und die Nato – inklusive der USA – fast ihre Schreckensbalance. Nach Auffassung von Beobachtern befindet sich die Welt im nuklearen Bereich längst in einer Aufrüstungsspirale.

Laut der Greenpeace-Untersuchung sind Europa und Kanada Russland bei der Truppenstärke überlegen: Das Verhältnis der aktiven Kräfte beträgt der Untersuchung zufolge 1,96 Millionen Soldat*innen gegenüber 1,23 Millionen.

Trotz der zahlenmäßigen und finanziellen Überlegenheit seien die europäischen Streitkräfte in einigen zentralen militärischen Bereichen von den USA abhängig. Das gilt laut den Studienautoren insbesondere für die Satellitenaufklärung oder für logistische Aufgaben wie Lufttransporte. Auch bei der Luftverteidigung und der Munitionsproduktion sei Europa ohne die USA stark verwundbar.

Die Autoren – darunter auch der Friedensforscher Herbert Wulf – bemängeln, dass die europäischen Staaten trotz dieser Unzulänglichkeiten es nicht schaffen, gemeinsame Prioritäten in ihrer Verteidigungspolitik zu setzen. So seien die nationalen Verteidigungsetats um ein Vielfaches größer als diverse europäische Initiativen in dem Bereich.

Quelle: taz 27.5.26 Cem-Odos Güler