Umweltpreis

Die BUND Kreisgruppe Mettmann verleiht regelmäßig einen Umweltpreis für herausragende Leistungen für die Umwelt - sowohl positive wie auch negative. Gefürchtet ist der Negativpreis: für Umweltsünden und ökologische Fehltritte müssen sich die Verantwortlichen öffentlich der Kritik stellen. Viel lieber und daher viel häufiger wird der Positivpreis vergeben. Er zeichnet Menschen aus, die sich in besonderem Maße für den Schutz der Umwelt und der Natur einsetzen.

Umweltpreis 2022 geht an procuratio in Erkrath

Dienstleistung im Einklang mit Natur und Mensch

Fotoimpressionen von der Verleihung des BUND-Umweltpreises 2022  (Solveigh Zieger)

Wirtschaft, Soziales und Umwelt in Einklang bringen - das ist eine zentrale Forderung des BUND für eine zukunftsfähige Welt.

Die Firma procuratio beschreitet diesen Weg seit über 20 Jahren. Sie stellt den Menschen in den Mittelpunkt des Unternehmens und sucht gleichzeitig nach innovativen Wegen, Ressourcen einzusparen und den CO2-Fußabdruck zu senken. Mit diesem Konzept bietet sie für Krankenhäuser, Kliniken und Seniorenstätten Dienstleistungen im Bereich Care Catering, Facility Management und Reinigung an. Und die Geschäftspartner können entscheiden, wie viel ihnen die nachhaltigen Lösungen wert sind und wert sein können: Sie legen fest, bei welchen Dienstleistungen sie den höheren ökologischen und qualitativen Standard in Anspruch nehmen.

Das mittelständische Unternehmen beschäftigt mehr als 1.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in ganz Deutschland und übernimmt damit auch eine soziale Funktion für viele Köche und Köchinnen, Kochhelfer und Kochhelferinnen, Reinigungskräfte, Servicekräfte, Verwaltungsangestellte und viele mehr. Der Zusammenhalt wird auch durch gemeinsames Singen in einem Firmenchor gestärkt.

Im Jahr 2014 hat die Firma ihre Zentrale nach Alt-Erkrath in das frühere Verwaltungsgebäude der Buntpapierfabrik verlegt. Zunächst wurde das Gebäude renoviert und Solarzellen auf dem nach Süden ausgerichteten Dach installiert. Danach hat man auf der angrenzenden Grünfläche einen naturnahen Garten mit Bienenkörben angelegt.  Später wurde die Fahrzeugflotte auf Elektroautos umgestellt und die Parkplatzfläche entsiegelt und mit Ladesäulen ausgestattet.

Im Frühsommer 2021 wurde die öffentliche Rasenfläche an der Zufahrt in Abstimmung mit der Stadt Erkrath mit Hochbeeten umgestaltet. Bepflanzt sind sie mit Obst und Gemüse, das von Bürgern geerntet werden kann.

Leider ist das Firmengrundstück an der Freiheitstraße durch das Düsselhochwasser im Juli 2021 stark betroffen gewesen. Das gesamte Kellergeschoss wurde überstaut und die dort untergebrachten Einrichtungen zerstört. Mittlerweile ist die Wiederherstellung des Kellergeschosses weitgehend abgeschlossen. Durch die Zusammenarbeit mit der Regionalwert AG Rheinland, einer Bürgeraktiengesellschaft für nachhaltige Landwirtschaft und Ernährung, wird die ökologische Landwirtschaft in der Region unterstützt. Seit 2019 ist procuratio außerdem Mitglied der Europäischen Masthuhn-Initiative der Albert Schweitzer Stiftung, die sich für die Verbesserung der Haltungsbedingungen der Tiere einsetzt. Das Umweltmanagementsystem wurde nach ISO 14001 zertifiziert. Hierbei werden kontinuierlich Ökobilanzen und Umweltkennzahlen erhoben, optimiert und jährlich per Audit überprüft. In diesem Zuge hat procuratio das „Enkelwirtschaft Care-Catering“ entwickelt, bei dem der CO2-Fußabdruck bei der Erzeugung und Verarbeitung der Speisen gegenüber konventionellem Catering um mehr als 100 Prozent reduziert werden soll.

Wir wünschen procuratio für die Zukunft weiterhin Innovationskraft und Erfolg für nachhaltige Lösungen und überreichen ihr die Urkunde für den Umweltpreis 2022.

 

Umweltpreis 2018 für Charlotte Schmitz und Hans-Joachim Friebe

Fastfood-Verpackungen, Coffee-to-go-Becher, Tempotaschentücher und Einwegfeuerzeuge – sie alle haben etwas gemeinsam: wenn wir mit ihnen „fertig“ sind, werden sie weggeworfen. Oftmals nicht erst am nächsten Mülleimer, sondern gleich auf dem Bürgersteig, am Straßenrand oder in der Landschaft.

Viele Leute regen sich darüber auf, und einige unternehmen etwas dagegen. So zum Beispiel Charlotte Schmitz aus Haan. Sie störte eines Tages der Müll, und sie fühlt sich durch die Hinterlassenschaften ihrer Mitmenschen persönlich ästhetisch und auch optisch beleidigt. Deswegen hat sie begonnen, den Abfall einzusammeln: zuerst allein, mittlerweile bei regelmäßigen Spaziergängen auch gemeinsam mit Anderen.

Hans-Joachim Friebe, Landschaftswächter aus Haan-Gruiten, sammelt den Müll nicht nur ein, er sammelt ihn auch. Und so ist im Laufe der Jahre eine stattliche Kollektion an Einwegfeuerzeugen aus aller Welt zusammen gekommen. Sie zeugen von der weltweiten Verbreitung des Kunststoffmülls: ob in der Düssel im Neandertal oder im Arktischen Eis am Nordpol – Mikroplastik überall!

Die BUND Kreisgruppe Mettmann hat das unermüdliche Engagement der Beiden mit ihrem Umweltpreis ausgezeichnet. Sie stecken nicht den Kopf in den Sand (oder Müll), sondern sind Vorbild und Antrieb für Andere, ihre Umwelt jeden Tag ein bisschen besser zu machen. Vielen Dank dafür!  

Umweltpreis 2016 für Miriam Mundorf

Im Jahre 2016 erhält den Umweltpreis der BUND-Kreisgruppe Miriam Mundorf aus Velbert. Sie rettet seit vielen Jahren Amphibien an der schnell befahrenen Mettmanner Straße zwischen Wülfrath und Velbert. Ein beispielhaftes Engagement für den Naturschutz!

Auf einer Fahrt von Düsseldorf nach Hause fing alles an. Miriams Vater stoppte, als beide die vielen Kröten entdeckten, die auf der Mettmanner Straße versuchten über die Straße zu kommen. Zusammen mit Miriam trug er die Amphibien auf die andere Seite. Miriam war damals gerade mal sechs Jahre alt. Und sie blieb dabei bis heute. Die ersten Jahre sammelte sie die Kröten mit ihrem Vater, später dann alleine. Jedes Frühjahr ging Miriam abends los und versuchte möglichst viele Kröten und Frösche unbeschadet über die Straße zu bringen. Mittlerweile 12 Jahre lang. Das ist nicht immer eine angenehme Tätigkeit, wandern Frösche und Kröten doch bevorzugt bei schlechtem Wetter.  
In der letzten Zeit hat Miriam dann damit begonnen, verletzte Tiere zu versorgen und zu Hause gesund zu pflegen. In diesem Jahr gibt es Hoffnung auf  Besserung. Miriam  ist optimistisch, dass zusammen mit den Kalkwerken eine gute Lösung gefunden wird.
 
Dann wird Miriam auch nicht mehr alleine sein, sondern Unterstützung von der Velberter Ortsgruppe des NABU erhalten. Die Hilfe ist auch dringend nötig, da die junge Tierschützerin im nächsten Jahr ihr Abitur am Mariengymnasium in Essen machen und nicht mehr viel Zeit haben wird. Danach will sie sich ihren Berufswunsch erfüllen und Veterinärmedizin studieren. Wohin sie das Studium führt, weiß sie heute noch nicht. Aber es wird sie beruhigen, dass sie „ihre“ Frösche und Kröten an der Mettmanner Straße in guten Händen weiß.  

Umweltpreis 2012 an 3M Hilden

Die BUND-Kreisgruppe Mettmann freut sich, Ihnen Herr Davidhaimann als Werksleiter von 3M Hilden und Herr Behling als Direktor Produktion, Technik, Arbeits- und Umweltschutz und natürlich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den Umweltpreis 2012 überreichen zu können und wünscht eine weiterhin positive Entwicklung für Ihr Werk mit nachhaltiger Wirtschaftlichkeit und weiteren Umwelterfolgen.
Als Gäste konnten wir den Umweltdezernent des Kreises Herrn Nils Hanheide, den Bürgermeister der Stadt Hilden Herrn Horst Thiele und die stellvertretende Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion Frau Ursula Greve-Tegeler in unserer Mitte begrüßen. 
"Umweltschutz zahlt sich aus" das ist genau das Schlagwort, das wir immer wieder Vertretern der Wirtschaft entgegenhalten, wenn sie mit wirtschaftlichen Argumenten Umweltmaßnahmen ablehnen. Die Worte könnten also vom BUND sein, sind es aber nicht. 3M hat schon im Jahr 1975 mit dem 3P Programm begonnen. "Pollution Prevention pays" auf deutsch "Umweltschutz zahlt sich aus". Alle fünf Jahre gibt es bei 3M neue Ziele für den Umweltschutz.
3M hat sich damit zu seiner Verantwortung im doppelten Sinne bekannt. Schonung der Umwelt und Nachhaltigkeit, auf der einen und wirtschaftlichen Erfolg auf der anderen Seite. Das Ziel war und ist es, das umweltbewusste Denken und Handeln der 3M Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu fördern. Arbeitsteams sollen mit innovativen Ideen dazu beitragen, Umweltbelastungen bereits an der Quelle zu reduzieren.

Und es gibt es ganz konkrete Erfolge!
Allein in den Jahren von 2006 bis 2011 haben die Abfälle in der Produktion haben um 10% abgenommen, die Emission von Luftschadstoffen sind um 21 % gesunken - in den Jahre seit 1990 sogar um 73 %. Der Energieverbrauch ist um 22 Prozent reduziert worden, also ganz konkrete positive Ergebnisse für den Umweltschutz und dabei blieb es nicht.
Im Jahr 2010 erfolgte die Substitution von lösemittelbasierenden Einsatzmate-rialen durch lösemittelfreie Komponenten. das ermöglicht den Einsatz neuer und moderner Abluftbehandlungstechnologien und die Abluftbehandlung durch Photooxidation. Die Nachverbrennungsanlage ermöglichte Einsparungen von 42 t Treibhausgasemissionen pro Jahr, 11,2 MWh Energieverbrauch pro Jahr So belegt 3M seit dem Jahr 1999 Spitzenpositionen im renommierten Dow Jones Nachhaltigkeitsindex (Sustainability Index DJSI)

Im Dezember letzten Jahres wurde 3M unter 670 Unternehmen zu den TOP 3 gehörig ausgezeichnet in der Kategorie "Konzern Deutschlands mit der nachhaltigsten Zukunftsstrategie". Noch eine weitere wichtige Auszeichnung gab es im letzten Jahr.Zwei Jahre oder zwei Millionen Arbeitsstunden ohne einen meldepflichtigen Unfall mit Ausfalltagen: Das sind die Kriterien für die globale Auszeichnung eines Standorts mit dem globalen, internen 3M Sicherheits- und Gesundheitspreis.Die weitreichenden Erfolge verdankt 3 M seiner Philosophie. Der Mitarbeiter als Mensch steht im Mittelpunkt. Es gibt eine Personalpolitik, die den Mitarbeitern überdurchschnittliche Sozialleistungen und Freiräume bietet.

Wirtschaftlichkeit mit ökologischer Verantwortung ist nicht nur Anspruch sondern tägliches Tun. So können alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 15 % ihrer Arbeitszeit für eigene Ideen und Projekte einsetzen. Dafür sind Offenheit und Ehrlichkeit auf allen Ebenen die Voraussetzung. Nur so können wir erfolgreich Ökonomie und Ökologie ständig in Einklang gehalten werden. In 2011 wurde das 3M E-Mobility Projekt 2011 gestartet mit der Installation von vier Ladestationen mit Solar-Carports, vier Elektroautos, Erzeugung von 7.200 kWh Solarstrom im Jahr und 5,2 t weitere CO2-Einsparung.
Seit vielen Jahren gibt es die Partnerschaft mit dem Helmholtz-Gymnasium in Hilden und jetzt auch die Beteiligung an der Ausbildungsbörse