Kreisgruppe Mettmann
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Kreisgruppe Mettmann

Liebe Hörerinnen und Hörer, Sie hören die Bundnessel, die Sendung der Kreisgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) auf Radio Neandertal.

Die BUNDnessel gibt es zweimal im Monat: Jeden ersten Sonntag um 19 Uhr und jeden zweiten Montag im Monat, dann um 20 Uhr.

Ich grüße alle Karnevalmuffel oder auch die, die schon erschöpft vom Rosenmontagszug zurück zu Hause sind.

In Mettmann hat sich die Ortsgruppe zur Jahreshauptversammlung getroffen, Erkrath tut was gegen Schottergärten, In Wülfrath geht es um Bebauung und Flächenverbrauch und der Kreis sorgt sich um Mieten.

Die Reichen werden immer reicher, Kohlendioxid unter die Erde zu verpressen, ist keine Lösung, dazu gibt es ein Interview mit Herrn Messner, dem Leiter des Bundesumweltamtes.

Unsere Beiträge können Sie im Internet auf unserer Homepage nachlesen unter:

BUND-kreis-mettmann.de

Im Studio waren Chista Simon, Dorothee Kreder, Erik Klein und Volker Förster. Für die Musik der heutigen Sendung bedanken wir uns bei DJ Teddy aus Erkrath.

Mein Name ist Götz-Reinhardt Lederer

Wir wünschen einen guten Abend!

„Weniger kann mehr sein“

Das Mitgestalten in demokratischen Gesellschaften erfordert immer persönliches Engagement. Dies ist umso schwerer während Krisensituationen, die vielfältige und verwobene Probleme aufwerfen. Daher existieren ungezählte Organisationen und Vereine, die in verschiedenen Bereichen tätig sind. Der „Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland“ (BUND) gehört seit 1975 dazu. Er kümmert sich um die Notwendigkeiten unserer Lebensgrundlagen, die häufig gefährdet sind. Die Mettmanner Ortsgruppe des BUND weiß, wie schwierig es ist, diese Aufgabe zu erfüllen.

„An unseren Infostand sprechen wir meist mit Bürgerinnen und Bürgern, die sich über Missstände in der Stadt beschweren. Unser letztjähriges Hauptthema, die zunehmende Versiegelung durch Schottergärten, ist leider zum Dauerbrenner geworden. Wir müssen feststellen, dass diese Art der Gartengestaltung oftmals wider bestehender Gesetze zunimmt“, beklagt Ursula Ripke, Vorsitzende der BUND-Ortsgruppe, in ihrem Rückblick auf das vergangene Jahr während der Jahreshauptversammlung der Gruppe. Von den über 80 Mitgliedern sind nur eine Hand voll erschienen. Noch so ein Problem: Es fehlen aktive Mitglieder.

Dabei gibt sich die Gruppe Mühe, ihr Anliegen zu vermitteln. Zwei bis drei Infostände im Jahr, die Organisation bei der Krötenwanderung im Neandertal, eine Müllsammlung, Stellungnahmen zu Bauvorhaben und immer wieder Gespräche mit Verantwortlichen zu konkreten Anlässen sind Teile der Vereinsarbeit. „Wir brauchen ein städtisches Grünflächenkataster und ein Klimakonzept, das die Richtung eindeutig vorgibt“, sagt Kassierer Peter Mohr. Da gute Worte und vorbildhafte Taten die „Klimasünder“ offenbar nicht erreichen, muss man über wirksame Sanktionen nachdenken, die das Gesetz durchsetzen. Aber es geschieht nichts, so die Meinung der Ortsgruppe. Sie ärgert sich auch, dass die Stadt ihre Grünflächen nicht zeitgemäß pflegt. „Auf vielen Arealen kann man feststellen, dass weniger Rückschnitt und Rasenmähen ein Mehr für die Umwelt bedeuten würde. Man muss flexibel auf die sich ändernde Vegetationsphase reagieren“,

Der Leitsatz „Global denken – lokal handeln!“ ist zwar richtig, aber beispielsweise der Zusammenhang des Abschmelzens der Polkappen und dem Asphaltieren eines Parkplatzes vor dem Eigenheim ist manchem Grundstücksbesitzer nicht nachvollziehbar. „Vielleicht reagieren solche Leute erst, wenn der Keller unter Wasser steht“, merkt Mohr bissig an. Damit es nicht soweit kommt, will die Ortsgruppe kleinteilig im Rahmen ihrer Möglichkeiten agieren.

„Für uns sind sachgerechte Informationen an die Bevölkerung wichtig, dazu kommen Aktionen und die Zusammenarbeit mit den Umweltämtern und der Politik. Doch derzeit stehen in Mettmann offenbar andere Dinge im Vordergrund“, meint Ursula Ripke, die sich der prekären Lage der Stadt bewusst ist. „Wir laden jeden ein, bei uns ehrenamtlich zu wirken. Dafür muss man nicht unbedingt Mitglied beim BUND sein“, so schließlich Ursula Ripke.

TME 1.2.24 Klaus Ulrich Grigo

Und nun eine Meldung aus Erkrath:

Freiflächen sind ab sofort als naturnahe Gartenfläche anzulegen

Mit Jahresbeginn trat in Nordrhein-Westfalen die Änderung der Landesbauordnung in Kraft. Sie regelt unter anderem den Ausbau von erneuerbaren Energien, die Einsparung von Emissionen bei Gebäuden sowie die Gestaltung von Freiflächen auf Privatgrundstücken neu. Die darin enthaltenen Änderungen haben auch Einfluss auf Grundstückseigentümerinnen und Eigentümer in Erkrath. Gemäß der aktuellen Fassung sind alle Garten- und Freiflächen innerhalb des Grundstücks als naturnahe Gartenfläche anzulegen und dürfen ohne triftigen Grund nicht mehr versiegelt werden.

Dies gilt auch für Grundstücke, deren Freiflächen bisher als Schottergärten gestaltet oder mit Kunstrasen versehen waren. Auch diese Flächen müssen unmittelbar zurückgebaut bzw. naturnah gestaltet werden. Die Gestaltung nicht überbauter Flächen von bebauten Grundstücken war zwar schon bei Einführung der Landesbauordnung im Jahr 1962 geregelt, jedoch noch nie so klar definiert wie jetzt. Freiflächen dürfen demnach nur noch für eine andere zulässige Verwendung versiegelt werden, beispielsweise für notwendige Zuwegungen oder Stellplätze – keinesfalls jedoch für die reine Gartengestaltung mit Kies, Schotter oder Kunstrasen. Nicht erlaubt sind Gartenflächen bzw. Vorgärten, die größtenteils mit Folie oder Vlies sowie Schotter, Splitt, Kies, wie auch Rindenmulch oder Holzhackschnitzel bedeckt werden und keine oder eine nur spärliche Bepflanzung aufweisen.

Änderung der Landesbauordnung erfordert sofortige Anpassung

Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümer sind angehalten, ihre Vorgärten sowie weitere Garten- und Freiflächen des gesamten Grundstücks naturnah zu belassen bzw. umzugestalten. Dadurch soll die Wasseraufnahmefähigkeit des Bodens gefördert werden um negative Auswirkungen auf die Umwelt zu vermeiden – etwa durch Überhitzung oder Überschwemmung. Ebenso besteht die Pflicht zur Begrünung der Flächen, um Insekten und Vögeln ausreichend Nahrungs-, Versteck- und Nistmöglichkeiten zu bieten. Ignorieren Eigentümer die Vorgaben der Landesbauordnung, können finanzielle Folgen drohen. Durch höhere Gebühren für Niederschlagswasser oder überschwemmungsbedingte Schäden am eigenen Gebäude. Dabei ist zu beachten, dass die Kosten möglicherweise nicht von der Versicherung übernommen werden, wenn ein Verstoß gegen die Landesbauordnung vorliegt.

Die städtische Bauaufsicht hat zu Beginn des Jahres mit der Bestandsaufnahme und Kontrolle aller Privatgrundstücke in Erkrath begonnen und wird festgestellte Verstöße gegen die Landesbauordnung sukzessive ahnden. Bürgerinnen und Bürger, die eine Beratung zur Vorsorge gegen Starkregen und Überflutungen wünschen oder Anregungen zur insektenfreundlichen Gestaltung der Freiflächen benötigen, finden auf der städtischen Homepage unter www.erkrath.de/klimaschutz ausführliche Informationen hierzu.

Stadt Erkrath 29.1.24

Velbert

Mit den ersten Schneeflocken und frostigen Nächten beginnen jetzt für Hauseigentümer und teilweise auch für Mieterinnen und Mieter verschiedene Pflichten.

„Wer nicht dafür sorgt, dass die Wege vor und auf dem eigenen Grundstück frei von Eis und Schnee sind, trägt zumindest ein Mitverschulden und haftet unter Umständen für den Schaden, wenn anderen dadurch etwas passiert“, warnt Andreas Adelberger, Leiter der Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW in Velbert.
 

Die Räum- und Streupflicht umfasst in der Regel Wege und Zufahrten auf dem eigenen Grundstück sowie die ans Grundstück angrenzenden Gehwege. Hauseigentümer können den Winterdienst über den Mietvertrag oder eine Hausordnung an ihre Mietparteien übertragen, sind aber dadurch nicht von der Pflicht entbunden. Rutscht eine Person wegen missachteter Räumpflicht auf einem schneebedeckten oder vereisten Weg aus und verletzt sich, können Ersatzansprüche auf denjenigen zukommen, der für die Streuung des Weges verantwortlich war. Ohne Haftpflichtversicherung muss der Verantwortliche die Schäden aus eigener Tasche übernehmen.

Welche Versicherung zahlt bei einem folgenschweren Sturz? Wird jemandem ein vorschriftsmäßig geräumter Gehweg dennoch zum Verhängnis, springt bei Verletzungen unter anderem die gesetzliche Unfallversicherung ein – aber nur dann, wenn der so genannte „Wegeunfall“ auf dem unmittelbaren Weg zur Arbeit oder anschließend auf dem direkten Heimweg passiert ist. Auch für diesen und sonstige Ausrutscher mit schmerzhaften Dauerfolgen zahlt die private Unfallversicherung. Ist die eigene Arbeitskraft aufgrund eines Sturzes dauerhaft beeinträchtigt, ist dies ein Fall für die Berufsunfähigkeitsversicherung.

Was außer Schneeschippen gehört zum Winterdienst? Mit dem Räumen und Streuen von Wegen ist der Winterdienst nicht unbedingt erledigt. So sind Passanten auch vor herabstürzenden Schneebrettern oder Eiszapfen zu schützen. Wird dadurch ein Mensch verletzt und trifft den Verantwortlichen dafür eine Schuld, kommt bei selbst bewohnten Eigenheimen die private Haftpflichtversicherung des Eigentümers auf. Bei vermieteten Gebäuden übernimmt die Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung den Schaden. Auch die private Haftpflichtversicherung von Mietern greift, soweit diese die Streupflicht hatten.

Welche Streumittel sind umweltfreundlich? Wer Gehwege eisfrei halten will, sollte zu umweltverträglichen salzfreien Streumitteln greifen, die eine abstumpfende Wirkung haben. Beispiele hierfür sind Sand, Splitt oder Granulat. Diese Stoffe bieten eine gute Alternative zum Salz, dessen Einsatz in vielen Kommunen ohnehin verboten ist. Empfehlenswerte Streumittel tragen oft das Umweltzeichen „Blauer Engel“. Sie sind garantiert salzfrei und schonen somit Böden, Wasser und Pflanzen

WZ 29.11.23

Ratingen/Kreis Mettmann

Eine beträchtliche Zahl von Landwirten im Kreis Mettmann bietet ihre Erzeugnisse wie Gemüse, Obst, Eier und Fleisch auf dem Weg der Direktvermarktung an – im eigenen Hofladen, auf dem Wochenmarkt und mittlerweile auch online.

Um einen aktuellen Überblick über die Vielfalt der frisch angebotenen Lebensmittel der regionalen Erzeuger im Neanderland zu geben, hat der Kreis Mettmann jetzt seine Broschüre „Frisch vom Hof im Neanderland“ komplett überarbeitet und in der bereits 7. Auflage veröffentlicht.

Landrat Thomas Hendele: „Unsere Landwirte stehen in einer zunehmend globalisierten Agrarwirtschaft in großer Konkurrenz. Sie können wirtschaftlich nur überleben, wenn sie für ihre qualitativ hochwertigen Produkte auch Käufer finden. Auf der anderen Seite legen Verbraucher zunehmend Wert auf eine hohe Qualität und Herkunft ihrer Lebensmittel. Die Broschüre bringt unsere Landwirte mit ihren regionalen Produkten und die Verbraucher aus dem Kreis Mettmann zusammen“, freut sich Landrat Hendele.

In der 68 Seiten starken Farbbroschüre des Kreises werden 37 direkt vermarktende Höfe vorgestellt. Zu jedem Hof gibt es einen kurzen Steckbrief mit Fotos, eine Auflistung der angebotenen Produkte, Internetadressen und Social-Media-Accounts sowie Anschrift und Öffnungszeiten des Hofes.

Zudem gibt es im Einkaufsführer neben einem Lageplan auch eine Übersicht mit den Wochenmärkten in den zehn Städten des Kreises und zum Siegel „TYPISCH-neanderland“, inklusive Kennzeichnung der ausgezeichneten Höfe.

Aufgelistet sind selbstverständlich auch die Erzeuger mit ihren Produkten aus Ratingen. Der Bauerngarten im Schwarzbachtal beispielsweise ist bekannt für seine Backwaren und Kuchen. Dafür stehen die Kunden am Wochenende schon mal gerne in der Schlange.


Die Broschüre kann ab sofort auf der Homepage des Kreises kostenfrei heruntergeladen werden. Für Bürger ohne Zugang zum Internet liegt eine begrenzte Anzahl von gedruckten Exemplaren beim Kreis bereit. Diese können vom Kreis bezogen werden. www.kreis-mettmann.de

WZ 2.12.23 Marita Jüngst

Elektroautos als mobiler Speicher und Beschleuniger der Energiewende

Bidirektionales Laden bietet die Möglichkeit, elektrisch betriebene Fahrzeuge als mobilen Zwischenspeicher für Strom zu verwenden. Dabei kann der Strom auch wieder aus der Batterie entnommen werden. Die Studie bereitet wissenschaftlich die Potenziale der E-Autos als Stromspeicher auf. Dabei berücksichtigt sie die aktuelle und künftige Marktentwicklung und verschiedene Rahmenbedingungen.    

Wenn das bidirektionale Laden ein erfolgreicher Trend in der Elektromobilität werden soll, müssen jetzt die Rahmenbedingungen geschaffen werden und alle Akteure schnell handeln. Dazu gibt die soeben erschienene Studie „Bidirektionales Laden in Deutschland – Marktentwicklung und Potenziale” konkrete Empfehlungen. Herausgeber sind die nordrhein-westfälische Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate und die baden-württembergische Landesagentur e-mobil Baden Württemberg.

Ulf Reichardt, Vorsitzender der Geschäftsführung von NRW.Energy4Climate: „Mit dem bidirektionalen Laden von Elektrofahrzeugen sind große Hoffnungen verbunden: Die Stromnetze sollen entlastet und große Mengen Erneuerbare Energie könnten zwischengespeichert werden. Die frühzeitige Einrichtung der Technologie ist jedoch wichtig, um möglichst viel von diesem Potenzial nutzen zu können.

Unter Berücksichtigung der von den Fahrzeugherstellern kommunizierten Planungen sind bis 2035 circa 65 Prozent aller Fahrzeuge technisch in der Lage, bidirektional zu laden. Somit ergibt sich ein Potenzial von circa 7 Millionen Fahrzeugen, die tatsächlich ihren Strom abgeben können. Mit dieser Menge an Fahrzeugen stünden bis zu 380 Gigawattstunden als mobiler Speicher zur Verfügung, was dreimal so viel ist wie der deutschlandweite Bedarf an stationären Batteriespeichern.  

Für eine flächendeckende und wirtschaftliche Einführung der Technologie braucht es die herstellerübergreifend Einigung auf Standards und Schnittstellen.

Laut den Berechnungen hätten mit dem Bestand an reinen Elektrofahrzeugen im Jahr 2023 in Deutschland bereits zehn Gigawatt an Speicherleistung zur Verfügung stehen können. Das entspricht in etwa der zehnfachen Leistung der deutschen Pumpspeicherkraftwerke.

Um die Potenziale erfolgreich nutzen zu können, müssen die Maßnahmen der einzelnen Akteure zeitlich aufeinander abgestimmt werden. Damit sich tragfähige Geschäftsmodelle entwickeln können, ist intensive Kommunikation und Information Voraussetzung.  

Quelle: NRW.ENERGY4CLIMATE 2023  10.11.2023

Hoffnungsschimmer für leidgeprüfte Parkplatzsuchende und verärgerte Fußgänger:

Ab 1. Januar fängt voraussichtlich eine neue Mitarbeiterin bei der Stadt Wuppertal an. Ihre wichtigste Aufgabe: Park- und Mobilitätskonzepte entwickeln für die eng bebauten Quartiere in Wuppertal.

Um Parkplätze in engen Vierteln gibt es immer wieder Diskussionen: Autofahrer sind von der Parkplatzsuche genervt, Fußgänger kritisieren, dass ihnen durch teilweise verboten parkende Autos kaum Platz bleibt. Zudem können parkende Autos die Wege für Rettungsdienst und Feuerwehr versperren.

Mit diesem Problem vertraut ist Jürgen Gerlach, Professor für Straßenverkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik an der Wuppertaler Universität. Seine Studenten untersuchen immer wieder die Situation in Wuppertaler Stadtteilen und stellten fest, dass die Straßenränder bis in die Kreuzungen hinein zugeparkt sind, meist dabei auch die Gehwege genutzt werden. Dass aber in Entfernungen von 300 bis 500 Metern Abstellplätze vorhanden wären. Er verdeutlicht: „Die Klage ,Ich finde hier keinen Parkplatz‘ heißt eigentlich ,Ich finde keinen kostenlosen Parkplatz vor meiner Tür.‘“

So gebe es zum Beispiel rund um den Rott in Barmen rund 1000 Parkplätze in Parkhäusern in maximal 300 Metern Entfernung, dazu weitere 1000 Parkplätze auf privaten Grundflächen. Dazu zählen Parkplätze an Supermärkten, aber auch Stellflächen an Arztpraxen oder Anwaltskanzleien, die nur tagsüber belegt sind. Die Nutzung der privaten Flächen während der Nacht müsse organisiert werden, etwa, indem den Supermärkten ein Ausgleich für höhere Reinigungskosten dafür gezahlt werde, dass sie nachts die Schranken öffnen.

 

Die Wuppertaler Stadtpolitiker fordern schon länger Parkraumkonzepte, so hat etwa die Bezirksvertretung Elberfeld im Jahr 2019 ein solches für das Mirker Quartier gefordert. Mit dem Beschluss zum Haushalt 2023 wurden 200 000 Euro für solche Planungskonzepte sowie die Mittel für die zusätzliche Stelle beschlossen.

Sedat Ugurman von der SPD, Vorsitzender des Verkehrsausschusses, hofft, dass damit jetzt Verbesserungen angegangen werden. „Das geht nicht von jetzt auf gleich, aber es sollte auch nicht Jahre dauern.“ Er bremst zugleich Hoffnung darauf, dass mit einem Parkraumkonzept „alles gelöst“ sei: „Wir organisieren das Parken, wir werden nicht mehr Raum schaffen.“

 

Beim Thema Anwohnerparken bleibt er zurückhaltend: „Eine wesentliche Erhöhung werden wir nicht machen.“ Seit Kurzem ist den Städten erlaubt, die Gebühren für Anwohnerparkausweise zu erhöhen, um damit das Parken zu steuern. Bisher kostet ein solcher Ausweis in Wuppertal 30 Euro im Jahr. Er berechtigt zum Parken in ausgewiesenen Bereichen, beinhaltet aber kein Anrecht auf einen Parkplatz. Er rät zu einer schrittweisen Erhöhung mit einem Ziel, etwa bis 2030

WZ 20.11.23 Katharina Rüth und Bernhard Romanowski

Feierabend in Metzkausen: Schon beim Betreten des Hauses herrscht eine Wohlfühlatmosphäre.

Die Zimmer sind angenehm temperiert, das Licht auf „Abend“ gedimmt. Aus dem WLAN-Lautsprecher perlt ein Klaviersolo. Und in der Küche ist der Backofen samt Pizzastein bereits vorgeheizt. Schon aus der Ferne hat das Managerpaar alles eingestellt. Dank Smarthome, dem vernetzten Zuhause, und via App gibt es mittlerweile viel Komfort auf Knopfdruck. Damit sind aber auch neue Gefahren verbunden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, BSI, warnt: Viele der vernetzten Geräte seien an das Internet angeschlossen. „Deshalb gelten für sie dieselben Risiken wie bei anderen internetfähigen Geräten, also zum Beispiel Computern oder Smartphones.“

Davon will sich der Hausherr allerdings nicht die schöne neue Wohnwelt 2.0 kaputtmachen lassen. „Was soll schon passieren, wenn Hacker meine fernsteuerbare LED-Lampe knacken? Dann können sie aus der Ferne das Licht an und ausmachen – das Risiko nehmen wir in Kauf.“ Diese Einstellung ist weit verbreitet, weiß Polizeihauptkommissarin Ilka Steffens. Sie arbeitet bei der Kreispolizei Mettmann in der Kriminalprävention/Opferschutz. Dort gibt es die klassische Beratung zu einbruchsicheren Häusern, aber auch den genauen Blick auf das Heimnetzwerk, in dem sich Saugroboter, Smart-TV und Co tummeln.

Ilka Steffens sagt: „Im Grunde gilt für Smarthome-Technologie dasselbe wie für alle anderen internetfähigen Geräte auch: Man muss die Software immer aktuell halten und Updates durchführen. Die Apps zur Fernsteuerung von Geräten mit Zugangsdaten sollten durch starke Passwörter geschützt sein. Bei der Fernsteuerung mittels App sollte kein ungeschütztes öffentliches WLAN verwendet werden.“

Die Verbraucherzentrale verweist auf einen Test mit vier Saugrobotern: Die App eines Geräts von Xiaomi hatte eine Vielzahl von Drittanbieter-Modulen integriert, durch die Nutzerdaten zum Beispiel an Facebook, geschickt werden konnten. In einem weiteren Test der Verbraucherzentrale mit dem BSI fand sich in einer Überwachungskamera eine Schnittstelle, über die von außen die Programmierung verändert werden konnte. Und auch diese Kamera sendete Daten an Facebook. „Das BSI vergibt Sicherheitskennzeichen für Smarthome-Geräte. Auf der BSI-Webseite können Verbraucher nach entsprechenden Geräten Ausschau halten“, antwortet Ayten Öksüz auf die Frage, wie sich Computerlaien vor all dem schützen können. Diese Kennzeichen basieren jedoch auf den Erklärungen der Hersteller, nicht unbedingt auf tatsächlichen Tests.

„Außerdem sollten Smarthome-Geräte in einem eigenen, separaten WLAN verbunden werden – getrennt von Computer, Tablett und Mobiltelefon.“ Viele Internetrouter verfügten auch über ein sogenanntes Gäste-WLAN. Etwas Ähnliches sollte hierfür genutzt werden

WZ 4.12.23 Dirk Neubauer